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Bürgermeister Klaus Heilinglechner weist die Vorwürfe der designierten Pächterinnen des seit Mai 2019 leer stehenden Rathauscafés in Wolfratshausen zurück.

Streit ums Rathauscafé in Wolfratshausen

„Kaltschnäuzig abgefertigt“: Bürgermeister weist Vorwürfe entschieden zurück

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Die designierten Pächterinnen des Rathauscafés fühlen sich vom Stadtrat „kaltschnäuzig abgefertigt“. Das will Bürgermeister Klaus Heilinglechner so nicht stehen lassen.

Wolfratshausen – Rita Schmid und Barbara Schramm-Kastl, die designierten Pächterinnen des Rathauscafés, fühlen sich vom Stadtrat „kaltschnäuzig abgefertigt“ (wir berichteten). Diesen Vorwurf weist Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) in einem Gespräch mit unserer Zeitung ganz entschieden zurück. Er habe Verständnis dafür, dass „Kaffee-Ratscherl“-Betreiberin Schmid und Konditorin Schramm-Kastl enttäuscht seien. Doch dem Ratsgremium via Presse massive Vorhaltungen zu machen, „dient der Sache mutmaßlich nicht“, so Heilinglechner.

Schmid (68) und Schramm-Kastl (53) wollen das seit Mai 2019 leer stehende Rathauscafé übernehmen. Sie pochen auf eine Produktionsstätte im Untergeschoss, der Stadtrat allerdings lehnte die 300 000 Euro teure Sanierung der Kellerräume ab. 700 000 Euro darf die Generalsanierung des übrigen Gebäudekomplexes laut Bürgermeister kosten, das sei die Obergrenze.

Bürgermeister: Vorvertrag bis dato nicht unterschrieben

Schmid und Schramm-Kastl beteuern, dass eine Produktionsstätte im Vorvertrag mit der Kommune vereinbart gewesen sei. „Eine Produktionsstätte steht nicht explizit drin“, stellt dagegen Heilinglechner fest. Die Rede sei von der „Herstellung“ von Torten, Kuchen und Pralinen gewesen, die Stadt wiederum habe eine „grundlegende Sanierung“ des Gebäudes zugesagt. „Den Vorvertrag haben die Damen übrigens bis jetzt nicht unterschrieben“, verrät der Bürgermeister.

„Der schlechte Zustand des Hauses war erst nach der vollständigen Demontage in vollem Umfang sichtbar“, hatte Heilinglechner in der jüngsten Stadtratssitzung erklärt. Pächter, die der Flößerstadt längst den Rücken gekehrt haben, hätten zudem immer wieder bauliche Veränderungen vorgenommen, Stromleitungen im Untergeschoss mehr oder minder willkürlich verlegen lassen. Kurzum: Der etwa 100 Quadratmeter große Kellerraum, den Schmid und Schramm-Kastl für die Produktion vorgesehen haben, müsse kernsaniert sowie technisch ertüchtigt – und darüber hinaus ein zweiter Rettungsweg angelegt werden. Unterm Strich sei das dem Stadtrat zu teuer.

Das heißt für die designierten Pächterinnen: Sie übernehmen die Sanierungskosten (das Ergebnis muss vom Gewerbeaufsichtsamt abgenommen werden) – oder nutzen das Untergeschoss der Immobilie als Lagerraum und stellen ihre Produkte an einem anderen Ort her.

Und wenn die Damen das Handtuch werfen?

Sollten Schmid und Schramm-Kastl ihre Bewerbung zurückziehen, werde das Rathauscafé neu ausgeschrieben, so der Tenor im Stadtrat. Exakt zu den Bedingungen, die das Gremium nun definiert hat, sprich ohne Produktionsstätte, ergänzt der Bürgermeister. Von Seiten der Stadt bestehe „große Bereitschaft“, den Pachtvertrag mit den beiden Damen zu schließen, so der Rathauschef. Doch der Ball liege bei dem Duo. Er, Heilinglechner, habe den Bauingenieur der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (StäWo), Robert Alischer, gebeten, die potenziellen Pächterinnen sowie ihre Berater zu einem gemeinsamen Gespräch einzuladen. Das habe Alischer getan, aber Schmid und Schramm-Kastl hätten auf das Angebot nicht reagiert.

Und wenn der vereinbarte Deal zwischen der Kommune und dem Damen-Duo jetzt platzt? „Dann fände ich das sehr bedauerlich“, antwortet der Bürgermeister. Allerdings hätten die designierten Pächterinnen ihre Verhandlungsposition durch die öffentlich geäußerten Vorwürfe eventuell geschwächt. „Ich bin nicht unbedingt nachtragend“, sagt Heilinglechner. Doch wie der Stadtrat die Äußerungen von Schmid und Schramm-Kastl aufnimmt, „weiß ich natürlich nicht“.  cce

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