Verhandlung vor dem Wolfratshauser Amtsgericht

Internet-Liebe endet vor dem Amtsgericht: Ex-Partnerin soll Kredit nicht zurückgezahlt haben

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Erst die große Liebe, dann der große Krach: Wegen eines privaten Darlehens, das sie  angeblich nicht zurückgezahlt hat, musste sich eine Krankenpflegerin vor dem Amtsgericht verantworten. Für Richter Helmut Berger war die Faktenlage klar. 

Wolfratshausen – Eine Frau und ein Mann lernen sich übers Internet kennen. Sie ziehen zusammen, planen Hals über Kopf die Hochzeit. Doch bevor es dazu kommt, trennt sich das Paar nach nur sechs Monaten im Streit. Drei Jahre später sehen sich die beiden vor dem Richter am Amtsgericht Wolfratshausen wieder.

Um Ostern 2015 soll die Frau von der Schwester ihres damaligen Lebensgefährten ein privates Darlehen in Höhe von 3000 Euro erhalten und nicht zurückgezahlt haben. Wegen Betrugs wurde die 47-jährige Krankenpflegerin jetzt zu 3000 Euro Geldstrafe verurteilt.

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„Ich habe keinen Cent von dieser Familie genommen“, beteuerte die Angeklagte in der Verhandlung. Sie habe selbst genug Geld verdient, als sie von München nach Wolfratshausen gezogen sei, um mit ihrem Freund „eine Familie zu gründen“. Als Beweis sollte ein Bankdarlehen dienen, mit dem sie kurz nach Beginn ihrer Beziehung einen gebrauchten BMW finanziert hatte. Womöglich habe ihr Ex-Freund („Er war spielsüchtig“) das Geld verzockt, argwöhnte die Frau, die die Anschuldigungen als „Lügenmärchen“ zurückwies.

Die Schwester des Wolfratshausers sowie deren Ehemann und deren Tochter schilderten mehrere Situationen, in denen sie der Beschuldigten Geld geliehen hatten. Über die der Anklage zugrunde liegenden 3000 Euro konnten sie einen Kontoauszug vorlegen, aus dem hervorging, dass das Geld Mitte April 2015 abgehoben worden war. Als Rückzahlungstermin sei Oktober des selben Jahres vereinbart worden. Doch nachdem die Beziehung „eskaliert“ sei, habe man von der Frau nichts mehr gehört. Mit dem Geld, so habe die Beschuldigte seinerzeit behauptet, habe sie in ihre Heimat nach Moldavien reisen wollen, um erforderliche Papier für die geplante Hochzeit zu besorgen und den BMW zu verkaufen.

Über das Darlehen war seinerzeit nichts schriftlich festgehalten worden. Dennoch sah das Gericht nach den Zeugenaussagen die Schuld der inzwischen im Raum Amberg lebenden Angeklagten als erwiesen an. Richter Helmut Berger verurteilte die 47-Jährige zu einer Geldstrafe von 100 Tagesätzen zu je 30 Euro. „Welcher Teufel soll die Geschädigte reiten, Sie vors Gericht zu bringen, das so konsequent durchzuziehen und sich womöglich noch einer falschen Verdächtigung auszusetzen?“, erklärte der Richter in seiner Urteilsbegründung. rst

Rubriklistenbild: © dpa

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