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Die Baum-Hasel (Mitte) soll in die Planungen mit einbezogen werden. Gerald Niedermeier will viel tun, um denBaum zu erhalten. Aber: „Versprechen kann man das Ganze nicht.“

Geplante Eröffnung 2019

Kreisklinik: Der nächste Investor steht bereit

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Der eine Investor für ein Gebäude im Park der Wolfratshauser Kreisklinik ist abgesprungen, da steht der nächste schon in den Startlöchern. Die Lech-Mangfall-Kliniken wollen dort eine psychiatrische Tagesklinik errichten.

Wolfratshausen –  Der geplante Eröffnungstermin: Das Jahr 2019. In den vergangenen Monaten hat es einigen Wirbel um das Grundstück gegeben. Die Schütz-Gruppe wollte dort ein Ärztehaus mit psychiatrischer Tagesklinik bauen. Dafür sollte eine 150 Jahre alte Baum-Hasel gefällt werden. Dagegen formierte sich Widerstand. In einer Unterschriftenaktion sprachen sich 800 Bürger für den Erhalt des Baums aus. Wohl auch aufgrund der breiten öffentlichen Ablehnung beendete der Investor im Oktober des vergangenen Jahrs sein Engagement. „Die Schütz-Gruppe hatte Probleme, das Ärztehaus mit Interessenten zu füllen“, sagt Gerald Niedermeier, Geschäftsführer der Lech-Mangfall-Kliniken, die zum Verbund der Kliniken des Bezirks Oberbayern (KBO) gehören. Am Ende seien nur noch die KBO als Mieter übrig geblieben.

KBO springt ein 

Nachdem der Erbpacht-Vertrag mit der Schütz-Gruppe inzwischen aufgelöst ist, springt die KBO ein. Mit an Bord ist ein weiterer Interessent. Der Erbpacht-Vertrag sei gerade in Vorbereitung und soll in vier bis sechs Wochen unterschrieben werden, sagt Niedermeier. Über ihn muss der Kreistag noch abstimmen. „Wir warten sehnsüchtig darauf, dass wir unsere Tagesklinik in Betrieb nehmen können“, sagt Niedermeier. „Als die Schütz-Gruppe abgesprungen ist, haben wir gesagt: ,Das ist uns egal. Wir wollen auf jeden Fall nach Wolfratshausen.‘“

Niedermeier: Gegend um Wolfratshausen ist „sehr schlecht versorgt“

Herrmann Böcking Sprecher der Bürgerinitiative.  

Dafür gibt es gute Gründe. Die KBO sind verpflichtet, Oberbayern mit psychiatrischen Dienstleistungen zu versorgen: „Wir haben gemerkt, dass die Gegend um Wolfratshausen sehr schlecht versorgt ist“, sagt Niedermeier. „Der Weg zur nächsten Tagesklinik nach Agatharied oder Landsberg ist sehr weit.“ Das Sozialministerium stellte fest, dass eine Tagesklinik mit 20 Plätzen gebaut werden kann. Die KBO fragte an, wo es einen geeigneten Standort für das Projekt gibt. Die Antwort lautete: Neben der Kreisklinik.

Den angepeilten Zweitplan bezeichnet Niedermeier als „sehr, „sehr sportlich“. Erst einmal seien die baulichen Genehmigungen notwendig, „daher glaube ich nicht, dass wir dort vor dem Jahr 2018 bauen können.“ Im Laufe des Jahres 2019 soll die Tagesklinik in Betrieb gehen.

Problem: die Baum-Hasel

Bleibt noch das Problem mit der Baum-Hasel. „Das ist ein wunderschöner Baum“, sagt Niedermeier. „Man muss beim Architekten-Wettbewerb schauen, inwieweit wir ihn einplanen können. Wir werden sicherlich viel tun, dass er in irgendeiner Art und Weise erhalten bleiben kann.“ Zugleich sagt er aber auch: „Versprechen kann man das Ganze nicht. Wir müssen auch ein Gebäude platzieren, das unserem Nutzen entspricht. Das muss man abwägen.“

Bürgerinitiative beobachtet Entwicklung genau

Wie es weitergeht, beobachtet die Bürgerinitiative um Herrmann Böcking genau. Böcking hatte damals die Unterschriftenaktion initiiert – und ist mehr als gesprächsberereit. „Wir sehen die Notwendigkeit, dass an der Klinik etwas getan wird und hoffen, dass man dabei an den Baum denkt.“ Positiv sei, dass die Hasel bereits im Gespräch ist. „Das zeigt, dass man sich Gedanken über den Baum macht. Das ist gut.“

Böcking will nicht unnötig viel Fläche versiegeln

Böcking betont, dass es nicht ausschließlich um die Hasel gehe, sondern darum, „dass nicht unnötig viel Fläche versiegelt wird“. Da die Anwohner dazu bereits einige Ideen entwickelt hätten, „wäre es schön, wenn wir diese zumindest vorstellen könnten, wenn es zum Architekten-Wettbewerb kommt“. Was dann daraus wird, „müssen sowieso die Experten entscheiden“. Ein Vorschlag ist, den Neubau L-förmig in Richtung Hubschrauberlandeplatz zu errichten. Eine weitere Idee: das Parkdeck um eine Etage aufstocken. Damit könnte man sich zusätzliche Plätze am Neubau und damit eine weitere Versiegelung sparen.

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