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Kommentar: Warum das Silvesterfeuerwerk abgeschafft gehört

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Forderungen nach einem Verbot von Feuerwerkskörpern werden laut.
Forderungen nach einem Verbot von Feuerwerkskörpern werden laut. © dpa / Ole Spata

Forderungen nach einem Verbot von Feuerwerkskörpern an Silvester werden laut. Gut so, kommentiert Redakteurin Susanne Weiß.

Bad Tölz Wolfratshausen - Im ersten Teil der Sissi-Trilogie knallen zu Ehren von Kaiser Franz unter großem Ah und Oh bunte Lichter in den Himmel. Es ist sein Geburtstag, und er hat sich gerade mit dem jungen Mädchen aus Possenhofen verlobt. Der Historienfilm stammt aus dem Jahr 1955. Das zeigt: Feuerwerk ist antiquiert. Unterm Jahr ist es kein Thema mehr, nur an Silvester werden die Böller ausgepackt – aus Gewohnheit und ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Damit muss Schluss sein.

Die Argumente sind bekannt. Da wäre einmal die Feinstaubbelastung. Laut Bundesumweltamt entstehen in Deutschland zum Jahreswechsel rund 4500 Tonnen Feinstaub, also 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Menge. Dazu kommt eine Menge Asche. 100 bis 150 Millionen Euro werden jedes Jahr im Himmel verpulvert.

Zum anderen ist die Knallerei für Tiere eine Katastrophe. Viele Haus- und Wildtiere haben ein sensibles Gehör. Sie starten mit einem gehörigem Schreck ins neue Jahr. Und für Menschen sind Raketen eigentlich auch gar nicht gut. Wer nicht aufpasst, kann sich und andere verletzten oder gar umstehnde Häuser in Brand setzen. Wen all das nicht überzeugt, weil die bunten Lichter am Himmel alle Nachteile wert sind, der sollte an dieser Stelle ehrlich sein. Ein schönes Feuerwerk an Silvester – das ist eine völlig romantische Vorstellung.

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Wir stehen mit unserem Sekt im Plastikbecher in der Kälte. Ein paar Sekunden nach Mitternacht sehen wir den Lichterzauber am Himmel nicht mehr, weil der völlig verqualmt ist, und passen nur noch auf, dass der Betrunkene neben uns seine Rakete gerade nach oben schießt. Und dann nimmt das neue Jahr seinen Lauf – in dem immer wieder die unansehnlichen Müllfetzen auf den Straßen und Wiesen auftauchen.

sw

Anderer Meinung ist Redaktionsleiter Carl-Christian Eick: Warum das Feuerwerk an Silvester zum Jahreswechsel gehört

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