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Klimaprotest in Wolfratshausen: „Wir brauchen Visionen“ fordern 130 Aktivisten

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Von: Dominik Stallein

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Auf der Straße für das Klima: 130 Menschen schlossen sich dem Klimastreik in der Loisachstadt an. Die Redner forderten konsequente Lösungen für den Klimaschutz - und gegen die Abhängigkeit von Russland.
Auf der Straße für das Klima: 130 Menschen schlossen sich dem Klimastreik in der Loisachstadt an. Die Redner forderten konsequente Lösungen für den Klimaschutz - und gegen die Abhängigkeit von Russland. © Sabine Hermsdorf-Hiss

130 Teilnehmer bei der Klimademo in der Wolfratshauser Altstadt erheben Forderungen. Zum Beispiel das Ende der Putin-Abhängigkeit.

Wolfratshausen – Mit Transparenten und klaren Botschaften setzte Wolfratshausen am Freitagnachmittag ein Zeichen. 130 Teilnehmer, darunter 40 Kinder, schlossen sich nach Angaben der Polizei am Tag des globalen Klimastreiks dem Protestzug durch die Wolfratshauser Altstadt an. Worum es dem Tross ging, war offensichtlich: „Aufwachen! Klima-Notstand!“, stand auf einem Plakat.

Klimaprotest in Wolfratshausen: „Wir brauchen Visionen“ fordern 130 Aktivisten

Aufgerufen hatte zu dem Protest das Klimabündnis Wor for Future (kurz: WOR4F). Die Initiative besteht aus Klimaschützern aller Generationen – nämlich Fridays, Parents und Grandparents for Future. Das zeigte sich beim Blick in die Marktstraße. „Ich bin für meine Enkel hier“, stand auf dem Schild, dass eine ältere Dame um den Hals trug. Einige Meter hinter ihr, ganz am Ende des Zugs reckten zwei Mädchen ein großes Plakat gegen Kohle-Energie in die Luft. „Mir sind Umwelt, Tiere und Natur wichtig“, erklärt Rosa. Die Elfjährige wollte – zusammen mit ihrer besten Freundin Lea – „einen Beitrag leisten, dass die Umwelt besser geschützt wird“ und schloss sich deshalb dem globalen Klimastreik an.

Ukraine-Krieg und Handelsbeziehung mit Russland: „Wir alle sind abhängig“

Die Initiatoren der Klimademo richteten den Blick auf die weltpolitische Lage, speziell den Ukraine-Krieg . „Wir alle sind abhängig von fossilen Energien und finanzieren so Kriege“, sagte Jan Reiners. 90 Prozent des in Bayern genutzten Gases stamme aus Russland. Die Klimaaktivisten fordern eine Abkehr von diesen Energiequellen und einen konsequenten und flotten Ausbau erneuerbarer Energien. „Wir müssen den Wandel vorantreiben und ihn auf der Straße einfordern“, mahnte Reiners.

Klimaschutz in Wolfratshausen geht Protestlern nicht weit genug: Sie fordern ÖPNV, ökologisches Bauen und Energiewende

WOR4F nahm am Freitag nicht nur die Welt- und Bundespolitik in den Fokus: Nach Meinung der Protestler kann auch die Stadt viel mehr tun. „So übermächtig die Geopolitik scheint, so groß ist auch die Macht der Kommunen“, betonten die Aktivisten schon im Vorfeld der Versammlung. „Wir brauchen Visionen, und es gibt sie“, betonte David von Westphalen am Freitag. Er nannte Beispiele: „Städte, in denen weniger Auto gefahren wird, weil es weniger Gründe gibt zu fahren“ oder „ökologisches Bauen, klug gemachter ÖPNV, Kinder, die die Straßen zurückerobern, schöne Fassaden als Heimaten für Fledermäuse.“

Klimanotstand: Future-Gruppe hat weitere Wünsche - Solaroffensive und Klimabeirat beantragt

In Wolfratshausen wurde bereits vor über zwei Jahren der Klimanotstand ausgerufen und das Thema damit zur höchsten Priorität erklärt. Den Future-Aktivisten gehen die Bemühungen seit diesem Beschluss aber nicht weit genug. Wie berichtet hat das Bündnis deshalb Anträge auf einen Klimabeirat und eine Solaroffensive an alle Stadtratsfraktionen geschickt. „Wir hoffen, dass sie offen für unsere Lösungen sind oder wir werden einen Bürgerentscheid suchen“, kündigte Reiners an. 130 potenzielle Unterstützer dafür zogen bereits am Freitag durch die Altstadt.

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