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Äußerste Konzentration: Die jungen Geigerinnen des Streichorchesters waren voll bei der Sache, als sie etwa ein kunstvolles Stück des deutschen Barockkomponisten Georg Philipp Telemann interpretierten.

Vom Bärentanz zum Alpenjodler

Kinderchor: Der Musiknachwuchs beweist sein Können

Wolfratshausen – Beim Chor- und Orchesterkonzert der Musikschule gibt der Nachwuchs wieder eine Kostprobe seines Könnens.

Chorleiter Yoshihisa Kinoshita und sein Kinderchor stecken derzeit in den Probenvorbereitungen für eine Chorkonzertreise nach Belgien. „Wir haben die Stücke noch in der Mache, aber wir singen sie heute trotzdem für Euch“, begrüßte er die Besucher in der Kirche St. Josef der Arbeiter in Waldram am Donnerstagabend.

Es gab allerdings eine kurzfristige Programmänderung. Anders als angekündigt begann das Jugendorchester von Josef Vorbuchner, nicht der Chor. Beide Ensembles der Wolfratshauser Musikschule zauberten wieder einmal einen vergnüglichen Konzertabend aus Klassik und fröhlichen Liedern mit choreografischem Witz ins Kirchenhaus.

Vorbuchner hatte für sein Streichorchester besondere Stücke ausgewählt. Mit einer heiteren Sonate von J.C. Pepusch und der „Kleinen Suite“ von Harro Stegen ging es mit Leichtigkeit hinein in den großen Auftritt der kleinen Musiker. Besonderer Respekt gilt den jüngsten Geigerinnen im Grundschulalter, die hochkonzentriert den Bogen über die Saiten zogen. Das Quintett mit Solistin Theresa Gerardy (Viola), Vera Hansmair, Johanne Herrmann, Laura Zeppenfeld (Violinen) und Sarah Abdul-Rhaman (Cello) wagten sich gefühlvoll an ein Stück von G. P. Telemann und das „Konzert im ungarischen Stil“ von Oskar Rieding heran.

Das Highlight sollte aber erst zuletzt kommen. „Scenes Roumaines“ von Claude Henry Joubert beschreibt in vier musikalischen Bildern den Sonnenaufgang (fragil, langsam, leise), den Bärentanz (wild, dunkel und rhythmisch), den Kirchengang (sakral, emotional) und schließlich ein musikalisches Fest in Budapest (schwungvoll, lebensfroh).

Yoshi, wie sie ihn alle nennen, hat bekanntlich immer besondere Ideen in petto, weiß seinen Chor zu inszenieren. Plötzlich hörte man von der Empore herab ein munteres „Holeidrio“. Mit alpenländischem Jodeln eröffnete der Chor sein Konzert, und mit einem traditionellen Lied der Natives aus Amerika sollte es später enden. Dazwischen gab es ein Potpourri aus ruhigen klassischen Stücken, aus ernster, sakraler Musik mit hohem Anspruch und Liedern, die Rhythmuselemente benötigten, die die Chormitglieder durch Bauch- und Backenklatschen, Fußstampfen, Summen und Zischeln sozusagen selbst produzierten.

Bei allen Gags darf man die hervorragende Gesangsleistung des Wolfratshauser Kinderchors nicht außer Acht lassen. Besonders schön war diese facettenreiche Mehrstimmigkeit, die kaskadenartigen Einsätze wechselnder Stimmgruppen und die solistische Leistung. Der Chor bot ein kunstvolles Programm mit dem berühmten und berührenden „Adiemus“ (Karl Jenkins) bis hin zum modernen „Privileg“ von Samuel Harfst.

von Andrea Weber

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