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Was ist ein Veganer an Weihnachten? Wir haben mit Barbara Frank aus Wolfratshausen gesprochen. Sie isst seit vier Jahren vegan.

Der Festtagsbraten ist tabu

Was isst ein Veganer eigentlich an Weihnachten?

Bad Tölz-Wolfratshausen - Was isst ein Veganer zu Weihnachten? Die Klassiker Gänsebraten, Karpfen oder Wiener kommen nicht in Frage. Wir haben also bei der Kabarettistin Barbara Frank nachgefragt.

Die Klassiker Gänsebraten, Karpfen oder Wiener Würstchen kommen nicht in Frage. Selbst das fleischlose Raclette scheidet aus. Was also isst ein Veganer an den Weihnachtsfeiertagen? Unsere Mitarbeiterin Tanja Lühr fragte die Wolfratshauser Musikerin, Kabarettistin und Autorin Barbara Frank. Die 48-Jährige ist nach eigenen Worten seit vier Jahren überzeugte Veganerin, gelegentlich Rohkostlerin – und Organisatorin der so genannten Veggie-Treffen im Landkreis.

Frau Frank, was kommt bei Ihnen an Heiligabend auf den Tisch?

Barbara Frank, Kabarettistin. Die Wolfratshauserin ist seit vier Jahren überzeugte Veganerin.

Das werde ich ganz spontan entscheiden. Ich warte ab, was sich in der Gemüsekiste befindet, die ich jede Woche vom Hofgut Letten geliefert bekomme. Je nachdem zerschnipsle, dünste, brate oder backe ich die Zutaten. Bei Menschen, die seit längerem vegan leben ist es so, dass ihnen ihr Körper genau sagt, was er gerade braucht. Wenn es an Weihnachten mal etwas Besonderes sein soll, mache ich einen Blätterteigstrudel mit Nüssen oder Maronen gefüllt. Am ersten Weihnachtsfeiertag kommen meine Eltern, „normale Esser“, zu Besuch. Ich werde ihnen Kartoffelknödel, Blaukraut und „Rinderfilets“ auf Pflanzenbasis servieren, die wirklich gut schmecken. Solche Ersatzprodukte verwende ich aber normalerweise nicht oft. Am zweiten Feiertag wollen wir mit Freunden Essen gehen und da wird’s dann schwieriger.

Inwiefern?

Sie haben in einer typisch bayerischen Wirtschaft reserviert, die leider überhaupt nicht auf Veganer eingerichtet ist. Es wird bei mir bei Salat und Pommes bleiben. Meiner Erfahrung nach ist nur etwa die Hälfte aller Gasthäuser veganen Gerichten gegenüber aufgeschlossen, die andere weigert sich, auf tierische Produkte zu verzichten. Dabei verlange ich gar nicht, dass mit Hafersahne oder Kokosmilch gekocht wird. Italienische Nudeln ohne Ei, dazu in Pflanzenöl gedünstete Pilze, Tomaten oder Zucchini würden mir völlig reichen.

Welche Lokale können Sie durch Ihre regelmäßigen Veggie-Treffen mit Gleichgesinnten für die Feiertage empfehlen?

In München gibt es viele Möglichkeiten. Im Landkreis kocht das Hirschbachstüberl in Lenggries vegan und vegetarisch. Die Flößerei in Wolfratshausen bereitet auf Wunsch vegane Gerichte zu, ebenso das „Yellow Chilli“ in Königsdorf. Es lohnt sich, vorher in den Restaurants anzurufen und sich zu erkundigen.

Wie sieht es mit Plätzchen aus? Schmecken die ohne Ei und Butter?

Die schmecken sogar sehr gut! Ich verrate Ihnen gerne eines meiner Lieblingsrezepte: Für meine Nusscookies verknete ich 250 Gramm feines Hirse- oder Vollkornreismehl mit 160 Gramm Rohrzucker, 100 Gramm Dinkel- oder Haferflocken, einem Teelöffel Backpulver, echtem Vanillezucker, 200 Gramm veganer Butter wie zum Beispiel Alsan, 100 Gramm gemahlenen Nüssen und vier Esslöffeln Soja-, Hafer- oder Dinkelmilch in einer Rührschüssel und stelle den Teig kurz kalt. Mit einem Löffel steche ich kleine Kugeln aus und backe sie bei 175 Grad zehn bis 14 Minuten. Das ist auch ein prima Rezept für Menschen mit Laktose- oder Glutenunverträglichkeit.

von Tanja Lühr

Veganer Rezept-Tipp: Kartoffel-Tofu-Nuss-Strudel

Zutaten (Rezept für 6 Portionen): 600 g Kartoffeln oder Süßkartoffeln gewürfelt; 2 Stangen Lauch in dünne Ringe geschnitten; 50 g Pflanzenmargarine; 1 rote Paprikaschote gewürfelt; 200 g Räuchertofu gewürfelt; 50 g gehackte Nüsse, zum Beispiel Pecannüsse gehackt; 12 Blätter Filoteig; 1 Esslöffel Mohn; Salz, Pfeffer, Muskat und Kräuter nach Belieben.

Zubereitung: Kartoffelwürfel zirka zehn Minuten gar kochen. Lauch in etwas Öl fünf Minuten dünsten. Kartoffeln stampfen, dann Lauchringe, Paprikawürfel, Tofu und Nüsse untermischen, nach Belieben würzen. Margarine schmelzen. Pro Strudel zwei Teigplatten aufeinanderlegen und mit Margarine bestreichen. 1/6 der Füllung auf ein Ende geben und aufrollen, dabei die Füllung gut verschließen. Mit Margarine bestreichen und mit Mohnsamen bestreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad etwa 20 Minuten backen.

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