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Ein anderer Mensch: Die 14-jährige Julia aus der Ukraine vor der Operation diese Woche und danach.

Arzt aus Ottobrunner operiert Augenfehlstellung

Die kostenlose Augen-OP veränderte Julias (14) Leben

Bad Tölz-Wolfratshausen– Julia (14) hat ein Stück Lebensqualität gewonnen. Ein Arzt aus Ottobrunn hat die Ukrainerin kostenlos operiert. Die Osteuropahilfe hatte den Kontakt vermittelt.

Ein Stück Lebensqualität hat die Osteuropahilfe der Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Starnberg der 14-jährigen Julia aus der Ukraine zurückgegeben, deren Augenfehlstellung am Dienstag in München korrigiert wurde. Für das hörbehinderte Mädchen fängt ein neuer Lebensabschnitt an – dank Peter Gsinn aus Tutzing, der sich seit Jahren erfolgreich bei der Osteuropahilfe engagiert.

In der Ukraine konnten die Ärzte nicht helfen

Jedes Jahr besucht ein Team der Osteuropahilfe – drei Akustiker und ein Ohrenarzt – ein ukrainisches Internat mit 120 hörbehinderten Kindern. Eine Woche lang verteilen sie Brillen und Hörgeräte, die einzeln an jeden Schüler angepasst werden. Dabei lernte der Tutzinger Optik- und Akustikmeister Gsinn die Mädchen Nadja und Julia kennen, die extrem schielten. Schon in der Ukraine versuchte Gsinn für die beiden eine Operation im Kreiskrankenhaus der Stadt Brody zu organisieren. Dieses sah sich aber nicht in der Lage, die Kinder von dieser „erheblichen Behinderung“ zu befreien.

Dr. Ernst Höfling aus Ottobrunn operierte das Mädchen kostenlos

Peter Gsinn schaffte es, mit Dr. Ernst Höfling einen Augenarzt zu finden, der sich bereit erklärte, die beiden Mädchen kostenlos zu operieren. „Darauf entschlossen wir uns, die Mädchen jeweils mit einem Elternteil nach Deutschland einzuladen“, sagt der Wolfratshauser Erhard Hoppe, Vorsitzender der Osteuropahilfe. Die ukrainische Partnerin des Vereins, Anita Weiniger, verhandelte lange mit der Deutschen Botschaft, um ein Visum für Julia und Nadja zu organisieren. Julia konnte mit ihrer Mutter eingeflogen und am Dienstag operiert werden. Höfling korrigierte die Augenfehlstellung der 14-Jährigen erfolgreich. Die Kosten für Anästhesie, Reise und Aufenthalt – etwa 700 Euro – übernahm die Osteuropahilfe.

„Wir haben Julia als offenes und freundliches Mädchen kennen gelernt“, sagt Erhard Hoppe. „Sie lebt nicht in erfreulichen Familienverhältnissen, ist auf dem Internat, während ihre Eltern in Tschechien arbeiten. Es ist schön, dass ihre Augen jetzt gerichtet sind.“ Das zweite Mädchen wird im Juni operiert.

lg

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