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Vor allem Schüler nutzen die Buslinie 379 zwischen Wolfratshausen und Bad Tölz.

Grüne Jugend

Der Klimaschutz braucht die Verkehrswende

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Am Montag entscheidet der Ausschuss für Umwelt und Infrastruktur des Kreistags über den Antrag der Grünen Jugend. Sie möchte den Takt der Buslinie 379 zwischen den drei Städten Bad Tölz, Geretsried und Wolfratshausen verdichten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Warum der Nahverkehrsplan im Landkreis verbessert werden muss, erläuterte der politische Nachwuchs der Grünen im Rahmen eines Vortrags- und Diskussionsabends im Wirtshaus Flößerei in Wolfratshausen.

Markus Ganserer, Landtagsabgeordneter und Mobilitätssprecher der Grünen, war mit der S-Bahn in die Loisachstadt gekommen. Ein Auto besitzt er seit zehn Jahren nicht mehr. „In der Großstadt funktioniert das ganz gut, aber auf dem Land wird’s schwierig“, räumte der 40-Jährige ein. Zum Beweis präsentierte er Fahrpläne aus bayerischen Regionen, in denen am Tag gerade mal ein Bus zwischen den Dörfern verkehrt.

Dass auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) zu wünschen übrig lässt, unterstrich Jakob Koch. Der Sohn des Dritten Landrats Klaus Koch und Sprecher der Grünen Jugend hat gemeinsam mit dem Geretsrieder Jugendrat einen Antrag zur Taktverdichtung der Buslinie 379 verfasst. „Der Fahrplan hat große Lücken, wir brauchen einen verlässlichen Takt“, forderte Koch. Denn die Zahl der Schüler und Pendler werde in den kommenden Jahren eher steigen.

Dritter Landrat Klaus Koch verwies darauf, dass bis zum Jahr 2035 ein Zuwachs von 12 000 Einwohnern im Landkreis zu erwarten sei. „Wenn jeder von denen ein fünf Meter langes Auto besitzt, ergäbe dies eine 60 Kilometer lange Schlange“, rechnete er vor. Die Klimaschutzziele des Landkreises seien deshalb nur mit einer massiven Verkehrswende zu erreichen. Die Fortschreibung des bereits 1996 in Auftrag gegebenen Nahverkehrsplans des Landkreises und ein Gesamtkonzept zum Ausbau des ÖPNV sei daher unerlässlich. „Tölz ist der Standort vieler weiterführender Schulen“, ergänzte Jakob Koch. Die Hälfte der Schüler komme jedoch aus dem Nordlandkreis und habe zum Teil keinen Führerschein. Auch zur Belebung des Tourismus sei eine Förderung des Nahverkehrs wünschenswert. Tatenlos auf die frühestens 2028 stattfindende Verlängerung der S-Bahn nach Geretsried zu warten, wäre nach Ansicht der rund 25 Besucher des Diskussionsabends fahrlässig. Zudem ist die S-Bahn nach den Erfahrungen des Geretsrieder Stadtrats Prof. Dr. Detlev Ringer so verspätungsanfällig, dass viele Pendler lieber das Auto benutzen. „Eine Trennung der beiden S7-Äste zum Ostbahnhof und nach Höhenkirchen würde helfen“, sagte Ringer.

Realistischer scheint aber zunächst die Hoffnung auf eine Taktverdichtung der Buslinie 379, auch wenn einige Busfahrer am Wolfratshauser Bahnhof schon abwinken. „Unsere Personaldecke ist ohnehin schon begrenzt, außerdem bekommen wir zu wenig Lohn“, sagte ein Fahrer auf Nachfrage unserer Zeitung.

ph

Lesen Sie auch: Grüne Jugend wünscht sich mehr Busse

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