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Wasserstandsmeldung aus Wolfratshausen

Ein Jahr vor der Kommunalwahl: 12 von 24 Stadträten wollen wieder kandidieren

Am 15. März 2020 wird in Wolfratshausen ein neue Stadtrat gewählt. Ein Jahr vor der Kommunalwahl hat unsere Zeitung nachgefragt, wer nochmal kandidieren will.

Wolfratshausen – Exakt die Hälfte der 24 amtierenden Gremiumsmitglieder möchte weitermachen. Einige Stadträte haben sich noch nicht entschieden, eine Stadträtin kündigt ihren Abschied an.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen/BVW) will sich wie berichtet um eine zweite Amtszeit bewerben. Sein derzeitiger Vize ist Fritz Schnaller (SPD). Nach 22 Jahren im Stadtrat denkt er noch nicht an den politischen Ruhestand. „Ich merke, dass die Begeisterung noch nicht erloschen ist“, sagt Schnaller. „Körperlich und geistig kann ich das Amt noch ausfüllen.“ Unsicher ist sich hingegen noch der Dritte Bürgermeister Helmuth Holzheu, der als Parteifreier der CSU-Fraktion angehört.

Die Vorsitzenden von drei der vier Stadtratsfraktionen wollen noch (mindestens) eine Amtsperiode dranhängen. CSU-Sprecher Günther Eibl möchte dem Gremium in Zukunft sogar vorstehen. Er ist wie berichtet der Bürgermeisterkandidat der Christsozialen. Dr. Hans Schmidt (Grüne) möchte weitermachen: „Ich sehe, dass sich im Moment vieles tut“, sagt er. In Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen „haben wir vieles auf den Weg gebracht, womit wir zufrieden sein können. Das möchte ich gerne in der nächsten Amtsperiode weiterführen“.

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Kommunalwahl 2020/Wolfratshausen: 12 von 24 Stadträten wollen wieder kandidieren

Für SPD-Fraktionschef Fritz Meixner stellt sich die Frage, ob er aufhört, gar nicht: „Wir haben in den vergangenen Jahren gemerkt, dass sich mit viel Engagement etwas bewegen lässt.“ Josef Praller (BVW) beantwortet die K-Frage noch nicht: „Wir konzentrieren uns darauf, in den nächsten Monaten gute Arbeit zu machen“, sagt er. „Bis zur Nominierungsversammlung ist noch Zeit.“

Der dienstälteste Stadtrat Wolfratshausens ist Peter Plößl (CSU). Seit über 22 Jahren gehört er dem Gremium an – und wenn es nach ihm geht, dürfen es noch sechs Jahre mehr werden. „Die Bereitschaft ist noch da.“ Ab August ist der Studiendirektor in Pension, „und habe noch mehr Zeit für das Amt“. Plößls Parteifreundin Claudia Drexl-Weile möchte „noch viele Ideen umsetzen“. Sie wird sich erneut um ein Stadtratsmandat bewerben, dasselbe gilt für CSU-Rätin Renate Tilke. „Ich glaube, dass eine gewisse Erfahrung im Stadtrat helfen kann“, sagt die 67-Jährige, die dem Gremium seit über 20 Jahren angehört. Auch Alfred Fraas (CSU) steht erneut bereit: „Ich habe mich bislang sehr engagiert und habe vor, das weiter zu tun.“ Gerade sein Aufgabenfeld als Kulturreferent liegt Fraas nach eigenen Worten am Herzen. Richard Kugler, der als Parteifreier der CSU-Fraktion angehört, möchte sich im Moment noch nicht festlegen. Dr. Manfred Fleischer (CSU) beantwortet die K-Frage unserer Zeitung so: „Ich weiß es noch nicht. Mehr gibt es im Moment nicht zu sagen.“

Ex-Bürgermeister Helmut Forster (BVW), seit 2014 Wirtschaftsreferent des Stadtrates, möchte sich weiter für Wolfratshausen engagieren: „Mir liegt die Stadt sehr am Herzen“, kündigt er eine weitere Kandidatur an. Jugendreferentin Kathrin Kugler hat seit einigen Wochen Nachwuchs. „Ob ich noch einmal kandidiere, hängt davon ab, ob ich das Amt mit Familie und Beruf unter einen Hut bekomme“, erklärt die BVW-Stadträtin. Grundsätzlich wolle sie „das, was ich angefangen habe, weiterführen“.

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Dr. Ulrike Krischke (BVW) möchte zu diesem Zeitpunkt noch keinen Kommentar abgeben. Ihr Fraktionskollege Walter Daffner war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Markus Höft und Peter Ley (ebenfalls BVW) sind noch unsicher. Beide betonen, gerne ehrenamtlich zum Wohl der Flößerstadt zu arbeiten. Sie können sich jedoch auch vorstellen, ihren Listenplatz für einen jüngeren Kandidaten zu räumen. Maximilian Schwarz (BVW) hat sich schon entschieden. Der Sportreferent tritt erneut an. Er war Nachrücker in das derzeitige Gremium.

Auch Grünen-Stadtrat Rudi Seibt stieß erst später dazu. „Ich glaube, dass man gerade in den ersten Jahren vieles kennenlernt“, sagt er. Das Wissen will er für seine zweite Kandidatur nutzen. „Ideen habe ich noch genug.“ Seine Fraktionskollegin Annette Heinloth hatte sich eigentlich schon entschieden. „Aus beruflichen Gründen und wegen meiner Familie hatte ich beschlossen, nicht mehr anzutreten.“ Mittlerweile ist sie wieder ins Grübeln gekommen: „Ich bin froh, dass ich mich jetzt noch nicht endgültig entscheiden muss.“ Sie lässt eine Kandidatur offen.

Selbiges gilt für Gerlinde Berchtold (SPD): „Ich würde gerne nochmals kandidieren, wenn die SPD einen Bürgermeisterkandidaten präsentiert, mit dem ich mich identifizieren kann“, sagt sie. Ihr Fraktionskollege Manfred Menke möchte erneut in den Stadtrat einziehen. Für Roswitha Beyer dagegen ist Schluss. Nach 18 Jahren im Stadtrat will sie sich zurückziehen. „Es wird Zeit für junge Leute und neue Ideen“, sagt die Seniorenreferentin.

Dominik Stallein

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