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In der Kreisklinik Wolfratshausen kamen im vergangenen Jahr 250 Babys zur Welt. Das ist zu wenig, sagt stellvertretender Geschäftsführer Ingo Kühn.

Dunkle Wolken über Belegabteilung

Kreisklinik: 250 Geburten sind „zu wenig“

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Wolfratshausen - Die drohende Schließung der Geburtshilfeabteilung in der Tölzer Asklepios-Klinik konnte abgewendet werden. Doch auch über der Geburtshilfeabteilung vor Ort brauen sich dunkle Wolken zusammen.

Nur zwei Belegärzte, die jährlich rund 600 Geburten meistern müssen. Weitere Gynäkologen konnten trotz intensivster Bemühungen nicht zur Mithilfe gewonnen werden, dazu das neue Antikorruptionsgesetz, das verbietet, dass die Belegärzte – wie bislang üblich – von den Kliniken bei den sehr hohen Haftpflichtversicherungsbeträgen unterstützt werden. Drei Faktoren, die in der Summe das Aus der Geburtshilfeabteilung in der Tölzer Asklepios-Klinik heraufbeschworen hatten. Nun haben die Kreisräte wie berichtet einen Rettungsring geworfen: Der Plan ist eine gemeinsame gynäkologische Hauptabteilung in Kooperation mit einem anderen Krankenhaus – mutmaßlich mit dem Klinikum Agatharied im Nachbarlandkreis Miesbach.

Kühn: Ohne Nachfolger in Zukunft „ein ernstes Problem“

Ein ähnliches Problem könnte mittelfristig der Kreisklinik in Wolfratshausen drohen. Auch am Moosbauerweg arbeiten zwei Belegärzte in der Geburtshilfeabteilung, flankiert von einem sechsköpfigen Hebammenteam. „Die Allerjüngsten“ seien die Belegärzte aus Geretsried, Dr. Ileana-Maria Niculescu und Dr. Manfred Stumpfe, nicht mehr, gibt der stellvertretende Klinik-Geschäftsführer Ingo Kühn zu bedenken. Grundsätzlich sei es natürlich schwer, Zukunftsprognosen anzustellen, aber: „Wenn auch wir keine Nachfolger für unsere Belegärzte finden, dann haben wir in drei bis fünf Jahren ein ernstes Problem.“ Es könnte sich allerdings „auch ein junger Belegarzt finden, der den Job unbedingt übernehmen möchte“. Die Situation könnte sich zudem „entschärfen“, falls zeitnah entsprechende politische Entscheidungen gefällt werden würden.

Für schwarze Null mindestens 500 Geburten notwendig

Ingo Kühn Stellvertretender Geschäftsführer der Kreisklinik Wolfratshausen  

Der 40-jährige Kühn, der seit 1. Juni 2016 in der Kreisklinik tätig ist, ist gelernter Wirtschaftsprüfer. Der gebürtige Hesse hat naturgemäß die Zahlen und Fakten fest im Blick: Rund 250 Mädchen und Buben erblickten 2016 am Moosbauerweg das Licht der Welt. „Zu wenig“, konstatiert Kühn. Um die Geburtshilfeabteilung für alle Beteiligten finanziell attraktiv zu gestalten, wären rund 800 das Ziel. Allein, um eine schwarze Null schreiben zu können, „müssten es mindestens doppelt so viele Geburten sein wie im vergangenen Jahr“, stellt Kühn im Gespräch mit unserer Zeitung fest.

Kühn will aber nicht schwarzmalen

Doch der Vize-Klinikgeschäftsführer will nicht schwarzmalen: Die Situation der Geburtshilfe sei derzeit „zufriedenstellend“. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren kräftig in die Belegabteilung investiert worden ist. Die Geburtshilfe entspreche allen aktuellen Anforderungen, Schwangere sowie deren Partner und Familie würden vor, während und auch nach der Geburt optimal betreut. Blickt Kühn auf die Statistiken der vergangenen Jahre, stellt er in puncto Geburtenzahl sogar einen leichten Aufwärtstrend fest. Zum Vergleich: 2011 kamen in der Kreisklinik lediglich 150 Kinder zur Welt.

Werdende Mamas haben das Schicksal selbst in der Hand

Potenzielle Kundinnen gibt’s in der Region reichlich, doch viele werdende Mamas und Papas entscheiden sich bekanntlich für eine Geburt in Starnberg oder der Kreisstadt Bad Tölz. Über die Gründe will Kühn nicht spekulieren. Er betont, dass Schwangere und ihre Angehörigen das Schicksal der Geburtshilfeabteilung der Kreisklinik selbst in der Hand haben: „Wenn sie unser Angebot annehmen, müssen wir uns alle keine Sorgen machen.“

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