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„Klimawandel ist auch in Wolfratshausen“: Aktivisten fordern Maßnahmen

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Klimademo in Wolfratshausen
Viel Zulauf für den Klimaschutz: 130 Aktivisten protestierten am Freitag auf einer „Wor for Future“-Demo. Am globalen Klimastreiktag nahmen in ganz Deutschland laut „Fridays for Future“ über 280 000 Menschen teil. © Sabine Hermsdorf-Hiss

130 Aktivisten waren bei der Freitagsdemo in Wolfratshausen dabei. Sie stellten der Politik ein schlechtes Zeugnis aus - und warten auf ein Gespräch.

Wolfratshausen – Die Plakate sind deutlich: „Es reicht noch nicht“, stand auf einem. „Klimawandel ist auch in Wolfratshausen“, auf einem anderen. Rund 130 Klimaschützer nahmen am Freitagnachmittag an einer Demonstration von „Wor for Future“ teil. Einer davon war der zwölfjährige Mattis. „Es macht mich wütend, dass die Erwachsenen unserer Generation eine zerstörte Erde hinterlassen“, sagte er. Dann sprach der Siebtklässler über Auswirkungen des Klimawandels, die heute schon zu spüren seien – und mehr würden: Hagelunwetter über Wolfratshausen, Waldbrände in Frankreich, heiße und trockene Sommer, Flutkatastrophen wie im Ahrtal. „Vielleicht können wir es noch verändern – wenn wir jetzt handeln“, sagte der Zwölfjährige unter Applaus ins Mikrofon.

„Klimawandel ist auch in Wolfratshausen“: Demo am Freitag hat viel Zulauf

Die Klimainitiative versucht seit einigen Monaten den Druck auf die Politik in der Stadt und im Landkreis zu erhöhen. Dabei scheuen die Aktivisten keine klaren Worte. In einem offenen Brief griff das Bündnis zuletzt den Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber (CSU), Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) und Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) frontal an: Ihnen fehle es an „Visionen und Handlung“.

„Alle Klimaziele verfehlt“: Politik in Wolfratshausen erntet Buh-Rufe

In der Loisachstadt seien „alle Klimaziele verfehlt“ worden, wie Maren Reiners am Freitag sagte. Quittiert wurde das mit Buh-Rufen aus der Menge am Marienplatz. Die Stadtpolitik kam nicht sehr gut weg in Reiners Redebeitrag. „Wird in Wolfratshausen etwas getan?“, fragte sie in die Runde – und lieferte die Antwort gleich mit: „Nein.“ Reiners betonte, dass die Flößerstadt beim Anteil der erneuerbaren Energien auf dem letzten Platz im Landkreis liege.

Wor for future trifft sich mit dem Bürgermeister und will Maßnahmen vorantreiben

Seit etwa einem Jahr pochen die Aktivisten deshalb vor jeder Stadtratssitzung darauf, dass sich etwas ändert: Vor der Loisachhalle postieren sich jeden Monat zwischen zehn und 20 Klimaschützer mit Plakaten. Einer, der dort regelmäßig demonstriert, ist David von Westphalen. Er sagte am Freitag: „Es wurde all die Zeit an uns vorbeigelaufen.“ Bis zum jüngsten Sitzungstermin des Rats in dieser Woche – da habe sich ein kurzes Gespräch mit dem Bürgermeister ergeben. „Wir haben ihn darauf festgenagelt, dass wir zu einem längeren Gespräch eingeladen werden“, so Westphalen. Er führte das Angebot Heilinglechners auf die Beharrlichkeit der Aktivisten zurück. „Wir waren am Anfang nur ein paar Leute“ – und blickte in 130 Gesichter. Das Ziel sei, konstruktive Vorschläge einzubringen und Maßnahmen voranzutreiben. Man wolle den Politikern erklären, warum es auch in Wolfratshausen so wichtig sei, den Klimawandel zu bekämpfen. Einen Anfang machten die 130 Demonstranten am Freitag.

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