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Der Landkreis stellt um: Ab 2018 können die Bürger ihre Wertstoffe in die Gelbe Tonne werfen. Im vierwöchigen Rhythmus soll sie geleert werden. Die Wertstoffinseln werden aufgelöst.

Ende der Wertstoffinseln

Kreistag beschließt Einführung der gelben Tonne 

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Würfel sind gefallen: Der Landkreis nimmt Abschied von seinem langjährigen Müllsystem. Ab dem 1. Januar 2018 wandern Wertstoffe zwischen Icking und Jachenau in die Gelbe Tonne.

Das Bring-System im Landkreis sorgt seit Längerem für Diskussionen. Manchen Bürgern ist es zu aufwendig, die Leichtverpackungen zu Hause zu sammeln, dann zu einer der Wertstoffinseln zu fahren. Viele sparen sich das Procedere und werfen stattdessen alles in die graue Restmülltonne. Das lässt sich auch durch die Zahlen belegen, die Reiner Späth, Chef des landkreiseigenen Abfallwirtschaftsunternehmens, am Donnerstag den Mitgliedern des Kreistags vorlegte. Gerade einmal 11,7 Kilo Leichtverpackungen pro Einwohner und Jahr kommen im Landkreis zusammen. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 20,2 Kilo. Und die Menge sei im Landkreis seit Jahren rückläufig, berichtete Späth.

Dazu komme die Verschmutzung vieler Wertstoffinseln in den Kommunen. „Wenn wir einen Standort auflösen, ist es kaum möglich, einen neuen zu finden“, so der AWU-Chef. „Und wir hören natürlich auch immer wieder von den Bürgern die Frage, warum unser System so kompliziert ist, während es in anderen Landkreisen einfacher ist.“ Das spiegelt die Online-Petition wider, die wie berichtet der Gaißacher Alexander Hofmann anstieß. Hier sprachen sich 1600 Bürger dafür aus, einen Gelben Sack einzuführen.

Allerdings gibt es auch an diesem Kritik. Tiere reißen das dünne Material auf – und der Müll verteilt sich an den Abholtagen auf der Straße. Daher ging Späth stattdessen mit der Forderung, eine Gelbe Tonne einzuführen, in die Verhandlungen mit dem für den Landkreis zuständigen Dualen System „Recycling Kontor“ mit Sitz in Köln. Und das stimmte zu.

Damit war der Grundstein für die Veränderung gelegt, besiegelt hat sie wie bereits berichtet der Kreistag. Gegen die Stimmen von Konrad Specker (Freie Wähler) und Georg Rauchenberger (CSU) beschloss das Gremium, von einem Bring- auf ein Holsystem umzustellen. Angestrebt wird zum 1. Januar 2018 die Einführung der Gelben Tonne. Die Wertstoffinseln werden aufgelöst. Zurück bleiben nur die Glascontainer. An den Wertstoffhöfen sollen zudem Sammelstellen bestehen bleiben.

Dritter Landrat Klaus Koch (Grüne) begrüßte die Entscheidung: „Das ist eine wirkliche Erleichterung für die Bürger und eine Entscheidung, die in jedem Haushalt spürbar sein wird.“ Er mahnte aber zugleich: Der beste Müll sei natürlich der, der gar nicht erst produziert werde. Der Eurasburger hatte sich bereits Anfang des Jahres für die Einführung der Gelben Tonne ausgesprochen. „Wenn die Veränderung kommt, dürfen neben Verpackungen künftig auch so genannte stoffgleiche Nichtverpackungen in die Tonne. Zum Beispiel Gießkannen oder Bobbycars, aber auch elektronischer Kleinschrott. Dinge also, die bisher getrennt entsorgt werden mussten oder nicht durch die Öffnungen der Wertstoffinseln gepasst haben“, sagte Koch im Januar in einem Interview mit unserer Zeitung.

va

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