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Braucht mehr Platz: Die Grund- und Mittelschule in Waldram.

Waldramer Schule

Kosten im Blick halten

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Die Mitglieder des städtischen Kulturausschusses waren sich einig: Die Waldramer Grund- und Mittelschule soll durch ein zusätzliches Stockwerk um fünf Klassenzimmer erweitert werden. Das letzte Wort hatte der Stadtrat – und Alfred Fraas (CSU) nutzte die Gelegenheit.

WolfratshausenDie Mitglieder des städtischen Kulturausschusses waren sich wie berichtet einig: Die Waldramer Grund- und Mittelschule soll durch ein zusätzliches Stockwerk um fünf Klassenzimmer erweitert werden. Das letzte Wort hatte der Stadtrat – und Alfred Fraas (CSU) nutzte die Gelegenheit.

Ihm sei klar, „dass es brennt“, dass die Raumnot in Waldram kurzfristig behoben werden müsse. Doch er habe „ein bisschen weiter in die Zukunft geblickt“, sagte Fraas. In 15 Jahren müsse die Kommune damit rechnen, dass es acht oder neun Züge im Grundschulbereich geben wird. Ist die aktuell zu beschließende Erweiterung vor dem Hintergrund dieser Prognose ausreichend? Zudem bereitet Fraas die Kostenschätzung – 1,8 Millionen Euro – „Bauchgrummeln“. Der Vize der CSU-Fraktion plädierte dafür, die Kosten auf besagte Summe zu deckeln.

Sein Fraktionskollege Dr. Manfred Fleischer erinnerte an das Desaster, das die Kommune vor einigen Jahren bei der Sanierung der Waldramer Schule erlebte. Ging der Stadtrat zunächst von 450 000 Euro Kosten aus, trat das Gremium nach einer Hiobsbotschaft (4,5 Millionen Euro) fassungslos auf die Bremse. Auf die Frage, ob es nicht sinnvoller sei, gleich eine neue Schule zu bauen, beschwichtigten die Planer die Kommunalpolitiker jedoch. Die Arbeiten gingen weiter. Das Ende vom traurigen Lied: Die Sanierung schlug mit gut elf Millionen Euro zu Buche.

Umzug in die Innenstadt dann kein Thema mehr

Er sei sich sicher, so Fleischer, dass ein zusätzliches Stockwerk unterm Strich drei Millionen Euro kosten wird. Diese Voraussage „würde ich beim Notar hinterlegen“. Eins stehe für ihn fest: Nach einer Investition in dieser Größenordnung müsse der schon häufig diskutierte Umzug der Waldramer Schule an den Hammerschmiedweg in der Innenstadt „ad acta“ gelegt werden. Erst viel Geld i14140n die Hand nehmen und das Waldramer Gebäude anschließend für nicht-schulische Zwecke nutzen: „Dafür hätten die Bürger kein Verständnis“, konstatierte Fleischer.

„Wir werden verstärkt ein Auge auf die Kosten haben“, erklärte der Fraktionschef der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW), Josef Praller. Aber die Kosten „ohne Raumprogramm, ohne das Volumen zu kennen, zu deckeln, halte ich für problematisch“. Ins selbe Horn stieß Annette Heinloth (Grüne). Fraas und Praller regten an, nur einen Planungsauftrag zu vergeben. Stehe die Bausumme dann fest, „werden wir die einzelnen Schritte im Bauausschuss beraten“, so Praller.

Überkapazitäten würden nicht geschaffen, zu knapp bemessen sei die von Schulleiter Josef Märkl gewünschte Aufstockung auch nicht – der Raumbedarf orientiere sich am Schulentwicklungsplan, erklärte SPD-Fraktionssprecher Fritz Meixner. Und eine „seriöse“ Zukunftsprognose könne nur gestellt werden, „soweit die Kinder schon geboren sind – das heißt, bis ins Jahr 2022 oder 2023“.

Das Votum des Stadtrates fiel einstimmig aus: Der Planungsauftrag wird vergeben, die Baukosten dürfen den vom städtischen Bauamt kalkulierten Bruttobetrag von knapp 1,8 Millionen Euro um nicht mehr als 30 Prozent überschreiten. Und: Die an der Kardinal-Wendel-Straße zusätzlich geschaffenen Unterrichtsräume „werden in der Schulentwicklung der Stadt Wolfratshausen langfristig berücksichtigt“.

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