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Ein Durchgang wie zur Schlachtbank: Mit diesem Tunnel wollen die Schüler des P-Seminars Geografie verdeutlichen, unter welchen Umständen Tiere geschlachtet werden. 

Kein Fleisch um jeden Preis

Waldramer Schüler klären mit Homepage über Fleischkonsum auf

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Eine Gans für 5,99 Euro, zwei Schweinekoteletts für 85 Cent: Gerade in der Vorweihnachtszeit versuchen sich die Supermärkte und Discounter im Fleischpreis zu unterbieten, um möglichst viel Umsatz zu machen. Muss es wirklich billiges Fleisch um jeden Preis sein?

Waldram – Muss billiges Fleisch um jeden Preis wirklich sein? Dieser Frage gingen einige Schüler des Gymnasiums St. Matthias im P-Seminar Geografie nach. Ihre Rechercheergebnisse schockieren – und regen ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken an.

„Wir wollen die Leute nicht umerziehen“, erklärt Cynthia. „Sondern ihnen klarmachen, was es bedeutet, Fleisch zu essen.“ Massentierhaltung sei bislang meist das einzige, das viele in Zusammenhang mit dem Fleischkonsum kritisch sehen. „Aber dazu gehört noch mehr“, sagt Christoph. Deshalb haben sich die Schüler auch mit dem gesundheitlichen Aspekt sowie den Themen Bio und Umweltschutz beschäftigt.

5600 Liter Wasser für einen Burger-Patty

Wie hat sich Fleischessen im Laufe der Geschichte verändert? Wie beeinflussen Großkonzerne und Regierungen den Fleischkonsum? Welche Vorteile bietet eine rein pflanzliche Ernährung? Ist Bio wirklich immer die bessere Wahl? Welche Auswirkungen hat Fleischkonsum auf die Gesundheit? Und wer entscheidet, warum wir mit Katzen kuscheln, aber Schweine schlachten? Antworten und Denkanstöße auf diese und viele weitere Fragen haben die Seminarteilnehmer unter Leitung von Geografie-Lehrer Benjamin Ahr während des Jahres zusammengetragen. Veröffentlicht wurden sie nun auf der eigenes entwickelten Internetseite www.fleischumjedenpreis.de.

Viele der Informationen klingen unvorstellbar: „Um einen einzigen Burger-Patty herzustellen, braucht man 5600 Liter Wasser“, sagt Robin. Außerdem würden in Südamerika riesige Flächen Regenwald gerodet – um Nahrungsmittel für die Nutztiere anzubauen. Dazu komme noch der enorme Schadstoffausstoß, der durch die Fleischverarbeitung entsteht. „Abgesehen davon wird nie jeder Mensch Fleisch essen können – denn es gibt gar nicht so viel Platz auf der Welt.“ Tizian ergänzt: „Um dem Fleischkonsum eines Deutschen gerecht zu werden, braucht man im Jahr 1000 Quadratmeter Anbaufläche.“ Er macht eine kurze Pause. „Wer sich vegan ernährt, braucht nur 15.“

Schüler verändern ihr Essverhalten

Die Schüler selbst haben ihr Essverhalten im Laufe des Seminars verändert. „Ich habe gemerkt, dass es ohne auch geht“, sagt Sophia. Ihre Mitschüler nicken zustimmend. Ema merkt an: „Auch in meiner Familie hat sich etwas geändert.“ Wieder zustimmendes Nicken. Schinkenbrot oder Schnitzel vermisst hier niemand.

Dass die angehenden Abiturienten aber keine Moralapostel sein wollen, betonen sie immer wieder. „Mit unserem Projekt wollen wir die Leute zum Nachdenken anregen“, sagt Cynthia. Es müssten nicht alle sofort Vegetarier werden. „Aber jeder, der Fleisch isst, sollte sich informieren und wissen, wo es herkommt.“ Tizian fasst zusammen: „Lieber weniger, dafür aber bewusster.“ Der regionale Metzger sei immer besser als die Kühltheke im Discounter.

Stichwort Supermarkt: Dort wird keiner der Schüler die Kühltruhen öffnen, um den Festtagsbraten zu besorgen. Bei Christoph und seiner Familie steht an Weihnachten kein totes Tier auf dem Tisch, sondern eine italienische Farinata – eine Art Pfannkuchen. „Es gibt so viele gute Alternativen“, sagt er.

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