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Hinter einem 21-jährigen Wolfratshauser könnten sich bald die Gefängnistüren schließen.

Kokainhandel und Körperverletzung

Wolfratshauser (21) drohen 27 Monate Gefängnis

Wolfratshausen - Seit vier Jahren ist ein Wolfratshauser (21) Dauergast beim Jugendrichter. Nun droht ihm ein dauerhafter Aufenthalt im Jugendgefängnis.

Wegen Handeltreibens, Erwerbs und Besitzes von Kokain hat das Jugendschöffengericht einen 21-jährigen Wolfratshauser zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die jüngste Anklage ist das vorläufige Ende einer kurzen, aber knackigen kriminellen Karriere, die dem jungen Mann bereits fünf Einträge im Strafregister bescherte.

Es begann mit gefährlicher Körperverletzung, für die der junge Mann im Sommer 2012 gleich bei seinem ersten Auftritt vor Gericht eine Woche Jugendarrest bekam. Ein Jahr später verbrachte er zwei Wochen in der Zelle – wegen Körperverletzung und Fahrens ohne Führerschein. Als er seine Freundin verdrosch, weil diese sich von ihm trennen wollte, verhängte das Gericht Ende Januar 2014 eine Jugendstrafe von zehn Monaten. Die ausgesprochene Bewährung verspielte der Wolfratshauser nur drei Tage später: Vor einer Disco schlug er einem anderen Gast einen Schneidezahn aus. Die Strafe wurde auf ein Jahr aufgestockt, die Bewährung aufgehoben.

Zu jener Zeit war der Angeklagte bereits tief in die Drogengeschäfte verwickelt, die ihn nun erneut vor das Jugendschöffengericht brachten. Im Dezember 2013 und Januar 2014 kaufte er von einem Münchner Dealer insgesamt 50 Gramm Kokain. 13 Gramm verkaufte er weiter, 37 Gramm konsumierte er selbst. Das gab der Beschuldigte in der Verhandlung zu, ebenso den Besitz eines verbotenen Butterfly-Messers.

Telefonüberwachung bringt Ermittler auf die Spur

Durch eine Telefonüberwachung waren Ermittler der Kripo Weilheim auf den Wolfratshauser aufmerksam geworden. Als dieser, um Drogenschulden zu begleichen, offenbar einen Raubüberfall plante, griff die Polizei zu. Bei seiner Festnahme legte er ein umfangreiches Geständnis ab und lieferte die Namen etlicher Abnehmer, wie ein Kripobeamter vor Gericht bestätigte. In einem Fall machte der Beschuldigte später einen Rückzieher und behauptete, „alles erfunden“ zu haben – aus Angst vor seinem Dealer, wie er dem Gericht erklärte.

Schlechtes Zeugnis vom Bewährungshelfer

Der Bewährungshelfer stellte dem Angeklagten ein schlechtes Zeugnis aus. Anfangs habe er sich „vordergründig geläutert gezeigt. Aber bald waren seine Versprechungen nur noch Lippenbekenntnisse“. Alle Angebote vom Anti-Aggressionstraining bis zu Drogentests hatte der 21-Jährige ignoriert. Diese negative Einschätzung hatte den Angeklagten wohl dazu bewogen, die Berufung gegen sein letztes Urteil zurückzuziehen.

Diese zwölf Monate bezog das Gericht in die neue Gefängnisstrafe von 27 Monaten ein. „Das hat den Vorteil, dass noch einmal komplett beim Landgericht Berufung eingelegt werden kann“, sagte Urs Wäckerlin. Der Jugendrichter wies darauf hin, dass dieses Urteil für den Wolfratshauser, der sich seit 18 Monaten nichts mehr hat zu Schulden kommen lassen, eine letzte Chance beinhalte. „Wir geben Ihnen die Möglichkeit durch ein besseres Verhalten ein entsprechendes Paket anzubieten, dass das Landgericht vielleicht zu einem anderen Urteil bewegt. Aber das ist nur mit einer 180-Grad-Wende ihrerseits möglich.“

Rudi Stallein

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