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Zum Festakt kamen viele Besucher in die Loisachhalle.

„Wichtigste Einrichtung des Landkreises“

50 Jahre Kreisklinik: Festgala zum Jubiläum

Wolfratshausen – Reden, Sketche und jede Menge Erinnerungen: In der Loisachhalle gab es ein untes Programm zum runden Geburtstag der Kreisklinik.

Auf den geschmackvoll dekorierten Tischen in der Loisachhalle standen Teller mit delikaten Canapés, die 44-seitige bilderreiche Festschrift lag aus. Die kulinarischen und gedruckten Appetithäppchen machten die Vorfreude bei den rund 400 geladenen Gästen umso größer. Denn das folgende dreistündige Programm war an Abwechslungsreichtum kaum zu überbieten: Filmeinspielungen, ein Kabarett-Auftritt von Josef Brustmann, Gesangseinlagen, Interviews, Sketche der Loisachtaler-Bauernbühne-Darsteller Ludwig Gollwitzer und Franz Foitzik sowie natürlich jede Menge Erinnerungen an die Geschichte der Kreisklinik. Kurz und gut: Die Wolfratshauser Kulturmanagerin Marion Klement, die Vorsitzende des Historischen Vereins, Dr. Sybille Krafft, und Kreisklinik-Geschäftsführer Hubertus Hollmann hatten ein buntes Potpourri zusammengestellt, das an keiner Stelle langweilig wurde.

Dem musikalischen Auftakt des von Roland Hammerschmied dirigierten Chors der Mixed Voices folgte die erste Filmeinspielung. Anhand einer Umfrage, die unter anderem auf der Wolfratshauser Marktstraße durchgeführt wurde, kamen viele ehemalige Patienten zu Wort. Und siehe da: Entgegen aller Vorurteile und Gerüchte überwog das Lob für die Behandlung in der Kreisklinik. Viele wurden hier nicht nur geboren, wie sie sagten, sondern auch kompetent und zuvorkommend behandelt.

50 Jahre Kreisklinik Wolfratshausen: Die Bilder

Einer der prominentesten Patienten ließ es sich nicht nehmen, in der Loisachhalle selbst die Verdienste der 1966 eröffneten medizinischen Einrichtung zu würdigen. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber ist den dortigen Ärzten zu großem Dank verpflichtet: Seine Tochter und sein Sohn kamen hier zur Welt, Ehefrau Karin unterzog sich dort erfolgreichen Behandlungen, und auch seine Eltern- und Schwiegereltern wurden bis zu ihrem Tod gut betreut. „Eine Klinik in dieser Vielfalt ist für mich die wichtigste Infrastruktureinrichtung des Landkreises“, lobte Stoiber. Freilich räumte er ein, dass die Sicherung eines hochwertigen medizinischen Niveaus in Zeiten der Kosteneinsparungen und Gesundheitsreformen nicht einfacher geworden ist. Der 74-Jährige sagte der Kreisklinik deshalb seine persönliche Unterstützung zu. „Wenn Sie meine Hilfe brauchen, wissen Sie ja, wo ich wohne.“

Landrat Josef Niedermaier bezeichnete die Kreisklinik wie schon vor kurzem bei der Einweihung der hochmodernen Intensivstation (wir berichteten) als Kronjuwel: „Es ist wichtig, dass wir alle diese Klinik nutzen. Dann werden wir auch die Zukunft meistern“, glaubt der Tölzer. Er erinnerte auch daran, dass nicht alle der rund 340 Mitarbeiter an dem Festakt in der Loisachhalle teilnehmen konnten. Schließlich konnten die stationären Patienten auch am Samstagabend nicht einfach für mehrere Stunden allein und unversorgt gelassen werden.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner zeigte sich danach beeindruckt über die positiven Filmberichte zur Kreisklinik. „Wir wären froh, wenn der Film über unsere Innenstadt, der vor einigen Tagen im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, auch so wohlwollend ausgefallen wäre“, scherzte Heilinglechner. Der Erhalt der Kreisklinik sei für ihn deshalb unabdingbar. Und wenn der angestrebten Erweiterung ein zugegeben schöner alter Baum im Klinikpark zum Opfer falle, gelte es eben Prioritäten zu setzen.

Ein alter Schwarz-Weiß-Film belegte, dass der damalige Verwaltungsleiter Hans Rohlederer auch schon mit roten Zahlen zu kämpfen hatte. Der Vorgänger des heutigen Geschäftsführers Hubertus Hollmann verfügte zudem noch nicht über die moderne Technik, wie sie heute Standard ist. „Das digitale Krankenhaus war damals Vision, heute ist es Realität“, befand Hollmann.
 
Umso wichtiger erscheint da die Unterstützung des Fördervereins „Freunde der Kreisklinik“. „Wir konnten in den 23 Jahren unseres Bestehens der Kreisklinik rund 600 000 Euro für die Anschaffung von modernen medizinischen Geräten und anderen Maßnahmen zukommen lassen“, berichtete Vorsitzender Gerhard Hasreiter.

Zu Wort kamen zudem medizinische Seelsorger, Krankenschwestern und die drei Chefärzte Dr. Stefan Schmidbauer, Dr. Michael Trautnitz und Dr. Josef Orthuber. „Und was wünschen Sie sich für die Zukunft?“ lautete eine der Fragen an sie. Der ärztliche Direktor Dr. Stefan Schmidbauer blieb Interviewerin Sybille Krafft auch hier keine Antwort schuldig: „Zeit, ausreichend Personal und die Chance, dass wir die Menschen so versorgen können, wie wir es für angemessen halten.“

von Peter Herrmann

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