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„Bevölkerung nicht von Straftaten tangiert“

Kriminalität unter Asylbewerbern: Wer? Warum? Wie oft?

Wolfratshausen – Spätestens seit den Übergriffen an Silvester in Köln, Stuttgart und Hamburg wird öffentlich über kriminelle Asylbewerber diskutiert. Im Wolfratshauser Dienststellenbereich stellen Straftaten von Flüchtlingen kein großes Problem dar, berichtet die Polizei.

Bei einem Pressegespräch betonte Dienststellenleiter Werner Resenberger kürzlich: „Die Wolfratshauser Bevölkerung ist von Straftaten von Flüchtlingen nicht tangiert.“ Zwar gäbe es Gesetzesbrüche von Asylbewerbern, „aber die Straftaten belaufen sich vor allem auf Fälle untereinander“. Sein Vize Christian Neubert fügte hinzu: „Das ist in gewissen Teilen dadurch zu erklären, dass viele Menschen eine lange Zeit auf engem Raum zusammenleben müssen.“ Unabhängig von der Herkunft der Beteiligen herrsche nach einer gewissen Zeit des Zusammenlebens ein hohes Konfliktpotenzial innerhalb der verschiedenen Bewohnergruppen.

Von den insgesamt 600 Tatverdächtigen, die die Polizisten im Jahr 2015 ermitteln konnten, waren – bereinigt um aufenthaltsrechtliche Verstöße – 179 Personen ausländischer Herkunft. Das sind 29,8 Prozent und somit etwas weniger als der bayernweite Durchschnitt von 31,5 Prozent. 38 Tatverdächtige ergriffen die Flucht, also 6,3 Prozent. „Das ist keine ungewöhnlich hohe Zahl“, sagt Neubert. Die Quote im Dienststellenbereich der Wolfratshauser Polizei liege damit auch unter dem oberbayerischen Durchschnitt von 8,3 Prozentpunkten.

Meist werden Asylbewerbern die Delikte Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung zur Last gelegt, sagt Neubert auf Nachfrage. Die Geschädigten seien fast ausnahmslos andere Asylbewerber gewesen. Ein Großteil der registrierten Verbrechen habe sich zudem in den Asylunterkünften abgespielt.

dst

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