Hinweistafel Ausgangssperre.
+
Keine Ausnahmeregel an Silvester: Auch während des Jahreswechsels gelten in Bayern eine Ausgangssperre sowie ein striktes Versammlungsverbot.

Versammlungsverbot und Ausgangssperre

Jahreswechsel in Wolfratshausen/Geretsried: So lautet der Appell der Polizeichefs an die Bürger

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
    schließen

Auch während des bevorstehenden Jahreswechsels gilt in Bayern eine strikte Ausgangssperre. Die Wolfratshauser und die Geretsrieder Polizei sind in der Silvesternacht verstärkt präsent.

  • Die Corona-Pandemie überschattet auch den Jahreswechsel.
  • Der Verkauf von Pyrotechnik ist untersagt, zwischen 21 und 5 Uhr gilt eine Ausgangssperre.
  • In Wolfratshausen und Geretsried ist mit einer „hohen Polizeipräsenz“ zu rechnen.

Wolfratshausen/Geretsried – Die Corona-Pandemie und ihre Folgen überschatten auch den bevorstehenden Jahreswechsel. Weiterhin gilt in Bayern eine Ausgangssperre zwischen 21 Uhr am Abend und 5 Uhr in der Früh, parallel dazu hat die Staatsregierung ein ein striktes Versammlungsverbot verhängt. Die Polizei ist vorbereitet: „Wir werden deutlich mehr Kräfte im Einsatz haben als üblich“, sagt Wolfratshausens Polizeichef Andreas Czerweny. Auch sein Geretsrieder Amtskollege Franz Schöttl kündigt für die Silvesternacht eine „hohe Polizeipräsenz“ in der größten Stadt im Landkreis an.

Mein größter Wunsch? Dass sich die Menschen an die Regeln halten.“

Franz Schöttl, Leiter der Polizeiinspektion Geretsried

„Mein größter Wunsch? Dass sich die Menschen an die Regeln halten“, sagt Schöttl im Gespräch mit unserer Zeitung. Er appelliert an die Vernunft der Geretsrieder – nicht nur im Namen der Ordnungshüter. „Wir dürfen unsere freiwilligen Feuerwehren und den Rettungsdienst nicht vergessen“, so der Erste Hauptkommissar. Während die aktuell zwei Personen starke Geretsrieder Sicherheitswacht am 31. Dezember und 1. Januar frei hat, sind viele Kollegen Schöttels während des Jahreswechsels zum Dienst eingeteilt. „Wir werden die angeordneten Beschränkungen natürlich überwachen“, sagt der Dienststellenleiter. Die zentralen Orte wie Geretsried Mitte und die Böhmwiese, an denen sich in den Vorjahren gegen Mitternacht viele Menschen getroffen haben, um das neue Jahr feucht-fröhlich zu begrüßen, „haben wir im Auge“, stellt Schöttl fest.

Striktes Böllerverbot in der Wolfratshauser Altstadt

Wegen der hohen Brandgefahr ist in der Wolfratshauser Altstadt das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände der Klasse 2, das sind Silvesterraketen und Knallkörper, untersagt. Das Böllerverbot gilt laut Bürgermeister Klaus Heilinglechner sowohl am Silvester- als auch am Neujahrstag. Untersagt ist das Abbrennen von Pyrotechnik in der gesamten Altstadt (Ober- und Untermarkt) und in den angrenzenden Straßen, konkret im Humplgassl, Seilergassl, Moraschgassl, Dr.-Happ-Gassl sowie im Ochsenbräugassl, am Loisachufer und auf dem über der Altstadt gelegenen Eichheimweg.

Im öffentlichen Interesse, so der Rathauschef in einer Pressemitteilung, tritt die Allgemeinverfügung sofort in Kraft. Verstöße werden streng sanktioniert, es droht eine Geldbuße bis zu 5000 Euro. Heilinglechner erinnert in diesem Kontext an die Ausgangssperre sowie an das „vollständige Verbot von Versammlungen und Ansammlungen“ am 31. Dezember und 1. Januar. Vorsorglich weist der Bürgermeister darauf hin, dass die bayerische Staatsregierung die Rechtslage laufend dem dynamischen Infektionsgeschehen anpassen kann. (cce)

Dasselbe gilt in Wolfratshausen. Man sei „gut und groß aufgestellt“, berichtet Erster Hauptkommissar Czerweny. Auch die Sicherheitswacht habe sich freiwillig angeboten, in der letzten Nacht des Jahres die Polizei mit Patroulliengängen zu unterstützen. Wie Schöttl appelliert Czerweny an die Vernunft und Solidarität der Bürger: „Uns geht’s ja wie allen anderen, auch wir haben Privatleben, auch wir müssen in dieser Zeit auf das eine oder andere verzichten, um andere zu schützen.“

Die Polizei wird nicht an Haustüren klopfen

Czerweny, der am Silvestertag im Dienst sein wird, schließt kategorisch aus, dass die Polizei an den Haustüren klopfen wird, um zu prüfen, was sich dahinter abspielt. Allerdings weiß er aus Erfahrung: „Es gibt Bürger, die sich denken: ,Was ich nicht darf, das darf auch mein Nachbar nicht‘“, sprich: Wenn die Polizei gerufen wird, „dann muss sie solchen Hinweisen nachgehen“, sagt der Inspektionsleiter. Wer im Rahmen des Erlaubten Silvester feiere, der solle das gerne tun. „Aber wenn wir schon hören, dass fünf Straßen weiter eine riesige Silvesterparty stattfindet“, dürfe sich der Gastgeber nicht wundern, wenn er ungebetenen Besuch von der Streife bekomme. Das bereits seit Jahren in der Wolfratshauser Altstadt geltende Böllerverbot (siehe Infobox) spielt Czerweny und seinen Kollegen heuer ein wenig in die Karten. Trotzdem hat er sich mit Vertretern der Stadtverwaltung, allen voran mit Mitarbeitern des Ordnungsamts, bereits im Vorfeld abgestimmt. „Wir sind gut gerüstet“, bilanzieren Czerweny und Schöttl unisono. (cce)

Lesen Sie auch: Drehleiter der Wolfratshauser Feuerwehr versagt bei Einsatz ihren Dienst.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare