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Klimaschutz: Bürgermeister reagiert auf heftige Grünen-Kritik - und ist offen für Idee

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Von: Dominik Stallein

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Demonstranten
Klima-Protest: Vor den Stadtratssitzungen in Wolfratshausen mahnen die Aktivisten von „WOR for Future“ den Stadtrat, mehr für den Klimaschutz zu tun. 2019 hat Wolfratshausen den Klimanotstand ausgerufen. © Hans Lippert

Die Grünen fordern mehr Umweltschutz und kritisieren die Wolfratshauser Verwaltung. Bürgermeister Klaus Heilinglechner nimmt Stellung - und ist offen für eine neue Idee

Wolfratshausen – Die Grünen wollen in puncto Klimaschutz aufs Gaspedal drücken. In einer Online-Veranstaltung präsentierten Mitglieder des Wolfratshauser „Fridays for Future“-Ablegers wie berichtet die Idee, einen Klimabeirat einzurichten. Vor allem aber übte Grünen-Stadtrat Rudi Seibt deutliche Kritik an Gremiumskollegen und der Verwaltung. Jetzt äußert sich Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) zu den Vorwürfen – und nimmt Stellung zur Idee eines Beirats.

Klimaschutz in Wolfratshausen: Bürgermeister reagiert auf Grünen-Kritik - und ist offen für Idee

„Der Klimaschutz ist ein extrem wichtiges Thema“, betont Heilinglechner gleich zu Beginn des Gesprächs mit unserer Zeitung. In der Verwaltung sei das allgegenwärtig: Das Rathaus beschäftige eine Mobilitätsbeauftragte sowie eine Umwelt- und Klimaschutzmanagerin. „Beide kümmern sich täglich um diese Thematik“, so Heilinglechner. Die Pauschalkritik von Stadtrat Seibt, der in der Online-Veranstaltung wie berichtet erklärte hatte, dass er „nicht die Verwaltung, die wir uns wünschen“, in Wolfratshausen vorfinde, lässt der Bürgermeister nicht unwidersprochen: „Ich bin nicht der Meinung, dass die Verwaltung auf die Bremse tritt, und kann diese Kritik überhaupt nicht verstehen.“ Ganz im Gegenteil: „Die Verwaltung setzt die Beschlüsse des Stadtrats immer schnellstmöglich um.“ Mit einer Einschränkung: Bei dem vor rund zwei Jahren vom Stadtrat ausgerufenen Klimanotstand sei festgelegt worden, dass bei städtischen Projekten dem Stadtrat die Auswirkungen auf den CO2-Fußabdruck der Kommune mitgeteilt werden müssen. „Wenn wir einen zusätzlichen Mitarbeiter bekommen, der sich darum kümmert, kann man das auch noch umsetzen“, sagt der Rathauschef. Derzeit sei dies aufgrund der hohen Arbeitsbelastung der Verwaltung schlicht nicht möglich. „Am Ende ist entscheidend, dass wir unsere Vorhaben so gut es geht, klimafreundlich gestalten“, meint der Bürgermeister.

Klaus Heilinglechner Der Bürgermeister verteidigt die Mitarbeiter der Stadtverwaltung gegen Pauschalkritik von Grünen-Stadtrat Rudi Seibt.
Klaus Heilinglechner: Der Bürgermeister verteidigt die Mitarbeiter der Stadtverwaltung gegen Pauschalkritik von Grünen-Stadtrat Rudi Seibt. © Stephanie Kern

Klima- und Umweltschutz: Heilinglechner sieht Wolfratshausen gut aufgestellt

Dem Vorwurf, dass überhaupt nichts vorangehe in Sachen Klimaschutz, tritt Heilinglechner entschieden entgegen. „Es gibt in Wolfratshausen Fördertöpfe zum Beispiel für Unternehmen, die für ihren Fuhrpark E-Lastenräder anschaffen“, nennt er ein Beispiel. „Andere Kommunen, die das auch anbieten, muss man suchen.“ Auch das Solarkataster, das auf der Homepage der Stadt potenzielle Flächen für Photovoltaikanlagen aufzeigt, „haben wir seit Jahren“. Seibt vermisst zwar nach eigenen Worten Werbung für dieses Angebot, „aber ich kann nicht 12 000 Haushalte anrufen, und ihnen erzählen, dass wir das jetzt auch haben“, gibt Heilinglechner zu bedenken. Die „nur bedingt gewählte Ausdrucksweise“ von Seibt, der auch in öffentlichen Ausschuss- und Stadtratssitzungen selten mit scharfzüngiger Kritik spart, möchte Heilinglechner nicht kommentieren.

Bund Naturschutz und Fridays for Future haben neue Idee: Bürgermeister offen für Klima-Maßnahme

Die Idee der Bund Naturschutz-Chefin und „Wor for Future“-Aktivistin Sigrid Bender, einen Klimabeirat in Wolfratshausen zu schaffen, müsse man vom Stadtrat prüfen lassen, sagt Heilinglechner. „Wenn das Gremium so etwas möchte, bin ich der letzte, der etwas dagegen hat“, so der Rathauschef. „Dann muss man das aber auch ernst nehmen. Es hilft nichts, bloß einen Beirat nach dem anderen zu gründen.“ Kürzlich trat die Seniorenvertretung der Stadt ihren Dienst an. Es gibt außerdem bereits eine interfraktionell besetzte Arbeitsgruppe Klimanotstand, eine Fahrradverkehrs-Gruppe, eine Fairtrade-Gruppe, eine Lenkungsgruppe für die Altstadt-Aufwertung „und einige Arbeitsgruppen, die rein stadtratsintern sind“, so Heilinglechner.

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