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Das ehemalige Kuetgen-Grundstück mit rund 3000 Quadratmetern Größe soll bebaut werden.

Protest gegen Baupläne an der Gebhardtstraße

Krämmel plant 24 neue Wohnungen – und keiner wusste es

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Wolfratshausen – Bauträger Krämmel will an der Gebhardtstraße drei Mehrfamilienhäuser mit 24 Wohnungen bauen. Eine Villa wird dafür abgerissen. Die Stadträte sind zum Vorhaben nicht befragt worden. Anwohner sind empört.

Die Kunden erwartet „gehobener Standard“, sagt Korbinian Krämmel, Geschäftsführer der gleichnamigen Unternehmensgruppe. 24 Wohnungen in drei Mehrfamilienhäusern sollen demnächst auf dem ehemaligen Kuetgens-Grundstück an der Gebhardtstraße entstehen. Die Autos werden in einer Tiefgarage mit 45 Einzelplätzen und auf zwei oberirdischen Parkplätzen abgestellt. Der Stellplatzschlüssel der Stadt werde damit erfüllt. Der Bauantrag liegt seit Juni im Kreisbauamt.

Das Gelände wird über die bisherige Zufahrt zur Gebhardtstraße und neu über die Heiglstraße erschlossen.

Schwierig ist die Erschließung des rund 3000 Quadratmeter großen Grundstücks. Die Umgebung ist bebaut, und es gibt momentan nur eine schmale, rund 40 Meter lange Zufahrt von der Gebhardtstraße. Laut Krämmel wird deshalb eine neue Hauptzufahrt von der Heiglstraße gebaut. Man verlege dafür eine Doppelgarage auf einem Nachbargrundstück. „Wir haben das ganz gut hingekriegt“, sagt der Unternehmer. Die Häuser hätten jeweils Erd- und Obergeschoss sowie ein Laternengeschoss mit Dachterrassen. Die Einheiten – von Zwei-Zimmer-Wohnungen mit 50 Quadratmetern bis zur Fünf-Zimmer-Wohnung mit 175 Quadratmetern – sollen kommendes Jahr in den Verkauf gehen. „Auch mit dem Bau werden wir heuer nicht anfangen“, sagt Krämmel. „Nur Rückbaumaßnahmen sind geplant.“

Der Bauausschuss ist nie zum Thema befragt worden

Im Bauausschuss ist das Wohnbauprojekt nicht behandelt worden. Es füge sich in die Umgebung ein und benötige keine Befreiungen, sagt Bauamtsleiter Dieter Lejko. Laut Geschäftsordnung der Stadt kann der Erste Bürgermeister auf dem Büroweg das gemeindliche Einvernehmen erteilen. Rathauschef Klaus Heilinglechner sei in Absprache mit der Verwaltung so verfahren, sagt Lejko.

Laut Oliver Kellermann vom Kreisbauamt ist es seiner Behörde egal, über welchen Weg der Antrag ins Landratsamt komme. „Solche Dinge behandelt jede Kommune unterschiedlich.“ Wie lange die Prüfung der Pläne noch dauere, sei noch nicht absehbar.

Anwohner protestieren gegen das Bauprojekt

Einige Anwohner lehnen das Bauprojekt ab. Sie erhielten kürzlich einen Packen Unterlagen von Krämmel zugeschickt und erfuhren so von den Plänen, sagt Hermann Böcking. Man sei um eine Einverständniserklärung gebeten worden. Die Unterschriften blieben aus – stattdessen haben sich neun Familien in einem Protestschreiben an die Öffentlichkeit gewandt. So wurde unsere Zeitung aufmerksam. „Durch die massive Bebauung verändert sich der Charakter des gesamten Quartiers“, argumentieren die Anwohner. Die geplanten Laternengeschosse würden nicht in die Umgebung passen und die Baukörper eine massive Verdichtung und „maßlose Vernichtung von Grünflächen“ bedeuten. Der schon lange bestehende Parkplatzmangel verschärfe sich weiter. „Für Zweitwagen und Besucher sind überhaupt keine Parkplätze eingeplant“, kritisiert Böcking. Er fordert, dass das Vorhaben im Stadtrat besprochen wird. „Unser Ansprechpartner ist nicht Krämmel, sondern die Stadt.“

Dazu wird es aber wohl nicht mehr kommen. Die Fristen dafür sind abgelaufen, sagt Dritter Bürgermeister Helmuth Holzheu (CSU), der derzeit die Geschäfte im Rathaus führt. Den Bürgerprotest habe man aber vernommen.

Korbinian Krämmel versteht die Kritik der Anwohner nicht. „Die Sorgen sind übertrieben“, sagt er. Man erwarte bei 24 Wohnungen etwa 150 zusätzliche Autobewegungen pro Tag. „Das merkt man gar nicht.“ Die Nachbarn habe man „schon aus Wertschätzungsgründen“ frühzeitig informiert. „So, wie sich das gehört.“ Er sei von der plötzlichen Kritik überrascht, bislang seien die Anwohner aufgeschlossen gewesen.

dor

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