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Die Coop-Wiese gilt als grüne Lunge Waldrams. Sie soll nach Willen der CSU auf keinen Fall bebaut werden. 

Bürgerrunde der CSU

Der Siedlungsdruck nimmt weiter zu 

Wolfratshausen - Am Dienstag, 18. Oktober, wird der Stadtrat über einen Antrag auf Schaffung bezahlbaren Wohnraums beraten. Die CSU hat dazu schon im Vorfeld Stellung bezogen. "Wir können den Siedlungsdruck aus München in Wolfratshausen nicht lösen", sagte Fraktionssprecher Günter Eibl in der Bürgerrunde. 

Nach Prognosen wird die Bevölkerung im Großraum München in den kommenden zwei Jahrzehnten um rund 250.000 Bewohner wachsen. Dies bedeutet laut Eibl, dass im Süden der Landeshauptstadtstadt mit einem Zuwachs von 50 000 bis 60 000 Einwohnern zu rechnen sei. „Wir können in Wolfratshausen aber höchsten sechs von 9,2 Quadratkilometern für den Wohnungsbau nutzen, da kommen nur wenige Flächen infrage.“ Dabei positionierte sich Eibl ausdrücklich gegen eine Bebauung der so genannten Coop-Wiese in Waldram: „Das würde einen Aufschrei der Anwohner geben. Diese grüne Lunge muss erhalten bleiben.“

Die Coop-Wiese in Waldram muss erhalten bleiben

Mehr Möglichkeiten sieht die CSU an der Sauerlacher Straße 15. Neben dem unter Denkmalschutz stehenden alten Krankenhaus könnte durchaus neuer Wohnraum entstehen. „Ein Investor wird hier aber viel Geld in die Hand nehmen müssen“, fürchtet Eibl. Der ehemalige Vorsitzende der Baugenossenschaft, Paul Brauner, sieht das genauso: „Öffentlich geförderter sozialer Wohnungsbau wird in dieser Top-Lage wahrscheinlich nicht sinnvoll sein.“ Als Alternativen kamen in der CSU-Bürgerrunde das Areal des ehemaligen Kindergartens an der Auenstraße sowie das gegenüber dem Kino an der Bahnhofstraße liegende Klein-Anwesen zur Sprache. Letzteres hat die Besitzerin je zur Hälfte der Stadt und der Kirche vermacht. Da die Villa im vorderen Teil des Grundstücks laut Testament nicht abgerissen werden darf, schlug Brauner vor, nur den rückwärtigen Teil mit einem dreigeschossigen Gebäude zu bebauen. Da sich die Verhandlungen mit der Kirche diesbezüglich in die Länge ziehen und zudem der Bebauungsplan geändert werden müsste, gestaltet sich dieses Vorhaben indes schwierig.

In Wolfratshausen explodieren die Preise derzeit

Insgesamt rechnet Eibl damit, dass durch die Maßnahmen bestenfalls Wohnraum für 320 Neubürger geschaffen werden könne. „Das ist wenig, zumal man dann dennoch die Infrastruktur mit zusätzlichen Schul- und Kindergartenplätzen erweitern müsste. Dies wiederum belaste die ohnehin schon knappen Rücklagen des Wolfratshauser Haushalts. So wird es wohl noch etwas dauern, bis die hohen Grundstückspreise in der Loisachstadt wieder sinken. „Während sich die Preise in München allmählich stabilisieren, explodieren sie in Wolfratshausen. Mittlerweile werden hier schon 1000 Euro pro Quadratmeter bezahlt“, wunderte sich Eibl. Peter Herrmann

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