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Kilometerweit zu hören: Mysteriöser Knall erschreckt Menschen in Oberbayern - Auch Polizei zunächst ratlos

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Von: Dominik Stallein

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Wolfratshausen Innenstadt
Auch in der Stadt Wolfratshausen war der laute Knall zu hören. (Symbolbild) © Sabine Hermsdorf-Hiss

Unzählige Male klingelte am Donnerstagvormittag in einigen Polizeiinspektionen in Oberbayern das Telefon. Der Grund: Ein lauter Knall, der kilometerweit zu hören war.

Wolfratshausen - Es war ein lauter Knall, der heute, Donnerstag, 24. Juni, Menschen in mehreren Landkreisen in Südbayern aufschreckte. Ab 10 Uhr vormittags riefen Anwohner bei den Polizeiinspektionen in den Landkreisen Starnberg, Bad Tölz-Wolfratshausen, München oder Freising an, um den Grund für den Lärm herauszufinden. Der mysteriöse Knall war kilometerweit zu hören und die Ursache unklar.

Lauter Knall kilometerweit zu hören: Polizei hat Vermutung - Bundeswehr kann aufklären

Die Polizei hatte kurz nach dem Knall zwar eine Vermutung – konnte aber noch keine sichere Angabe machen. „Eine Explosion konnten wir früh ausschließen“, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. „Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Überschallknall handelte.“ Einige Ohrenzeugen waren sich aber sicher: Ein Überschallknall klingt anders.

Eine Anfrage beim Luftfahrtamt der Bundeswehr bringt Licht ins Dunkel. Nach einer Auswertung der Radardaten zeigte sich: Drei Kampfflugzeuge der Bundeswehr waren für einen Übungsflug unterwegs. In Neuburg an der Donau hoben die Bundeswehr-Flieger ab und steuerten dieses Ziel auch wieder an.

Wolfratshausen: Bundewehr-Eurofighter erreicht Überschallgeschwindigkeit - und erzeugt lauten Knall

Etwa 23 Kilometer nordwestlich von Wolfratshausen erreichte einer der drei Eurofighter für einen kurzen Zeitraum Überschallgeschwindigkeit – 1391 km/h. Das erzeugt einen lauten Knall: In dem Moment, in dem sich ein Flugzeug schneller als der Schall bewegt, überholt es die eigenen Druckwellen. Das ist als Überschallknall kilometerweit zu hören. Die Schallmauer, die dabei durchbrochen wird, variiert nach Höhe und Temperatur.

Zu tief war der Pilot nach Angaben der Bundeswehr aber nicht unterwegs. „Nach den uns vorliegenden Daten erfolgte der Einsatz unter Beachtung der flugrechtlichen Bestimmungen“, sagt ein Sprecher des Luftfahrtamts der Bundeswehr.

Etwa auf 12 200 Metern Höhe sei der Eurofighter unterwegs gewesen. Der Luftraum wurde für die Übung wie üblich von anderen Flugzeugen frei gehalten. „Nur unter dieser Voraussetzung können diese Übungen sicher durchgeführt werden, da sie in der Regel viel Platz erfordern“, sagt der Luftfahramts-Sprecher.     dst    

In einer Asylbewerberunterkunft in Wolfratshausen ist eine zweite Person positiv auf Corona getestet worden. Wie im ersten Fall besteht der Verdacht, dass es sich um die Delta-Variante handeln könnte. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter.                

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