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So beeinflusst das Coronavirus die Kommunalwahl

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Von: Volker Ufertinger

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Sauber, sog i: Bei den Kommunalwahlen wird aus aktuellem Anlass Hygiene sehr wichtig genommen.
Sauber, sog i: Bei den Kommunalwahlen wird aus aktuellem Anlass Hygiene sehr wichtig genommen. © dpa

Für alle, die daran zweifeln: Die Kommunalwahlen am Sonntag finden statt. Doch auch auf sie hat die Corona-Epidemie Auswirkungen: Hygiene ist wichtiger denn je.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Konzerte, Fußballspiele, Demos: Viele Veranstaltungen fallen wegen des grassierenden Coronavirus’ aus. Die Kommunalwahl am kommenden Sonntag nicht. Sie findet ganz normal statt, von 8 bis 18 Uhr können die Bürger zwischen Isar und Loisach ihren neuen Landrat, ihren neuen Bürgermeister und ihren neuen Stadt- oder Gemeinderat bestimmen. „Das Ansteckungsrisiko wird als gering eingeschätzt und ist nicht mit einer großen Veranstaltung vergleichbar“, erklärt Marlis Peischer, Sprecherin des Landratsamts. Allerdings: Es gib ein paar Empfehlungen an Bürger wie Wahlhelfer, um eine weitere Ausbreitung des Virus’ zu verhindern.

So weist die Wahlleitung in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt darauf hin, dass es Bürgern ausnahmsweise gestattet ist, den eigenen Kugelschreiber mitzubringen. In einer Warteschlage sollte man Abstand halten. Darüber hinaus wird gebeten, nur in die Armbeuge oder in ein Taschentuch zu husten oder zu niesen. Wichtig auch: Hände waschen, und zwar mindestens 20 Sekunden lang. Ein gut sichtbarer Aushang wird auf all das in den Wahllokalen noch einmal aufmerksam machen.

Bürger, die am Wahltag Symptome wie Husten oder Fieber aufweisen, sollten nicht ins Wahllokal gehen. Es besteht die Möglichkeit, bis 15 Uhr am Wahlsonntag Briefwahlunterlagen zu beantragen, und zwar durch eine bevollmächtigte Person. Dafür ist allerdings unter anderem ein ärztliches Attest über die plötzliche Erkrankung notwendig.

Eine gründliche Reinigung der Räume ist obligatorisch

Auch den Kommunen gibt das Landratsamt ein paar Empfehlungen für den Wahlsonntag mit. „Geraten wird, einen Handwaschplatz mit Seifenspender und Einmalhandtüchern in der Nähe der Wahlräume verfügbar zu machen“, so Peischer. Wenn sich Wahllokale in Schulen, Kindergärten oder Kindertageseinrichtungen befinden, dann ist danach eine gründliche Reinigung der Räumlichkeiten obligatorisch.

Absagen aller Art hagelt es derzeit in Bad Tölz. Pressesprecherin Birte Otterbach weist daher ausdrücklich darauf hin, dass die Wahlen stattfinden. In elf Urnenwahllokalen können die 14 787 Stimmberechtigten ihr Kreuz machen, wenn sie nicht von der Briefwahl Gebrauch gemacht haben (siehe Kasten). Ansonsten hält man sich an die Empfehlungen der Behörden. Einige der 140 Wahlhelfer haben Bedenken angemeldet, ob sie sich am Wahlsonntag nicht einer großen Ansteckungsgefahr aussetzen. „Es gab vereinzelte Fälle“, erklärt Otterbach. „Auf Wunsch haben wir diese von ihrem Ehrenamt entbunden und durch neue Wahlhelfer ersetzt.“

Handschuhe? Sind beim Ramadama übrig geblieben

Auch in der Stadt Geretsried stehen die Wahlen unter den Vorzeichen der grassierenden Krankheit. Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt, berichtet, dass momentan diverse Vorkehrungen getroffen werden. Dazu zählen Informationen aller 170 Wahlhelfer über Schutz- und Hygienemaßnahmen, das Anbringen von Hinweisen in allen 15 Urnenwahllokalen sowie das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln. Gleiches gilt für Wolfratshausen. „Wir sind ja allesamt keine Experten, wir müssen uns an dem orientieren, was die Fachleute sagen“, erklärt Wahlleiter Martin Millian.

Die Dietramszeller Bürger werden in einigen der fünf Wahllokale sogar Handschuhe vorfinden. „Es waren noch einige vom letzten Ramadama übrig“, erzählt Rathausmitarbeiterin Stephanie Rehmer mit einem Schmunzeln. Auch Hinweise, wo sich die Toiletten befinden, werden angebracht. „Das ist natürlich alles als freundlicher Hinweis gemeint.“ Nach der Wahl wird überall gründlich geputzt, vor allem in der Schule.

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Ähnlich stellt sich die Lage in Egling dar. Bürgermeister Hubert Oberhauser warnt vor Hysterie: „Es hilft nur eines: Möglichst besonnen bleiben.“ Sein Bruder ist Arzt, und der hat ihm bestätigt, dass das berüchtigte Virus „mehr oder weniger eine normale Grippe“ auslöst. Für die Wähler wird die Belastung kaum größer sein, als wenn sie normal zum Einkaufen gehen. Dennoch trifft auch die Gemeinde Vorkehrungen, etwa mit Desinfektionsmitteln in den sieben Wahllokalen in den verschiedenen Altgemeinden. „Hoffen wir alle, dass der Spuk möglichst bald beendet ist.“

Alle Infos zur Kommunalwahl finden Sie hier

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