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Gespannte Blicke: Die Besucher auf der Empore verfolgen die Hallenbad-Debatte.

Interkommunales Hallenbad

„Dieser Antrag ist das Aus“

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Wolfratshausen - Die einen nannten es Alibi-Antrag, die anderen Kompromiss. Fest steht: Seit Dienstag scheint das interkommunale Hallenbad in Geretsried weiter entfernt denn je. Der Wolfratshauser Stadtrat hat einen Vorschlag der Bürgervereinigung zu einer zusätzlichen Beteiligung an den Kosten abgelehnt. Die endgültige Entscheidung soll im September fallen.

Die Ausgangslage ist damit dieselbe wie vor der Sitzung. Es gelten die Beschlüsse, die der Stadtrat am 7. März 2013 und am 20. November 2014 gefasst hat. Demnach beteiligt sich die Loisachstadt mit maximal 215 000 Euro an den Investitionskosten für das interkommunale Hallenbad und zahlt die Nutzungsgebühr für die von ihren Schulen gebuchten Stunden. „Weitere Kosten“, so steht es in dem Beschluss von vor zwei Jahren, „fallen für die Stadt nicht an.“ Eine Beteiligung am Betriebskostendefizit wäre damit vom Tisch. Beide Beschlüsse fielen einstimmig mit 24:0 Stimmen.

Die Bürgervereinigung hat jetzt in ihrem Antrag gefordert, die bisher für die Schulen der Stadt angesetzten 139 Schwimmstunden pro Jahr auf zehn Jahre im Voraus zu buchen und damit der Stadt Geretsried zusätzliche Kalkulationssicherheit zu verschaffen. „Das ist kein Alibi-Antrag und auch nicht der entscheidende Antrag für oder gegen den Bau des Bads“, erläuterte Dr. Ulrike Krischke stellvertretend für ihre Fraktion. „Es ist der Versuch, einen Kompromiss zu entwickeln, nachdem sich abgezeichnet hat, dass es in Wolfratshausen keine Mehrheit für eine Beteiligung am Betriebskostendefizit geben wird.“

Neben der Bürgervereinigung stimmte nur Richard Kugler (parteifrei für die CSU) für den Antrag. „Geretsried kann dieses Angebot nicht annehmen“, sagte Annette Heinloth (Grüne) mit Blick auf die knapp 30 000 Euro pro Jahr, die mit einem Ja generiert würden. Der Anteil der Stadt an der Deckung des Betriebskostendefizits würde aktuellen Zahlen zufolge bei jährlich 105 000 Euro liegen. Heinloth war der gleichen Ansicht wie SPD-Fraktionssprecher Fritz Meixner: „Dieser Antrag ist das Aus für das interkommunale Hallenbad.“

Ein Hintertürchen haben sich die Wolfratshauser offen gelassen. Auf Bitte von Meixner will Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) mit seinem Geretsrieder Kollegen Michael Müller klären, ob sich zumindest die Fraktionsspitzen aus beiden Städten zur Klärung letzter Details erneut zusammensetzen könnten. Außerem kündigte Meixner einen fraktionsübergreifenden Antrag an. In der Septembersitzung soll das Gremium final über die Beteiligung am Betriebskostendefizit abstimmen – auf Grundlage der Zahlen, die Müller bei seinem Besuch des Wolfratshauser Stadtrats im Mai genannt hatte, also die 105 000 Euro.

Dass dieser Punkt am Dienstag nicht zur Abstimmung stand, erzürnte einige Räte – und führte zu heftigen Diskussionen. Dr. Manfred Fleischer (CSU) plädierte dafür, die Nachbarn nicht hinzuhalten. Damit sich am Gesamtbild etwas ändert, müssten die alten, einstimmig gefassten Beschlüsse aufgehoben werden, „und das sehe ich nicht, das ist ein Irrglaube“. Fleischer: „Wenn dieser Antrag abgelehnt wird, ist es vorbei.“

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