Plan B fürs Isarkaufhaus

Plan B fürs Ex-Isarkaufhaus? Inhaberin "interessiert"

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Wolfratshausen - Gibt es einen Plan B für das Wolfratshauser Isar-Kaufhaus? Anwalt Harald Mosler arbeitet daran - und Eigentümerin Angela Scheller ist offenbar nicht abgeneigt.

Wolfratshausen – Es gibt eine neue Variante für das ehemalige Isar-Kaufhaus in Wolfratshausen. Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler feilt an einem Flächenkonzept für das 1966 eröffnete und seit drei Jahren leer stehende Gebäude. Seine Vision: ein Besuchermagnet, der möglichst exakt auf die Bewohner der Loisachstadt und ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. „Das ist doch das Schöne an Wolfratshausen: Es ist eine eigenständige Stadt mit einem eigenen Profil. Das soll so bleiben“, betont Mosler.

Eigentümerin Scheller hat sich sehr interessiert

Gute zweieinhalb Monate liegt ein erstes Treffen zwischen Mosler und Angela Scheller zurück. Es kam auf Initiative des Rechtsanwalts hin zustande. Die Eigentümerin der prominenten Immobilie in der Altstadt hat sich Mosler zufolge sehr für sein Anliegen interessiert und ihn bei seiner bisherigen Arbeit tatkräftig unterstützt. Was ihn antreibt? „Wir brauchen an dieser Stelle ein Konzept, das nutzerfreundlich ist und die Erwartungshaltung der Menschen vor Ort erfüllt“, antwortet Mosler.

Die „Hugo-Passage“, die das Wolfratshauser Immobilienbüro Bartsch gemeinsam mit dem Architekten Robert Wieser als Computermodell visualisiert hat, ist bis dato die einzige bekannte Planungsvariante für das Ex-Kaufhaus – aber erfüllt Moslers Ansprüche nicht. Zur Erinnerung: In der skizzierten Passage, benannt nach dem vor einigen Jahren verstorbenen ehemaligen Eigentümer, sind zwei schicke Geschäfte im Erdgeschoss vorgesehen, dazu Kanzleiräume beziehungsweise Praxen und moderne Wohnungen. Allerdings wären aufwändige Umbau- und Renovierungsarbeiten nötig, außerdem ist die Stellplatzfrage problematisch – und es gibt hohe Hürden in Sachen Denkmalschutz. Ein Investor fand sich bis zum heutigen Tag nicht.

Im Fall des Falles wird eine Investorengruppe zum Zug kommen

All das hat Mosler, dessen Ehefrau Gisela Immobilien in der Altstadt besitzt und die mehrere Jahre Vorsitzende des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) war, in seinem Planungskonzept bedacht. Freilich sei es zu früh, Details zu nennen, weil diese noch nicht feststünden. „Ich habe das Gebäude ja noch nicht einmal gekauft und werde das auch mit Sicherheit nicht selbst tun“, sagt Mosler. Im Fall des Falles wird wohl eine Investorengruppe zum Zug kommen, die die gut 2,5 Millionen Euro, die Eigentümerin Scheller aufgerufen hat, stemmen müsste.

Mögliche Nutzungen für die rund 2200 Quadratmeter Verkaufsfläche in Bestlage gibt es Mosler zufolge viele. Am liebsten wäre ihm ein so genannter Frequenzbringer, ein richtig großer Name also, der so viele Kunden anlockt, dass auch der Rest der Altstadt davon profitiert. Denkbar wäre auch, dass ein nicht ganz so großer Mieter einzieht, der Raum für den einen oder anderen kleinen Laden lässt, aber auch eine Kombination aus Geschäften und Wohnungen. Eines will Mosler aber auf jeden Fall verhindern: eine Situation wie an der Bahnhofstraße. Die Geschäftsflächen in dem von der Firma Hochtief gebauten Komplex stehen seit zweieinhalb Jahren leer. Mosler möchte das Pferd anders herum aufzäumen. „Ich will zuerst wissen, was reinkommt, bevor ich plane.“

Die Mieter müssen ins Portfolio passen - Mosler ist zuversichtlich

Eines ist Mosler besonders wichtig. „Es gibt ein Interesse von Geschäftsleuten, in Wolfratshausen einen Laden zu eröffnen.“ Es sei aber von großer Bedeutung, die Flächen nicht einfach nur zu vermieten, sondern Mieter zu finden, „die ins Portfolio passen“. Mosler ist zuversichtlich, dass es ihm gelingt, den einstigen Kundenmagneten Isar-Kaufhaus vor einem noch längeren Dornröschenschlaf zu bewahren. Bisher seit die Resonanz auf seine Idee durchweg positiv ausgefallen.

von Frederik Lang

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