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Die Tokyo Opera Association spielt in der Loisachstadt. Das Konzert könnte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Tokyo Opera Association

Japanische Oper: Vorwürfe gegen Stadt Wolfratshausen

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Wolfratshausen - Ein 30-köpfiges Opern-Ensemble aus Fernost gastiert in Wolfratshausen. Werbung für das Konzert macht die Stadt nicht. Ein Mitarbeiter der Loisachhalle erhebt schwere Vorwürfe. 

Die „Tokyo Opera Association“ sitzt auf gepackten Koffern. Das 30-köpfige Ensemble gastiert am 31. Juli in der Loisachhalle. Doch das Konzert droht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattzufinden. Für Michael Homann, verantwortlich für die Buchhaltung des Kulturtempels, wäre das ein Skandal. Er macht der Stadt Wolfratshausen schwere Vorwürfe.

Nicht einmal einen festlichen Empfang würde die Flößerstadt den weit gereisten Gästen aus Fernost bereiten, moniert Homann. Von breitgestreuter Konzertwerbung ganz zu Schweigen. Gerade einmal eine Handvoll Tickets seien bislang verkauft worden, berichtet der Loisachhallenmitarbeiter in einer E-Mail an unsere Zeitung. Er fürchtet, dass es nicht viel mehr werden. Und das, obwohl die Künstler ihre Darbietung der Flößerstadt zum Geschenk machen würden.

Bürgermeister sieht Stadt nicht in der Pflicht

Klaus Heilinglechner: Der Bürgermeister weist die Kritik zurück.

„Die Stadt im Himmel“ heißt die japanische Oper, die am kommenden Sonntag unter der Leitung von Edward Ishita zu erleben ist. Der Komponist und Dirigent finanziert die Flugtickets, die Hallenmiete und die Unterkünfte. Presseinfos zur Aufführung gibt’s nur auf Englisch. „Mehr hab’ ich leider nicht“, räumt Homann auf Nachfrage ein. Werbeplakate sind seltener als vierblättrige Kleeblätter. „Die Stadt macht nichts“, kritisiert Homann.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner weist die Kritik entschieden zurück. Er sei erst Ende vergangener Woche per E-Mail auf das Konzert aufmerksam gemacht worden. Das Vorgehen Ishitas „hat nicht Hand und nicht Fuß“, stellt der Rathauschef fest. Die Veranstaltung sei unterm Strich das Privatvergnügen des Dirigenten. Wäre die Stadt rechtzeitig informiert und um Hilfe gebeten worden, „hätte ich mit einer Unterstützung gar kein Problem gehabt“, beteuert Heilinglechner. Doch eine gute Woche vor der Aufführung nur über vage Infos zu verfügen: „Da sehe ich die Stadt jetzt nicht in der Pflicht.“ Zudem gibt der Rathauschef zu bedenken: „Unsere Partnerstadt ist Iruma, nicht Tokio.“ Zu einem von Homann gewünschten Empfang der Japaner sagt Heilinglechner: „Münchens Oberbürgermeister Reiter empfängt das Russische Staatsballett auch nicht im Rathaus, nur weil es zufällig im Circus Krone auftritt.“

Die städtische Kulturmanagerin Marion Klement betrachtet die Sachlage wie ihr Dienstherr. „Das ist eine private Veranstaltung“, betont Klement. Sie sei „immer nur nebenher“ über die Opern-Aufführung informiert worden. Ergo habe es keinen Grund gegeben, in puncto Ticketvorverkauf oder Öffentlichkeitsarbeit tätig zu werden. Auch Ex-Stadträtin Dietlind Diepen, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Wolfratshausen-Iruma, tappe im Dunkeln, berichtet Klement. Zwar hätte den Verein kurzfristig die Bitte erreicht, das geplante Opern-Projekt in der Loisachstadt zu unterstützen. Auf Nachfrage, wie genau man helfen könne, sei keine Antwort gekommen. Erst im Juni habe Ishita reagiert. Das Zeitfenster bis zur Aufführung am 31. Juli erschien den Vereinsmitgliedern jedoch als viel zu klein.

Loisachhallen-Betreiber Dominik Tabak teilt die Meinung der Kulturmanagerin Klement. „Das ist keine Veranstaltung von mir oder der Stadt, sondern eine private“, konstatiert Tabak im Gespräch mit unserer Zeitung. Organisator Ishita habe die Loisachhalle vor einem Jahr gemietet, sich seither aber nicht mehr gemeldet. Für die Reaktion seines Buchhalters Homann bittet Tabak um Entschuldigung: „Herr Homann ist ein großer Opernfreund.“ Mit seiner Kritik an der Stadt sei er jedoch übers Ziel hinausgeschossen.

„Die Stadt im Himmel“

Sonntag, 31. Juli, um 17 Uhr in der Loisachhalle. Libretto und Musik: Edward Ishita Hana, Veranstalter: „Tokyo Opera Association“. Karten im Vorverkauf 21 Euro, Abendkasse 25 Euro, Schüler und Studenten (Vorverkauf) elf Euro, Abendkasse 15 Uhr. Tickets gibt’s in der Loisachhalle/Wirtshaus Flößerei und im Gummibärchenladen in der Wolfratshauser Altstadt.

cce

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