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Komplettabriss oder Umbau im Bestand? Das Isar-Kaufhaus bereitet Planern und möglichen Investoren zur Zeit jede Menge Kopfzerbrechen.

Makler will Beschlusslage ändern lassen

Carlheinz Bartsch: "Ex-Isarkaufhaus komplett abreißen"

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Wolfratshausen - Carlheinz Bartsch will versuchen, einen Komplettabriss des Ex-Isarkaufhauses zu erwirken. Den Vorstoß von Dr. Harald Mosler sieht der Makler skeptisch.

Die Beschlusslage ist klar: Wer auch immer das Isar-Kaufhaus um- und ausbauen oder renovieren möchte, muss sich an das halten, was die Denkmalschutzbehörde im Landratsamt sagt. Demnach dürfen die Teile mit den Hausnummern 7 und 9, der ehemalige Getreidestadel und die einstige Knabenschule, dem Erdboden gleichgemacht werden.

Die Hausnummer 11, das ehemalige Seifensiederhaus, darf zwar entkernt werden. Die Fassade, das Dach, die Rückwand sowie die Wand zum Dr.-Happ-Gassl sind jedoch tabu. Der städtische Bauausschuss wollte dem Antrag von Eigentümerin Angela Scheller auf Komplettabriss seinerzeit nicht im Weg stehen, die Kreisbehörde legte jedoch ihr Votum ein. Dass das für ihn ein Problem ist, daraus hat Immobilienmakler Bartsch nie einen Hehl gemacht. Jetzt will er ausloten, ob sich an dieser Beschlusslage nicht doch noch etwas ändern lässt. „Es muss auf jeden Fall eine Lösung her.“ Das sei auch im Sinne derer, die an seinem Konzept interessiert sind.

Bartsch will die Hugo-Passage realisieren

Carlheinz Bartsch, Immobilienmakler in Wolfratshausen

Bartsch will im Auftrag von Eigentümerin Scheller im seit drei Jahren leer stehenden Isar-Kaufhaus die so genannte Hugo-Passage realisieren – zwei Geschäfte im Erdgeschoss, dazu Kanzleiräume beziehungsweise Praxen und moderne Wohnungen. Seine Interessenten hätten aber gerne andere, modernere Raumhöhen. Das wäre laut Bartsch zwar auch ohne Komplettabriss zu realisieren, würde das sowieso schon kostspielige Unterfangen aber deutlich verteuern.
 
Ein Abriss hätte Bartsch zufolge nur Vorteile. Zum Beispiel könnte man das Happ-Gassl als Zufahrtsstraße nutzen, die Bauzeit würde sich erheblich verkürzen. „Über eine so genannte Bauverpflichtung könnte man den Investor sogar dazu verpflichten, innerhalb einer bestimmten Zeit fertig zu werden.“ Dass die Fassade originalgetreu wieder aufzubauen wäre, ist für Bartsch selbstverständlich. Er will jetzt Gespräche initiieren – erst mit den Stadtpolitikern und dann mit dem Landratsamt. „Die Stadt und die Wolfratshauser würden davon profitieren“, sagte Bartsch. Er macht kein Hehl daraus, dass sie sowieso lange Zeit mit Baulärm, Dreck und Verkehrsproblemen zu kämpfen hätten. „Gerade deswegen wäre es aber wichtig, diese Belastung zu minimieren.“

Moslers Vorschlag sieht Bartsch skeptisch

Der Vorstoß von Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler, der kürzlich von einem eigenen Plan B für das Isar-Kaufhaus gesprochen hat, kommt bei Bartsch nicht gut an. Seine Interessenten hätten sich verwundert gezeigt, so der Immobilienmakler. Laut eigener Aussage ist er exklusiv von Eigentümerin Angela Scheller beauftragt worden, sich des Ex-Isar-Kaufhauses anzunehmen. Grundsätzlich sei natürlich nichts dagegen einzuwenden, wenn sich jemand Gedanken über die Zukunft des Gebäudes mache, ergänzte Bartsch. „Wir wollen ja alle, dass sich hier etwas tut.“

Moslers Vorgehensweise habe allerdings für Unruhe gesorgt. Der „normale“ Weg wäre gewesen, sich zunächst an ihn, Bartsch, zu wenden. „Ich kenne das Gebäude in- und auswendig. Wir hätten miteinander geredet, und er hätte aktuelle Unterlagen als Ausgangsbasis für eine Kalkulation und weitere Entscheidungen bekommen können.“

fla

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