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Schnittstelle: Wegen eines Streits mit den Eigentümern des Nachbarhauses (li.) ruhen die Abbrucharbeiten am ehemaligen Isar-Kaufhaus in der Altstadt bis auf Weiteres.

Arbeiten ruhen in den nächsten Tagen 

Isar-Kaufhaus: Darum hat das Landratsamt einen Baustopp verhängt

Nichts geht aktuell am ehemaligen Isar-Kaufhaus, das Landratsamt hat einen Baustopp verhängt. Die Standsicherheit des Nachbargebäudes ist gefährdet. 

Wolfratshausen – Es ist die am meisten beachtete Baustelle in der Stadt – und wird in den kommenden Tagen zwangsweise ruhen. Das Landratsamt hat für den Abriss des ehemaligen Isar-Kaufhauses einen Baustopp verordnet.

Ein Prüfingenieur des Landratsamts besuchte die Baustelle kürzlich. „Dabei wurde festgestellt, dass sämtliche bisher freigegebenen Gebäudeteile bereits abgebrochen waren“, berichtet die Pressesprecherin der Kreisbehörde, Sabine Schmid. Für einen Gebäudeteil im Süden fehlt eine Abrissgenehmigung. „Der Baukontrolleur hat eine Baueinstellung verhängt.“

Der Grund für diesen Schritt ist nach den Worten von Schmid die Standsicherheit des direkten Nachbargebäudes am Untermarkt 5. Das Bauwerk ist – vereinfacht gesagt – ein Anbau an das ehemalige Isar-Kaufhaus. Knackpunkt ist die sogenannte Kommunwand.

Dieses Problem ist den Planern bereits länger bekannt. Die Untermarkt 7-11 GmbH hat deshalb laut Projektleiter Frank Maiberger mehrfach versucht, eine einvernehmliche Lösung mit den Eigentümern des Nachbargebäudes zu finden. „Wir haben einen Strauß an guten Angeboten gemacht“, sagt der Projektleiter. Angenommen haben die Anwohner diese nicht. „Wir können uns nicht erklären, warum sich die Nachbarn einer Lösung komplett versperren.“

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Die Projektverantwortlichen sind bis zuletzt von einer Einigung ausgegangen. Da das nicht geklappt hat, folgte der Stopp der Abbrucharbeiten. Maiberger: „Wenn jemand ein Thema unbedingt bis zum Ende durchstreiten möchte, zieht es alles eben in die Länge. Ob das sinnvoll ist, muss jeder selber wissen.“ Die Projektgesellschaft versuche, „einen regelmäßigen Kontakt zu den Nachbarn“ herzustellen. Die würden sich bislang aber verweigern. „Wir hatten vor einigen Wochen sogar eine komplett ausgearbeitete Vereinbarung vorgelegt“, berichtet Maiberger. Trotz mehrmaliger Nachfragen wartet die Gesellschaft noch immer auf eine Unterschrift. Die Eigentümer der Immobilie wollten sich bislang nicht öffentlich zu der Angelegenheit äußern.

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Für die Untermarkt 7-11 GmbH ist die Anordnung der Kreisbehörde „nicht so wild, wie sie klingt“, sagt Maiberger. Die Entscheidung bedeute lediglich, dass umgeplant werden müsse. „Wir prüfen derzeit, wie wir die Baustelle weiterführen.“ In diesen Tagen seien mehrere Handwerker und Experten vor Ort, um die Lage nochmals zu begutachten und sich auf ein Vorgehen zu einigen. Konkrete Ideen möchte der Projektleiter noch nicht öffentlich machen. Klar sei aber, dass das Nachbargebäude nun von außen stabilisiert werden muss. Erst wenn diese Planungen abgeschlossen sind, kann Maiberger abschätzen, wann die Bagger wieder ihre Arbeit in der Innenstadt aufnehmen können. Es sei möglich, die Bauarbeiten weiterzuführen – die Verzögerung sorge aber für zusätzliche Kosten und einen Mehraufwand.

Das Landratsamt kündigt an, dass die „Abbruchmaßnahmen erst nach Freigabe durch den Prüfingenieur weitergeführt werden“ dürfen. Dominik Stallein 

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