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Die Angeklagte ist nicht zum ersten Mal in einer Kneipe ausgerastet. 

Drei Jahre Haft auf Bewährung

Kommt ein Weißbierglas geflogen: Wolfratshauserin randaliert in Lokal

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Als ein Geretsrieder Wirt eine streitlustige Wolfratshauserin zum Gehen auffordert, bewirft diese ihn mit einem Bierglas. Die Folge: Haft auf Bewährung. 

Wolfratshausen/Geretsried – Der Wirt hatte schon die „letzte Runde“ eingeläutet, als ihm „aus dem Nichts“ ein Weißbierglas entgegengeflogen kam. Geistesgegenwärtig riss der Mann seinen rechten Arm hoch, konnte so sein Gesicht schützen. Das Glas zersplitterte an seiner Hand, hinterließ eine blutende Schnittwunde.

Die Frau, die das Glas geworfen hatte, musste sich kürzlich vor Gericht verantworten. Die Wolfratshauserin (37) wurde zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Denn: Es war nicht das erste Mal, dass sie bei einem Kneipenbesuch übel ausgerastet ist.

„Ich habe keine Ahnung, was in dem Moment in ihrem Kopf vorgegangen ist“, konnte sich der Geschädigte auch ein dreiviertel Jahr nach der Tat, die sich am Karfreitag vorigen Jahres in einem Lokal in Geretsried ereignet hat, keinen Reim darauf machen. Nachdem die Frau von der Toilette gekommen war, habe sie zu streiten begonnen und „ein paar Gäste nicht so nett angeredet“, erinnerte sich der Gastwirt. Deshalb habe er ihr nichts mehr zu trinken ausgeschenkt und sie gebeten zu gehen. Dann kam das Glas geflogen. „In dem Moment ist sie raus“, so der Wirt, der die Werferin im Gerichtssaal zum ersten Mal seit jener Nacht wiedersah.

Die Beschuldigte, die sich nach eigener Angabe nach „sechs, siegen Halben richtig besoffen gefühlt“ habe, gab an, sich erschrocken zu haben, weil auf der Toilette plötzlich das Licht ausgegangen sei. Das habe schlimme Erinnerungen in ihr geweckt. „Ich dachte, die haben das mit Absicht gemacht“, suchte die 37-Jährige nach der Ursache für den anschließenden Streit.

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Vor rund drei Jahren hatte die Reinigungskraft schon einmal auf der Anklagebank des Amtsgerichts gesessen. Damals hatte sie in einer Wolfratshauser Kneipe eine andere Frau zu Boden gerissen, dem Opfer ins Gesicht geschlagen, ihm Haarbüschel ausgerissen und die Brille beschädigt. Dafür war sie zu einer Geldstrafe von 4500 Euro (180 Tagessätze) verurteilt worden.

„Glassplitter können ins Auge gehen, dann haben wir eine ganz andere Situation“, begründete Richter Helmut Berger sein Urteil. Er verurteilte die Angeklagte, bei der „ein Gewaltpotenzial in erheblichem Maße feststellbar ist“, wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr Freiheitsstrafe. Die Strafe setzte er für drei Jahre zur Bewährung aus. Als Auflage muss die Frau 500 Euro in Raten an den Verein Frauen helfen Frauen zahlen, sowie an einem Anti-Aggressionstraining teilnehmen.

„Es tut mir leid, das kommt nicht wieder vor – versprochen“, beteuerte die Wolfratshauserin, die das Urteil annahm.  

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