1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen
  4. Wolfratshausen

Kaufhausruine in Wolfratshausen: „Es zeichnet sich konkret etwas ab“

Erstellt:

Von: Carl-Christian Eick

Kommentare

null
Kann der Abriss zeitnah fortgesetzt werden? Der Geschäftsführer der Untermarkt 7-11 GmbH ist zuversichtlich. Zur gütlichen Einigung mit den Nachbarn sollen zwei Parkplätze beitragen, die die GmbH bauen lassen will. © Hermsdorf-Hiss

Seit einem Jahr blicken die Wolfratshauser in der Altstadt auf die Ruine des ehemaligen Isar-Kaufhauses. Nun deutet vieles auf den Fortgang der Abrissarbeiten hin.

Wolfratshausen – Seit mittlerweile zwölf Monaten bietet sich den Besuchern der Altstadt ein schauriges Bild: Das einstmals imposante Gebäude, das das Isar-Kaufhaus beherbergte, ist eine schäbige Bauruine. Über die Gründe ist viel gesagt und noch viel mehr spekuliert worden. Doch nun deutet einiges darauf hin, dass der Abriss fortgesetzt werden kann. Damit wäre der Weg frei für den Neubau eines Geschäfts- und Wohnhauses, das die Projektgesellschaft Untermarkt 7-11 GmbH errichten will.

Bauherr plant zwei Pkw-Plätze für direkte Nachbarn

Wie berichtet hat der Bauausschuss des Stadtrats am Mittwoch einstimmig einer Tektur des geplanten Neubaus zugestimmt: Zwei weitere Parkplätze sollen hinter dem geplanten Geschäfts- und Wohnhaus angelegt werden. Diese Stellflächen, das geht aus den Sitzungsunterlagen hervor, sind allerdings nicht für das konzipierte Ladengeschäft – potenzieller Mieter ist nach Informationen unserer Zeitung die Drogeriemarktkette Müller – vorgesehen. Wie Bauamtschefin Susanne Leonhard auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt, „nehmen wir an, dass diese Parkplätze von den Nachbarn des Gebäudes genutzt werden, das heißt, der Grundstücksbesitzer des ehemaligen Isar-Kaufhauses diese Flächen zur Verfügung stellt“. Der gezeichnete Plan „sieht stark danach aus“, ergänzt die Oberverwaltungsrätin.

Einige Anwohner hatten wie berichtet gegen das Neubauvorhaben am Untermarkt wegen aus ihrer Sicht zu geringer Abstandsflächen geklagt. Die 11. Kammer des Bayerischen Verwaltungsgericht bestätigte nach einem Ortstermin den Eindruck der Anwohner – die Konsequenz hieß Baustopp. Ein direkter Nachbar lehnt es zudem bis auf den Tag ab, einen Statiker in sein an die Ruine grenzendes Haus zu lassen, dadurch kann der Abbruch der Isar-Kaufhaus-Reste nicht fortgesetzt werden.

Geschäftsführer der Projektgesellschaft ist zuversichtlich

Dass nun zwei Pkw-Stellflächen für direkte Nachbarn geschaffen werden sollen, deuteten einige Beobachter als klares Signal für eine Einigung zwischen den seit Monaten streitenden Parteien. Dr. Harald Mosler, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Untermarkt 7-11 GmbH, möchte einen endgültigen Durchbruch am Verhandlungstisch noch nicht bestätigen. Nur so viel: „Wir machen sehr gute Fortschritte in den Gesprächen.“ Diese würden sich zwar bereits lange hinziehen, „aber es zeichnet sich jetzt konkret etwas ab“.

Mosler, der wegen seiner „beruflichen Schweigepflicht“ keine Details zu den Verhandlungen und die sich möglicherweise abzeichnende Lösung der Probleme preisgeben darf, rechnet damit, „dass wir tatsächlich bald weitermachen können“. Für die Stadt sei das eine positive Nachricht: „Ich glaube, für alle Beteiligten und auch für Wolfratshausen wäre das eine gute Sache.“

Wolfratshauser Bürgermeister fürchtet „Tod der Innenstadt“

Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) hatte sich immer wieder als Mediator zwischen den Nachbarn, dem Bauherrn und den Behörden engagiert. „Wir müssen versuchen, eine Lösung zu finden, die allen Beteiligten gerecht wird“, so der Rathauschef im Herbst vergangenen Jahres gegenüber unserer Zeitung. In seinen Augen hat das geplante Geschäfts- und Wohnhaus eine Leuchtturmfunktion. Das heiße: „Es gibt viele Gewerbetreibende in der Altstadt, für die diese Baustelle geschäftsentscheidend ist.“ Sollte der Gordische Knoten nicht durchschlagen werden können, könnte das im schlimmsten Fall den „Tod der Innenstadt“ bedeuten.

Heilinglechner, der Stadtrat sowie die Händler und Dienstleister setzen darauf, dass der Neubau die Besucherfrequenz in der Innenstadt wieder erhöhen wird. Laut Projektgesellschaft will Müller am neuen Domizil ein deutlich größeres Sortiment anbieten, als am bestehenden Standort am Wolfratshauser Obermarkt.  dst/cce

Auch interessant

Kommentare