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Kardinal Reinhard Marx weihte Kaplan Simon Tyrolt am 29. Juni 2013 in Freising zum Pfarrer. Nun wird der 33-jährige Tyrolt Marx’ Erzbischöflicher Sekretär.

Wolfratshauser Kaplan wird Erzbischöflicher Sekretär

Kaplan Tyrolt wird rechte Hand des Kardinals

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Wolfratshausen - Simon Tyrolt wird Wolfratshausen nach knapp drei Jahren verlassen. Den Kaplan erwarten höhere Weihen. Er arbeitet nun im engsten Umfeld von Kardinal Reinhard Marx – als dessen Erzbischöflicher Sekretär.

Dass Kapläne etwa alle drei Jahre eine neue Stelle zugewiesen bekommen, ist üblich. Dass sie, wie im Fall Tyrolt, als rechte Hand des Erzbischofs von München und Freising auserkoren werden, ist eher ungewöhnlich. „Das hat auch mich sehr überrascht“, sagt Tyrolt auf Anfrage unserer Zeitung. Es sei noch nicht lange her, da habe er im Erzbischöflichen Palais ein Gespräch mit Kardinal Reinhard Marx geführt. „Die Frage war, ob ich mir vorstellen könnte, diese Aufgabe zu übernehmen.“ Tyrolt dachte kurz nach – und sagte zu. „Ich bin sicher, dass das eine spannende Aufgabe ist und ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln werde.“

Tyrolt übernimmt den Posten von Kaplan Christoph Klingan, der ebenfalls zum 1. September seinen Dienst in der Pfarrei St. Michael in Poing antritt. Der dortige Pfarrer Michael Holzner muss wie berichtet die Pfarrei Ende Februar verlassen – unter anderem wegen Unregelmäßigkeiten bei den Finanzen und in der Buchhaltung.

Zum Dienst in der Kirche kam der 33-Jährige über Umwege. Tyrolt wurde in Prien am Chiemsee geboren. Nach Realschulabschluss und Ausbildung war er im Rathaus seiner Heimatgemeinde Grassau im Chiemgau unter anderem für Ausweise, Pässe, Sozialangelegenheiten und Fischerei zuständig. „Der Beruf hat mir sehr gut gefallen“, sagte Tyrolt gegenüber unserer Zeitung, als feststand, dass er nach Wolfratshausen kommen würde. „Aber irgendwann habe ich gespürt: Das kann nicht alles sein.“

Am Waldramer Spätberufenenseminar wollte er herausfinden, ob ein nachgeholtes Abitur samt anschließendem Studium das Richtige für ihn sein könnte. War es offenbar nicht – sein Weg führte ihn nach Rheinland-Pfalz, ans Priesterseminar St. Lambert in Lantershofen (Diözese Trier), wo er von 2007 bis 2011 Theologie studierte. Am 29. Juni 2013 wurde er in Freising von Kardinal Marx zum Priester geweiht. Seit September 2013 ist Tyrolt als Kaplan in der Stadtkirche Wolfratshausen tätig.

Als Erzbischöflicher Sekretär wird Simon Tyrolt Kardinal Reinhard Marx bei der Koordinierung seiner Termine unterstützen, dessen Büro leiten und ihm bei Liturgien assistieren – sowohl im Münchner Dom als auch auswärts. „Meine berufliche Erfahrung kommt mir bei einigen dieser Aufgaben sicherlich zugute“, sagt Tyrolt. Der 33-Jährige wird eine Dienstwohnung im Erzbischöflichen Palais beziehen. „Das ist so vorgesehen und sicher sinnvoll, weil wir sehr eng zusammenarbeiten und uns intensiv absprechen müssen.“ Wie genau sein künftiger Arbeitsalltag ausschaut, weiß er noch nicht. „Ich bin aber gespannt, was da so alles anfällt.“

Wolfratshausen wird Tyrolt in guter Erinnerung behalten. „Ich fühle mich hier sehr wohl, mag meine Arbeit und die Menschen.“ Einen Ruf wie diesen lässt man jedoch nicht einfach so verhallen. Mehr will er über seinen Abschied jetzt aber nicht mehr sagen. „Ich bin schließlich noch eine Weile hier.“

fla

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