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Spannende Tier- und Pflanzenkunde: Isarranger Bernhard März brachte den Ferienpass-Kindern die Isarauen näher.

Bierdeckel aufsammeln, Biberbanane lutschen

Isar-Wanderung: Auf den Spuren des Bibers

Wolfratshausen – Zehn Ferienpass-Kinder erkundeten zusammen mit Isar-Ranger Bernhard März die Isarauen.

Leere Libellenlarven-Hüllen anfassen, Biberbanane lutschen, eine Zahnbürste aus Weidenruten ausprobieren – bei einer Isarwanderung waren vor kurzem alle Sinne der zehn kleinen Nachwuchs-Ranger gefragt. Acht Buben und zwei Mädchen erkundeten trotz brütender Hitze zusammen mit Isar-Ranger Bernhard März im Rahmen des Ferienpasses die Isarauen.

Bereits als März am Isarauen-Parkplatz den Kindern leere Gehäuse von Libellenlarven zeigte, waren sie Feuer und Flamme. „Wenn die Libelle alt genug ist“, erklärte der Ranger, „sprengt sie die Hülle, krabbelt heraus und pumpt ihre Flügel auf, um davonzufliegen.“ Damit sich die Kleinen das Ganze besser vorstellen konnten, holte er ein Buch mit den entsprechenden Bildern dazu.

Der Weg führte zunächst an Fabian Unger vom Landesbund für Vogelschutz vorbei, der vorbeikommende Bootsfahrer über die bedrohten Vogelarten in den Isarauen aufklärt. Wegen der prallen Sonne war deren Zahl jedoch überschaubar, und er nahm sich Zeit für die Kinder. „Ab April ist es verboten, die Vogelbrutbereiche zu betreten“, informierte Unger. März ergänzte, dass in Ascholding und der Pupplinger Au Schilder zu finden seien und manchmal sogar eine Schnur gespannt sei. Das Betreten wäre zum Beispiel für den Flussregenpfeifer schlecht, da seine Eier und die brütende Vogeldame zur Tarnung aussehen wie Steine. Sie verwenden nämlich kein Nestmaterial.

Durch das Hochwasser könnte der Eisvogel Probleme gehabt haben, seinen Nachwuchs durchzubringen. „Weil die Isar ein wilder Fluss ist, sind des öfteren abgebrochene Steinbrüche und senkrechte Lehmschichten zu finden, in die der Eisvogel mit seinem langen spitzen Schnabel ein Rohr gräbt, um seine Eier zu legen und seine Jungen großzuziehen“, berichtete März. Steigt der Wasserpegel, sei der Vogel gezwungen, seine Brut zu verlassen. „Mit nur noch ein paar hundert lebenden Exemplaren ist der Eisvogel vom Aussterben bedroht“, fügte Unger hinzu.

Nachdem die Grundschulkinder die in einer Gumpe lebenden Tierarten herausgefischt und zusammen mit März bestimmt hatten, ging es unter die Isarbrücke. Dort erkundeten die Buben und Mädchen unter Aufsicht von Christine Löffler das fast stehende Gewässer selbstständig oder sammelten behutsam Glasscherben und Bierdeckel aus dem Isargrund.

Später zeigte März den jungen Naturforschern, dass man bei einigen Weidenarten, deren Zweige er in kleine Stücke geschnitten hatte, die Rinde wie bei einer Banane abziehen kann und der Inhalt süßlich schmeckt. Diesen Geschmack, den die Kinder als „saulecker“ bezeichneten, wissen auch die Biber zu schätzen, weshalb März das Rutenstück „Biberbanane“ nannte. Andere Weidenarten schmecken eher bitter und können mit entfernter Rinde als Zahnbürste verwendet werden, was laut März unsere Vorfahren tatsächlich so gemacht hätten.

von Jessica Höck

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