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Wie tickt die Jugend, wie funktioniert Kommunalpolitik? Beim ersten Jugendforum in der Flößerstadt begegneten sich Schüler, Bürgermeister, Rathausmitarbeiter und Stadträte auf Augenhöhe. 

Stadtrat will Vertrauen nicht verspielen

Jugendforum: Junge Wolfratshauser engagieren sich 

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Mehr als 140 Teilnehmer zählte das erste Jugendforum in Wolfratshausen. Initiatorin Kathrin Kugler stellte in der jüngsten Stadtratssitzung die Ergebnisse vor. „Ich ziehe meinen Hut vor den Jugendlichen“, sagte Josef Praller, Fraktionssprecher der Bürgervereinigung. Das Gremium tendiert zu einer Neuauflage 2018.

Wolfratshausen – Junge Menschen stärker in die Stadtpolitik einbeziehen und das gegenseitige Verständnis erhöhen: Das waren die Hauptgründe dafür, ein Jugendforum in der Loisachhalle zu organisieren. „#Ihr habt das WORt“ lautete das Motto – und der Satz war zugleich der sogenannte Hashtag. Dieses mit einem Doppelkreuz versehene Schlagwort dient in sozialen Netzwerken dazu, Nachrichten mit bestimmten Inhalten beziehungsweise Themen zu finden.

Viele Jugendliche fühlen sich nicht ernst genommen 

144 Schüler meldeten sich wie berichtet zum Aktionstag an, informierten sich über das Zusammenspiel von Rathauschef, Verwaltung sowie Stadtrat – und äußerten Wünsche. Damit allein war’s nicht getan: In Kleingruppen machten sich die Jugendlichen erste Gedanken, wie aus einem Wunsch Wirklichkeit werden könnte. Jugendreferentin Kathrin Kugler (Bürgervereinigung Wolfratshausen/BVW) sowie Cordula Schnellbach, Sozialpädagogin beim Wolfratshauser Kinder- und Jugendförderverein, zogen in der jüngsten Stadtratssitzung eine positive Bilanz der Premierenveranstaltung. Sie ließen die Bürgervertreter aber auch wissen: Das Gros der Jugendlichen fühlt sich nach eigenen Worten von der Politik nicht ernst genommen. Allerdings habe man am Aktionstag mit zahlreichen Vorurteilen aufräumen können und „das Vertrauen der Jugendlichen geweckt“, berichtete Kugler. Daher sei es wichtig, dass der Stadtrat das eine oder andere von den Schülern vorgeschlagene Thema auf seine Tagesordnung setze.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner lobte „das unheimliche Feedback“ während und nach dem Jugendforum. Nun sei es wichtig, den Schülern zu signalisieren: „Wir haben euch wahrgenommen.“ Präventiv warnte der Rathauschef davor, die Umsetzung von Ideen nicht zu einem „Politikum“ werden zu lassen. Heilinglechner plädierte dafür, überfraktionell zu entscheiden, welches Projekt auf die Agenda der Kommunalpolitik kommt.

Christbaum-Wunsch ist in Erfüllung gegangen

Josef Praller, Fraktionschef der BVW, lobte die „Nachhaltigkeit“ des Aktionstages. Angesichts deren Engagements „ziehe ich meinen Hut vor den Jugendlichen“. Für CSU-Fraktionschef Günther Eibl war es „entscheidend“, dass „die Stimme der Jugend gehört worden ist“. Annette Heinloth (Grüne) wies mit Nachdruck darauf hin, dass der Stadtrat zeitnah prüfen müsse, welche Wünsche der Jugendlichen umsetzbar sind: „Es muss schnell sichtbare Ergebnisse geben.“

Bürgermeister Heilinglechner reagierte auf Heinloths Worte mit einem Lächeln. „Zehn bis 15 Meter Ergebnis des Jugendforums werden schon bald sichtbar sein“, so der Rathauschef. Die Erklärung: Viele Schüler hatten sich die Rückkehr eines großen Christbaums auf den Marienplatz gewünscht. Vor wenigen Tagen hatten Bauhofmitarbeiter die Tanne im Schatten der Stadtpfarrkirche aufgerichtet.

Einig waren sich die Stadträte, eine Neuauflage des Jugendforums im kommenden Jahr ins Auge zu fassen. Stadtkämmerer Roland Zürnstein hat die Kosten dafür im Haushalt 2018 bereits berücksichtigt.

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