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Freut sich auf seinen letzten Wahlkampf: Bundestagsabgeordneter Klaus Barthel.

Im Gespräch mit Klaus Barthel

„Der Krawall-Faktor war nicht groß genug“

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Klaus Barthel aus Kochel am See hat sich Hoffnungen auf den Landesvorsitz der bayerischen SPD gemacht. Doch daraus wurde nichts, für den Bundestagsabgeordneten reichte nur für 9,4 Prozent bei der Mitgliederbefragung. Zeit für ein Gespräch. 

– Herr Barthel, wie ist die Stimmung in Berlin?

Es ist hier volles Programm. Von einem Ende der Legislaturperiode ist noch nichts zu spüren, eine Sitzung jagt die nächste.

-Sie hören als Bundestagsabgeordneter auf, Sie starten in Ihren letzten Wahlkampf. Freuen Sie sich darauf?

Ja, ich habe es immer sehr genossen, mit den Leuten in Kontakt zu kommen, das ist eine schöne und intensive Erfahrung. Auf der anderen Seite sind die Tage teilweise sehr lang. Es kann schon mal vorkommen, dass man morgens um halb fünf an irgendeinem S-Bahnhof steht. Aber man weiß ja vorher, was auf einen zukommt. So ein Wahlkampf hat seine Licht- und Schattenseiten. Natürlich werde ich, so weit es möglich ist, auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen vertreten sein.

-Am vergangenen Freitag wurde das Ergebnis der Mitgliederbefragung der bayerischen SPD bekannt. Sie hatten sich um den Landesvorsitz beworben, aber nur knapp zehn Prozent der Stimmen bekommen. Waren Sie enttäuscht?

Ich hatte natürlich auf mehr gehofft. Aber die Realität war eine andere. Nach meinem Gefühl lagen Natascha Kohnen, Florian von Brunn und ich etwa gleichauf. Das war jedenfalls der Eindruck, den ich von Veranstaltungen mitgenommen habe. Aber bei solchen Veranstaltungen versammelt sich immer nur ein Bruchteil der insgesamt fast 60 000 bayerischen SPD-Mitglieder. Die Stimmung dort ist nicht repräsentativ. Mein Gefühl hat mich offenbar getrogen.

-Hatten Sie schon Zeit zu analysieren, warum es nur für 9,4 Prozent gereicht hat?

Eine Rolle hat sicher die Tatsache gespielt, dass Natascha Kohnen als langjährige Generalsekretärin einen großen Vorteil hatte. Sie ist im vergangenen halben Jahr in Bayern quasi omnipräsent. Das kann man als Bundespolitiker mit all den Verpflichtungen, die man hat, gar nicht wettmachen. Außerdem war mein Krawall-Faktor vielleicht nicht groß genug.

-Was meinen Sie damit?

Fakt ist, dass ich in den Medien praktisch nicht vorgekommen bin. Es gab nur die eine Favoritin, über die berichtet worden ist. Dagegen kommt man nicht an.

-Kommen wir zur Bundespolitik. Haben Sie so etwas schon einmal erlebt? Erst der Schulz-Hype und jetzt drei verlorene Landtagswahlen.

Nein, so ein Auf und Ab war noch nie da, und ich bin doch schon eine ganze Weile dabei. Ich war einer derjenigen, die immer davor gewarnt haben, dass der Hype flüchtig sein könnte. Das ist dann ja auch eingetreten: So schnell die Euphorie gekommen ist, so schnell ist sie auch wieder verschwunden. Aber immerhin hat die Anfangsphase gezeigt: Es gibt eine Wechselstimmung im Land. Für die SPD ist auch nach dem Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen nichts verloren. Bundestagswahlen sind grundverschieden von Landtagswahlen. Die Bundesthemen mobilisieren die Menschen viel mehr.

-Ist Martin Schulz für Sie der richtige Kandidat?

Da gibt es überhaupt keinen Zweifel. Und wenn jetzt noch die richtigen Themen dazukommen, bin ich zuversichtlich.

-Was sind die richtigen Themen?

Es sind die, auf die Martin Schulz von Anfang an den Schwerpunkt gelegt hat: Arbeit und soziale Gerechtigkeit. Wenn er dabei bleibt, wenn er seine Linie beibehält, können wir die Wähler überzeugen

-Das Wahlprogramm ist gerade im Entstehen. Sind Sie involviert?

Ja, vor allem als Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen. Hier werden wir uns intensiv beraten, was bei diesem zentralen Punkt berücksichtigt werden muss. Bis Ende Juni soll das Wahlprogramm stehen, jetzt ist erst einmal inhaltliche Arbeit gefragt. Und dann beginnt die Überzeugungsarbeit.

-Werden Sie nach dem Ende der Legislaturperiode der Politik erhalten bleiben?

Ja, es wird durchaus weitergehen. Ich habe einige Verpflichtungen, die über die Wahl im Herbst hinausgehen. So bin ich bis 2018 zum Landesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmer gewählt worden. Ich werde mich also nach und nach aus der Politik verabschieden.

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