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Die Flößerei ist eng mit dem Namen Wolfratshausen verknüpft. Die Stadt trägt den Titel „Internationale Flößerstadt“.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Internationaler Flößertag: Darum zieht Wolfratshausen seine Bewerbung zurück

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Die Stadt Wolfratshausen zieht ihre Bewerbung um die Ausrichtung des Internationalen Flößertags zurück. Touristikmanagerin Gisela Gleißl erklärt warum.

Wolfratshausen – Kulturreferent Alfred Fraas (CSU) hatte den Stein ins Rollen gebracht: Er schlug die Bewerbung Wolfratshausens für den Internationalen Flößertag im Jahr 2022 vor. Im Februar stimmte der Stadtrat zu – doch wenige Wochen später brach die Corona-Pandemie aus. Die wirbelte den Terminkalender sowohl der Deutschen als auch der Internationalen Flößervereinigung kräftig durcheinander. Nun hat sich der Stadtrat entschieden, die Bewerbung der Loisachstadt zurückzuziehen. Das geschieht nicht zuletzt mit Rücksicht auf die Landeshauptstadt München.

Coronavirus wirbelt Terminkalender durcheinander

Angesichts des Coronavirus mussten die bislang terminierten Deutschen Flößertage verschoben werden, berichtete Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) in der jüngsten Stadtratssitzung in der Loisachhalle. Die für heuer geplante Veranstaltung in Reinhardshagen an der Weser ist gestrichen worden, die Hessen feiern stattdessen mit ihren Gästen im Jahr 2021. Ein Jahr darauf ist München Ausrichter des Deutschen Flößertags – ebenfalls 2022 wollte Wolfratshausen den Internationalen Flößertag ausrichten. „Zwei Flößertage in der gleichen Region wirken sich negativ auf die Teilnehmerzahlen aus“: Zu diesem Schluss kam Gisela Gleißl, Touristikmanagerin der Kommune. „Der positive mediale Effekt durch die Ausrichtung der Veranstaltungen würde leiden, da der Unterschied der beiden Flößertage Außenstehenden schwer zu vermitteln ist.“ Daher sei es sinnvoller, sich um den Internationalen Flößertag 2023 zu bewerben. Das sei bereits mit den hiesigen Flößerbetrieben besprochen, ergänzte der Rathauschef.

Alternativplan birgt laut Bürgermeister großen Vorteil

Der Alternativplan birgt nach Ansicht von Heilinglechner einen weiteren großen Vorteil: „Durch eine Verschiebung der Bewerbung in das Jahr 2023 könnte der Internationale Flößertag durch den einzigartigen Programmpunkt der Johanni-Floßprozession bereichert und somit den internationalen Besuchern ein besonderes Erlebnis vermittelt werden.“ Wie berichtet fiel auch die traditionelle Floßprozession heuer dem Virus zum Opfer.

Das Programm des Internationalen Flößertages 2023 könne sich am Deutschen Flößertag orientieren, der 2017 in Wolfratshausen stattfand, so Gleißl. Auch vor drei Jahren war er verknüpft mit der Johanni-Floßprozession.

Der Stadtrat billigte das Vorgehen einstimmig. Nun wird die Verwaltung Kontakt mit der Internationalen Flößervereinigung aufnehmen, die Bewerbung für 2022 zurückziehen und sofort die Bewerbung für das Folgejahr einreichen. Die finale Entscheidung fällt in der Mitgliederversammlung der Internationalen Flößervereinigung 2021. Sollte die Wahl auf Wolfratshausen fallen, werden laut Beschluss entsprechende Mittel im Haushalt bereitgestellt.  cce

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