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Steht im Startblock: Günther Eibl (54), Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion, will Bürgermeister werden.

Wolfratshauser CSU-Fraktionschef wirft Hut in den Ring

Kommunalwahl 2020: CSU-Bürgermeisterkandidat Günther Eibl im Porträt

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In Wolfratshausen bewerben sich gleich fünf Kandidaten fürs Bürgermeisteramt. Einer von ihnen ist CSU-Fraktionschef Günther Eibl (54).

Wolfratshausen – In seiner Jugend ließ er die 100 Meter in 11,7 Sekunden hinter sich. Auf der 2000-Meter-Distanzstrecke, gespickt mit Hindernissen, holte sich Günther Eibl den Titel des Oberbayerischen Vizemeisters. Im Trikot des TSV Wolfratshausen schoss er als „Wölfe“-Stürmer Tore, baute alternativ als Mittelfeldregisseur das Spiel auf oder grätschte als Verteidiger im eigenen Strafraum dazwischen, wenn’s brannte. „Als Fußballer lernt man, wie eine Mannschaft funktioniert. Als Leichtathlet, als Einzelsportler lernt man, dass es auf die persönliche Stärke ankommt“, sagt der 54-Jährige. Jetzt stellt sich Eibl einer besonderen Herausforderung: Der CSU-Stadtrat will Bürgermeister werden.

„Feind, Todfeind, Parteifreund“

„Ja, ich bin politisch gestählt“, sagt Eibl, verheiratet und Vater von drei Kindern. Vier Kommunalwahlkämpfe hat er für die Wolfratshauser Christsozialen an vorderster Front bestritten, zuletzt 2014, in der Funktion des Wahlkampfmanagers von Peter Plößl. Der allerdings fiel schon vor der Stichwahl durch. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt: Dieses Wechselbad der Gefühle kennen Sportler und Kommunalpolitiker. Heute der strahlende Sieger, morgen schon der tief enttäuschte Verlierer. Eibl, der seit 1990 Mitglied der CSU ist und seit 2002 dem Stadtrat angehört, hat beide Seiten der Medaille gesehen. Und er musste erfahren, dass CSU-Übervater Franz Josef Strauß mit der Feststellung „Feind, Todfeind, Parteifreund“ ins Schwarze traf: Viele Jahre waren Eibl und sein Fraktionskollege Dr. Manfred Fleischer ein Herz und eine Seele. Inzwischen pflegt man ein Miteinander nach dem Vorbild von Feuer und Wasser.

Für Eibl sind alle parteiinternen Querelen, alle politischen Schlachten wie um die Loisachhalle und den damit verbundenen Bau des Wirtshauses Flößerei Schnee von gestern. „Mein Blick richtet sich nach vorne“, betont der gebürtige Starnberger. Die Flößerstadt besitze enormes Potenzial, das er als Rathauschef heben wolle. „Macher und Moderator“: In dieser Rolle sieht sich Eibl. Doch der Frühaufsteher, sein Wecker klingelt um 6 Uhr, setzt auf Teamplay: „Führungspersönlichkeiten kristallisieren sich auch im Mannschaftssport heraus. Doch der Kapitän ist immer nur so gut wie das Team, das er führt.“

Vom Bankkaufmann zum Meister der Elektrotechnik

Dass der 54-Jährige führen kann, stellte er schon bei der Sparkasse im Landkreis unter Beweis. Er zählte erst 30 Lenze, als er bei dem Geldinstitut für die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter verantwortlich war und parallel dazu das Vorstandssekretariat organisierte. Für den forschen Wolfratshauser war bereits ein Platz an der Europäischen Bankakademie in Luxemburg zur Weiterbildung reserviert – doch Eibl entschied sich anders. Der Bankkaufmann ließ sich zum Meister der Elektrotechnik ausbilden, übernahm den von seinem Vater gegründeten Betrieb in der Loisachstadt und ist heute Geschäftsführender Gesellschafter der Elektrotechnik Eibl GmbH.

Bereut hat er seine Entscheidung nie. „Ich habe viel von der Welt gesehen“, sagt der 54-Jährige. „Doch warum soll man nicht da arbeiten, wo’s am schönsten ist?“ Nein, Eibl ist beileibe kein Landei, aber wenn er über seine Heimatstadt spricht, gerät er ins Schwärmen. „Ich fühle mich hier einfach wohl.“ Indes: „Ich bin überzeugt, dass man aus Wolfratshausen noch viel mehr machen kann.“ Stichworte: IT-Unternehmen ansiedeln, Wirtschaftsbeziehungen zu den Partnerstädten aufbauen, Angebote für Senioren optimieren, eine neue Dreifachturnhalle bauen. Den Bürgern zuhören, nachdenken und anschließend anpacken: So steht’s im Wahlprogramm der Christsozialen, „und dafür stehe ich hundertprozentig“, sagt der Bürgermeisteraspirant.

Kluger Kopf mit spitzer Zunge

Der CSU-Fraktionssprecher, dessen politische Karriere im Stoiber-Land 1995 als Vorsitzender der Jungen Union begann, ist als Mann klarer Worte bekannt. In der Abteilung Attacke kennt er sich bestens aus, hier und da war seine spitze Zunge schneller als sein kluger Kopf. „Das stimmt“, räumt der 54-Jährige mit einem Lächeln ein. „Die Lebenserfahrung hat mich aber gelehrt, dass man manches etwas moderater formulieren muss.“ Darüber hinaus weiß der Stratege, wann man selbst besser den Mund hält. Nachdem die Chefsekretärin von Bürgermeister Klaus Heilinglechner wegen Unterschlagung verurteilt worden war und ihre Rechtsanwältin zur Entschuldigung der Angeklagten erklärte, dass in der Verwaltung „Kraut und Rüben“ herrschen, ergriff in der Folge bewusst nicht Eibl das Wort. Die indirekte Rücktrittsforderung an Heilinglechner kam von der CSU-Ortsvorsitzenden Susanne Thomas.

„Ich bin bereit“, kündigt der 54-Jährige mit Blick auf den 15. März, den Wahlsonntag an. „Es braucht eine Einheit: Wenn Körper, Geist und Seele fit sind, ist man ausgeglichen und belastbar“, bilanziert der Ex-Leistungssportler. Der Bürgermeisterkandidat der CSU sei auf jeden Fall fit wie ein Turnschuh.  cce

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