14 Nationen, ein Orchester: Die Neue Philharmonie München gastiert in der Loisachhalle.
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14 Nationen, ein Orchester: Die Neue Philharmonie München gastiert in der Loisachhalle.

Die Jugend musiziert

Keine Experimente: Neue Philharmonie München und Sinfonietta Isartal kommen in die Loisachhalle

Viel versprechende Nachwuchsmusiker gastieren in Kürze in Wolfratshausen und zeigen ihr Können.

Wolfratshausen – Vor dem Konzert ist ja immer nach dem letzten, weshalb es sich veranstaltungstechnisch in der Region gerade etwas drängt. Das hat auch etwas mit einem gewissen Nachholbedürfnis zu tun. Wie auch immer: In Wolfratshausen steht im Herbst gleich zweimal Anspruchsvolles auf dem Programm.

Dass Musik was Globales hat, ist eine Binse. Dennoch: Mehr Internationalität geht nicht, wenn das Orchester Neue Philharmonie München, das auch unter dem zugegeben wenig sinnlichen Kürzel NPhM firmiert, am 24. September in Wolfratshausen gastiert. Hier sind Musikstudierende aus ganz Europa (und darüber hinaus) am Start und Werk, mittlerweile besteht dieses Nationalitäten übergreifende Projekt heuer im 16. Jahr. Von einer Institution zu sprechen, scheint da nicht übertrieben, zumal der Klassik-Nachwuchs unter anderem von Musikern des BR-Symphonieorchesters und Mitgliedern des Bayerischen Staatsorchesters betreut wird. 14 Nationen, ein Orchester – unter der Leitung des Dirigenten und gebürtigen Aserbaidschaners Fuad Ibrahimov widmen sich die semiprofessionellen Musiker (Hornsolist: Carsten Duffin) dem Geschichtsträchtigen wie Bewährten: Felix Mendelssohn Bartholdys Ouvertüre zum „Sommernachtstraum“ steht auf der Setlist. Außerdem stehen Wagners „Sigfried Idyll“, einst als Geburtstagsständchen für seine Frau Cosima ersonnen, das beliebte „1. Hornkonzert“ von Richard Strauss und Franz Schuberts „Unvollendete Symphonie“ in h-Moll (wohl sein bekanntestes symphonisches Werk) auf dem Programm. Für Kurzweil ist also gesorgt.

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Keine Experimente: Das scheint auch das Motto des Jugendorchesters Sinfonietta Isartal zu sein, das zuletzt mit Mozart und Haydn in Wolfratshausen erfolgreich konzertierte (wir berichteten). Unter der Leitung von Simon Edelmann (Solistin: Katja Deutsch) präsentieren die jungen Leute am 6. November in der Loisachhalle (Standard-)Werke aus zwei Epochen: Das ist einmal das Cellokonzert in a-Moll des Romantikers Robert Schumann, welches heutzutage wohl jeder Cellist gespielt hat, der einigermaßen ernsthaft an seinem Instrument arbeitet. Ferner gibt die 2. Symphonie von Klassik-Epigone Beethoven, ein heiteres, fast übermütiges Stück in D-Dur mit mitunter volksliedhaftem Charakter. Derlei scheint Edelmann und seinen Musikern/Musikerinnen besonders zu gefallen: Schon ihre Mozart-Interpretation Anfang August ließ die Freude am betont Verspielten erkennen. Insofern ist das also auch ein konsequenter Programmpunkt. Oder anders formuliert: Nach Mozart ist immer vor einem Beethoven. Oder gerne auch mal andersrum.

Volker Camehn

Info

Neue Philharmonie München, 24. September, 20 Uhr, Loisachhalle.

Sinfonietta Isartal, 6. November, 20 Uhr, Loisachhalle. Karten gibt es unter www.muenchen-ticket.de, telefonisch unter 089/54 81 81 81 sowie an der Abendkasse.

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