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In der Pfarrkirche St. Andreas findet der Gründungsgottesdienst statt.

Brot für die Stadtkirche

Kirche: St. Andreas und St. Josef schließen sich zusammen

Wolfratshausen - Seit mehr als zwei Jahren arbeiten die Pfarreien St. Andreas und St. Josef der Arbeiter Waldram zusammen. Jetzt werden die Pfarrgemeinden zur katholischen Stadtkirche Wolfratshausen vereint.

Ein großer Laib Brot symbolisiert das Zusammenwachsen der beiden Pfarreien und ihrer Filialkirchen: Im Teig steckt Getreide aus Gelting, Wasser aus dem Wolfratshauser Bergwald und Salz aus Nantwein – gebacken wird es im Brotbackofen der Kolpingfamilie in Waldram, der mit Holz aus Dorfen befeuert wird. „Alle Kirchen steuern etwas bei“, freut sich Dekan Gerhard Beham. Seit September 2013 ist er mit der Errichtung der Stadtkirche Wolfratshausen betraut. Jetzt gehört auch offiziell zusammen, was von vielen schon als Einheit wahrgenommen wird.

Die Pfarreien St. Andreas mit den Filialkirchen in Nantwein, Gelting und Dorfen sowie St. Josef der Arbeiter in Waldram bilden seit Anfang des Jahres einen Pfarrverband. Am kommenden Sonntag, 31. Januar, kommt aus diesem Anlass Weihbischof Wolfgang Bischof nach Wolfratshausen. „Die ganze Bevölkerung und alle Vereine sind herzlich eingeladen“, betont Pfarrer Beham. Am Vorabend wird in Waldram das symbolträchtige Brot gebacken. Zur Einstimmung auf den Festtag findet am Samstag außerdem ein Taizé-Gebet in St. Andreas statt, das Schüler vom Seminar St. Matthias in Waldram gestalten.

Für die Gläubigen wird sich nicht viel ändern

Gerhard Beham, Dekan und Stadtpfarrer in Wolfratshausen

Für die Gläubigen wird sich durch die neue Verbundenheit allerdings nicht viel ändern. „Die Seelsorge ist schon zusammengeführt, seitdem ich da bin“, erklärt der Dekan. Auch die Gottesdienstordnung wurde schon 2013 angepasst. Erstkommunion- und Firmvorbereitung erfolgten ebenfalls bereits kirchenübergreifend. Die beiden Pfarrgemeinderäte bleiben bestehen; als übergeordnetes Gremium kommt der Pfarrverbandsrat hinzu.
 
„Lediglich verwaltungstechnisch gibt es einige Vereinfachungen“, erläutert Beham. So könnten etwa Sekretariats- und Buchhaltungsaufgaben der Pfarrgemeinden zusammengefasst werden. Der geplante Haushaltsverbund soll im nächsten halben Jahr auch die laufenden Finanzen der beiden Pfarreien vereinen. „Die einzelnen Kirchenstiftungen sind aber weiterhin selbstständig“, so Beham.

Seit 1970 schließen sich immer mehr Pfarreien zusammen

Seit 1970 schließen sich immer mehr Pfarreien zu Pfarrverbänden zusammen, darunter jüngst auch in Geretsried. In Behams Augen profitieren die Katholiken in den Gemeinden vor allem von dem gesammelten Kultur- und Bildungsangebot und dem geplanten gemeinsamen Pastoralkonzept. „Selbstverständlich bleiben das gottesdienstliche Leben und auch beide Pfarrbüros erhalten“, unterstreicht der Seelsorger. Wichtig findet er, dass trotz Pfarrverband „die Präsenz vor Ort nicht verloren geht“.

Der Pfarrgemeinderäte berieten im Oktober auf einer Klausurtagung über die Gründung der Stadtkirche. Dort sind unter anderem Ansätze entwickelt worden, wie bestimmte Zielgruppen besser erreicht werden können, berichtet Cornelia Schrills, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats St. Andreas. „Auch hier konnten wir wieder erkennen, wie gut sich die Mitglieder der Pfarreien ergänzen und von einander profitieren“, sagt sie. „Wir wachsen zusammen und bleiben doch auch in gewisser Weise eigenständig.“

Der Gründungs-Gottesdienst

Die Messe mit Weihbischof Wolfgang Bischof findet am Sonntag, 31. Januar, ab 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Andreas statt. Ein gemeinsamer Chor und die Sänger aus Waldram sorgen für die musikalische Begleitung. Anschließend gibt es einen Stehempfang.

cw

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