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Grundlos zugeschlagen haben zwei Münchner in Wolfratshausen. Ein 19-Jähriger wurde schwer verletzt. Am Mittwoch wurde den Tätern der Prozess gemacht. 

Vorbestrafter muss ins Gefängnis

„Jetzt gibt‘s richtig Schläge“: Wolfratshauser krankenhausreif geprügelt

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Sie haben einen Wolfratshauser so verprügelt, dass er vermutlich nie mehr ganz gesund wird. Nun mussten sich zwei Münchner vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten. 

Wolfratshausen – Der 22. April vorigen Jahres war für einen 19-jährigen Wolfratshauser „ein schlimmer Tag“. Nach dem Besuch eines Eiscafés an der Schießstättstraße geriet der Kfz-Mechatroniker unvermittelt in eine Schlägerei und wurde schwer verletzt. Eine Platzwunde an der Schläfe musste mit sechs Stichen genäht, eine weitere Kopfwunde getackert werden. Das nach Faustschlägen zugeschwollene linke Auge reagiere seither sehr lichtempfindlich, seine volle Sehkraft werde er wahrscheinlich nicht wiedererlangen, berichtete das Opfer vor dem Amtsgericht.

Dort mussten sich am Mittwoch zwei vielfach vorbestrafte Münchner, ein 31-jähriger Maurer und ein 44 Jahre alter Maler, wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. „Er hat nichts gemacht, er war nur zur falschen Zeit am falschen Ort“, stellte Richter Helmut Berger später in seiner Urteilsbegründung fest. Aus „absolut nichtigem Anlass“ habe der 19-Jährige eine Verletzung davon getragen, die ihn sein Leben lang begleiten werde.

„Mir wurde schwarz vor Augen“

Als der Jugendliche an jenem Abend gegen 21.30 Uhr mit seinen Freunden das Eiscafé verließ, habe „ein Mann mit Kappe und roter Jacke“ auf der Straße sehr lautstark mit seiner Freundin gestritten. „Wir haben die Situation beobachtet, keiner hat etwas gesagt“, erzählte der Wolfratshauser. Aus einem Fenster über dem Café habe jemand runtergerufen, sie sollten ruhig sein. Daraufhin ließ der 31-Jährige von der Frau ab und wandte sich den Jugendlichen zu, unter denen er offenbar den Rufer vermutete. „Er kam über die Straße und rief: Jetzt gibt’s richtig Schläge“, erinnerte sich der Wolfratshauser. Kurz darauf ging er zu Boden.

Inzwischen war der zweite Münchner seinem Freund zu Hilfe geeilt, er schlug mit seinem Gürtel zu. „Ein harter Gegenstand traf mich an der Schläfe. Mir wurde schwarz vor Augen“, sagte der 19-Jährige vor Gericht. Ein Freund, der ebenfalls Schläge einsteckte, zog ihn von der Straße, wo sich von der Platzwunde am Kopf eine größere Blutlache gebildet hatte.

Der 31-Jährige räumte die Tat im Großen und Ganzen ein. „Ich war wegen des Streits mit meiner Lebensgefährtin schon auf 180 und sehr aggressiv“, erklärte der Angeklagte, der nach eigenen Angaben unter dem Einfluss eines Gemischs aus viel Alkohol, Heroin und dem Schmerzmittel Polamidon gestanden hatte. Eine Blutkontrolle bestätigte zur Tatzeit diverse berauschende Substanzen und rund 2,5 Promille Alkohol im Blut. Drogen sind sein Problem: Mit elf Jahren konsumierte er Haschisch, mit 13 Ecstasy und Speed, zwei Jahre später Heroin.

Kaum in Freiheit, ging es erneut in Haft

Seine kriminelle Laufbahn liest sich ebenso erschreckend. Mit 15 landete er zum ersten Mal im Gefängnis. Gleich für zwei Jahre – Zeit genug, um eine Maurerausbildung zu machen. Zum Arbeiten kam er nicht: Kaum in Freiheit, ging es erneut in Haft, dieses Mal für vier Jahre. Weitere Gefängnisaufenthalte folgten. Sein größter Wunsch für die Zukunft: „Eine eigene Wohnung wäre mal richtig schön.“ Während der nun verhandelten Tat stand der 31-Jährige unter zweifacher offener Bewährung (insgesamt drohen noch 29 Monate Gefängnis). Richter Helmut Berger verurteilte den Münchner zu weiteren 14 Monaten Haft.

Das Verfahren gegen den mitangeklagten, derzeit in Untersuchungshaft sitzenden 44-Jährigen war schon zu Verhandlungsbeginn eingestellt worden. Gegen den ebenfalls massiv drogenabhängigen Maler sind in München drei weitere Verfahren anhängig – unter anderem wegen drei Fällen von räuberischem Diebstahl. Ihm droht nach Einschätzung seines Verteidigers die Unterbringung in der Psychiatrie.

Als sie die Schlägerei in Wolfratshausen vom Zaun brachen, waren die Männer mit ihren Freundinnen übrigens auf dem Weg zur Polizei. Dorthin waren sie bestellt worden, weil sie Anzeige erstatten wollten. Dem 31-Jährigen waren an jenem Abend am S-Bahnhof von einer früheren Knastbekanntschaft das Handy und der Geldbeutel geklaut worden.

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