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Im ehemaligen Pfarrheim am Loisachbogen sowie in der Gemeinschaftsunterkunft an der Heimgartenstraße würde ein von der Stadt beauftragter Sicherheitsdienst kein Hausrecht bekommen.

Kein Sicherheitspersonal in Gemeinschaftsunterkünften

Security: Regierung bremst Stadt aus

Der gute Wille war da, doch die Stadt wird ausgebremst. Wie berichtet hatte der Stadtrat beschlossen, auf eigene Kosten einen Sicherheitsdienst in den beiden Asylbewerberunterkünften an der Heimgartenstraße und im alten Pfarrheim am Loisachbogen einzusetzen.

Wolfratshausen – Bei einem Gespräch mit Vertretern der Regierung von Oberbayern, die die Gemeinschaftsunterkünfte (GU) betreibt, musste Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) Ende vergangener Woche jedoch erfahren, dass eine von der Stadt beauftragte Security in den Einrichtungen kein Hausrecht bekommen würde. „Wir können vor den Gebäuden jemanden einsetzen, aber nicht drinnen, wo es sinnvoll wäre“, erklärt Heilinglechner. Er hoffe nun, dass die Regierung die Stadt Wolfratshausen für ihr Pilotprojekt auswähle und ihrerseits einen Sicherheitsdienst installiere.

Polizeipräsidium Rosenheim soll bisherige Einsätze analysieren

Bürgermeister Klaus Heilinglechner.

In den GU am Geretsrieder Gymnasium und den beiden in Wolfratshausen möchte die Regierung untersuchen, unter welchen Bedingungen sie künftig Sicherheitsdienste für Asylbewerberheime stellt. Die Devise lautete bisher, überhaupt keine Security zu beschäftigen. Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Rosenheim werden Heilinglechner zufolge in den kommenden Tagen analysieren, was bisher an der Heimgartenstraße und am Loisachbogen an Einsätzen angefallen ist. Wie der Asylkoordinator der Wolfratshauser Polizei, Markus Sager, in einer Infoveranstaltung zum Thema Security in der Hammerschmied-Schule kürzlich berichtet hatte, sind die Beamten bisher zwölf Mal an die Heimgartenstraße ausgerückt. In den meisten Fällen habe es sich um Konflikte der Bewohner untereinander gehandelt.

Bislang gibt es nur einen Branwächter

Gerade für diese Fälle wünschen sich die Stadt und die Koordinatoren des ehrenamtlichen Asylhelferkreises Sicherheitspersonal in den beiden Häusern. Bislang gibt es nur einen so genannten Brandwächter in der Unterkunft am Loisachbogen, die momentan mit 17 Flüchtlingen belegt ist. An der Heimgartenstraße mit 64 Bewohnern gibt es keinen solchen ausgebildeten Sicherheitsmann.

Lobenstein: Security im Haus „wäre wichtig, um einzuschreiten, bevor es zur Eskalation kommt“

Ines Lobenstein: Koordinatorin des Asylhelferkreises.

Ines Lobenstein und ihre Mitstreiterinnen vom Asylhelferkreis haben wie berichtet eine Unterschriftenaktion an die Regierung von Oberbayern gestartet. Sie fordern die Bereitstellung von mindestens zwei Sicherheitskräften in jeder Unterkunft. Das Zusammenleben der Menschen auf engstem Raum funktioniert nach Meinung von Lobenstein an der Heimgartenstraße deshalb relativ reibungslos, weil die ehrenamtlichen Betreuer oft vor Ort sind. Doch auch sie geraten an Grenzen. „Eine Security, die ständig im Haus ist, wäre wichtig, um einzuschreiten, bevor es zu Eskalationen kommt“, sagt Lobenstein. Auch wenn die Regierung sich mit der Prüfung der Situation und der Entscheidung für oder gegen einen Sicherheitsdienst Zeit lasse und auch wenn sie der Stadt untersage, auf eigene Faust Sicherheitskräfte zu engagieren, gelte es, sich nicht entmutigen zu lassen: „Das ist in der heutigen Zeit, wo Integration seitens der Politik offenbar nicht mehr so gewünscht wird, das Wichtigste.“

Von Tanja Lühr

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