Feiern mit ihrem Musical am Sonntag Premiere: (v. li.) Valentin Pirker-Frühauf, Fanny Karos, Lisa Muchow und Janina Voss.
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Feiern mit ihrem Musical am Sonntag Premiere: (v. li.) Valentin Pirker-Frühauf, Fanny Karos, Lisa Muchow und Janina Voss.

Dem Vergessen zum Trotz

Junge Wolfratshauserin feiert Premiere ihres ersten Musicals

Die Wolfratshauserin Lisa Muchow hat ihr erstes eigenes Musical geschrieben. Premiere ist an diesem Sonntag.

  • Zwei Jahre können junge Menschen über das Projekts „International Munich Art Lab“ (IMAL) in verschiedene Berufsfelder der Kulturbranche schnuppern
  • Die Wolfratshauserin Lisa Muchow (21) ist Teil des IMAL
  • Im Rahmen des IMAL entstand das Musical „Oh wie schön ist Bar-,Celona‘“

Wolfratshausen – Was würden wir alle nur dafür geben, mal wieder an einem Abend ein Theater besuchen zu können, mal wieder ein Musical oder Konzert sehen zu dürfen? Viel, werden wohl die meisten sagen. So ging es auch der Wolfratshauserin Lisa Muchow. Im Rahmen eines zweijährigen Projekts für junge Künstler hat Muchow ihr erstes eigenes Musical geschrieben: „Oh wie schön ist Bar-„Celona“. Das Stück kommt nun an diesem Sonntag zum ersten Mal auf die Bühne – eine Premiere zwischen Lockdown und schwankenden Inzidenzwerten.

Seit fast zwei Jahren ist Lisa Muchow Teil des Projekts „International Munich Art Lab“, kurz IMAL. „Es ist ein Projekt für junge Menschen, die beruflich im künstlerischen Bereich Fuß fassen wollen“, sagt die 21-Jährige. Ziel sei es, in die verschiedenen Berufsfelder der Kulturbranche zu schnuppern und am Ende der zwei Jahre gemeinsam ein Musical entwickelt zu haben. „Das kann man dann im besten Fall als Sprungbrett für seine eigene Karriere nutzen.“ Noch ist das Projekt, an dem Muchow beteiligt ist, nicht zu Ende. Doch die junge Frau hat gemeinsam mit einigen Mitschülern ein Musical geschrieben – „quasi als Musical zwischendurch“.

Am Sonntag ist Premiere - ohne Präsenzpublikum

Eigentlich sollte das Stück bereits Ende vergangenen Jahres uraufgeführt werden. „Die ständig schwankenden Inzidenzwerte haben eine Aufführung bis dato aber leider unmöglich gemacht“, sagt die junge Frau. Zudem bestand die leise Hoffnung, doch noch vor Publikum auftreten zu dürfen. Dem war aber nicht so. Immerhin gibt es nun einen Termin: Am Sonntag hat das Stück Premiere.

„Natürlich nicht mit Präsenzpublikum“, so Muchow, dafür sind die Zahlen aktuell einfach zu hoch. Stattdessen kann sich jeder, der interessiert ist, über YouTube oder die Internetseite des IMAL dazuschalten. „Ab 18 Uhr geht es los.“ Das Livesteam-Musical ist kostenlos. „Finanziell unterstützt werden wir von unserem Förderverein IMAL-Freunde“, so Muchow, „dadurch haben wir auch überhaupt erst die Möglichkeit bekommen, einen so aufwendigen Stream durchzuführen.“

Für viele ist es ein Kampf ums Nicht-Vergessen-werden.

Lisa Muchow

Nicht alle Künstler haben dieses Glück. „Vielen bleibe die Chance „verwehrt, ihre Kunst in Zeiten des Lockdowns an den Mann zu bringen“, bedauert die Wolfratshauserin. „Für viele ist es ein Kampf ums Nicht-Vergessen-werden.“ Umso dankbarer ist sie, die Möglichkeit zu haben, ihr Musical aufzuführen – online hin oder her.

Ein Einakter mit Livemusik

Inhaltlich handele das Stück von sechs Freunden, die gemeinsam in der Bar-„Celona“ etwas trinken gehen. „Dabei entwickelt sich ein Gespräch darüber, warum man das Leben seiner Mitmenschen immer als so viel interessanter wahrnimmt als sein eigenes“, erklärt Muchow. Untermalt wird der Einakter von Livemusik – „wie in einer richtigen Bar eben.“ Mehr darf Muchow „aber noch nicht verraten“, das sehe man dann am Sonntag.

Neben der 21-Jährigen, die als Drehbuchautorin, Songwriterin und Schauspielerin am Stück mitwirkt, sind zehn weitere Personen beteiligt. „Unter anderem meine Mitschülerin Fanny Karos, die die Kompositionen der Lieder übernommen hat, sowie unser Leiter Dick Städtler in der Regie.“ Nicht zu vergessen die Schauspieler und Musiker sowie die helfenden Hände hinter der Bühne. „Mit vereinten Kräften haben wir ein Musical auf die Beine gestellt, das nicht zuletzt wegen den unglaublich tollen Menschen möglich war“, freut sich Lisa Muchow.

Man habe „einfach ein sehr großes Netz an Rückhalt erfahren“. Das habe alle Beteiligten immer wieder bestärkt und die Motivation am Laufen gehalten. Letztere war, „wie man sich vorstellen kann, nicht immer auf Höchstniveau“. Nun freue man sich aber erst einmal auf Sonntag. Muchow hofft, „es schalten viele Menschen ein und zollen unserer Arbeit ihre Aufmerksamkeit“ – dem Vergessen zum Trotz.

Anna Nagy

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