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Nun eine städtische Liegenschaft: Der sogenannte Boodevaar-Turm, der unmittelbar an das städtische Gebäude am Untermarkt 10 grenzt. 

„Der Stadtrat hat das in einer nicht öffentlichen Sitzung abgesegnet.“

Kommune kauft Boodevaar-Turm - die Nutzung steht schon fest

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Die Stadt hat das Gebäude am Loisachufer 2, den sogenannten Boodevaar-Turm, gekauft. Der Stadtrat hat das in nichtöffentlicher Sitzung entschieden. Und er weiß auch schon genau, wer ins neue Stadteigentum einziehen soll.

Wolfratshausen – Die Immobilien-Annonce in einem lokalen Anzeigenblatt war relativ klein. Zum Verkauf angeboten wurde ein „attraktives Bürogebäude in Top-Lage“ in Wolfratshausen. Gesamtfläche: rund 190 Quadratmeter, verteilt auf Erdgeschoss, ersten Stock und Dachgeschoss. Die Fläche sei in Büro- und Ladenräume aufgeteilt. Es handelt sich um ein Gebäude, das bis vor wenigen Tagen Ines Boodevaar, Betreiberin mehrerer Modegeschäfte in der Wolfratshauser Altstadt, gehört hat: Den blassblauen Turm am Loisachufer 2.

Nach Informationen unserer Zeitung hat die Immobilie einen Käufer gefunden, genauer gesagt die Stadt Wolfratshausen. Das bestätigt Boodevaar auf Nachfrage: „Meines Wissens sollen die Räumlichkeiten als Büro für einige Rathausmitarbeiter genutzt werden.“ Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) sagt im Gespräch mit unserer Zeitung zum Immobiliengeschäft: „Der Stadtrat hat das in einer nicht öffentlichen Sitzung abgesegnet.“ Die Kommune plane, in dem Turm einen Arbeitsplatz für den neuen City-Manager, Dr. Stefan Werner, sowie Mitarbeiter des Kulturamts zu schaffen. Das sei notwendig, so der Bürgermeister, weil: „Der City-Manager braucht gewisse Präsentationsräume, die gut zu erreichen sind.“ Im Rathaus fehle dafür der Platz.

Rat hatte zunächst andere Pläne

Ursprünglich verfolgte der Stadtrat andere Ziele. In der langwierigen Diskussion über die Nutzung des denkmalgeschützten städtischen Gebäudes am Untermarkt 10 – ein direktes Nachbarhaus zum Boodevaar-Turm – kam die Idee auf, City-Manager und Kulturamt am Untermarkt 10 unterzubringen. Dazu sollte sich unter anderem ein Andenkenladen gesellen. Diese Planungen scheinen vom Tisch zu sein. „Wir wissen nicht, wann der Untermarkt 10 zu Verfügung steht“, erklärt Heilinglechner. Das Gebäude ist schadstoffbelastet und muss wie berichtet aufwendig saniert werden. Zunächst wollte dies die Stadt selbst in die Hand nehmen, inzwischen hat die Kommune das Eckhaus ausgeschrieben. Drei potenzielle Investoren haben sich gemeldet, die den Untermarkt 10 in Erbpacht übernehmen würden – die Würfel sind im Stadtrat aber noch nicht gefallen.

Vor diesem Hintergrund entschied sich das Gremium laut Bürgermeister dafür, das Kaufangebot von Ines Boodevaar anzunehmen. „Wir hatten noch eine andere Immobilie im Auge, die wir zur Miete bekommen hätten“, sagt Heilinglechner, ohne ins Detail gehen zu wollen. Zwischenzeitlich hatten die Bürgervereinigung, die SPD und die Grünen im Stadtrat einen neuen Antrag vorgelegt: Sie baten Bürgermeister und Verwaltung zu prüfen, ob der City-Manager und das Kulturamt nebst Ticketverkauf in die ehemalige Happsche Apotheke an der Marktstraße ziehen können. Das prominente Gebäude hatte die Stadt wie berichtet im Herbst 2016 gekauft. Alles Schnee von gestern, nun hat sich der Stadtrat für den Boodevaar-Turm entschieden.

Kaufangebot: 495.000 Euro

Zum Kaufpreis ist nichts zu erfahren, Heilinglechner und Boodevaar schweigen. Angeboten hatte die Immobilie („sofort verfügbar“) das Wolfratshauser Maklerunternehmen Schneider und Prell zum Preis von 495 000 Euro.

Wann City-Manager Werner sowie die Mitarbeiter des Kulturamts das Dachgeschoss des Rathauses verlassen und ihr neues Domizil am Loisachufer beziehen werden, steht noch nicht fest. Nur so viel: „Das Gebäude ist ab dem 15. April verfügbar“, berichtet Bürgermeister Heilinglechner. Was mit den dadurch frei werdenden Räumen im Rathaus geschieht, stehe noch nicht fest.

dst/cce

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