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Die „Waldramer Gärten“: Durch das jüngste Bauprojekt in dem Wolfratshauser Stadtteil entstanden unterm Strich 47 Wohneinheiten. Die nun beschlossene Bebauung der Coop-Wiese hält die CSU für falsch – die Waldramer hätten schon jetzt eine hohe Verkehrsbelastung zu ertragen.

Ein Gespräch mit Stadtrat Richard Kugler

Wohnungsbau-Offensive: Warum sich die CSU dagegen sperrt

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Wolfratshausen - Eine Allianz aus Bürgervereinigung, SPD und Grünen hat eine Wohnungsbauoffensive gestartet. Widerstand regt sich in der CSU. „Wir können nicht die Wohnungsprobleme der Welt in Wolfratshausen lösen“, sagt Stadtrat Richard Kugler.

90 bis 100 einkommensgeförderte Wohnungen: Das ist das Ziel des überfraktionellen Antrags von Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW), SPD und Grünen, dem der Stadtrat mehrheitlich zugestimmt hat. Geplant sind wie berichtet Neubauten an der Sauerlacher Straße (altes Krankenhaus), an der Auenstraße, auf dem Klein-Anwesen an der Bahnhofstraße und auf der Coop-Wiese in Waldram.

Antrag wurde von einem "Schattenarbeitskreis" formuliert

Schon in der Stadtratssitzung im Oktober äußerte sich die CSU kritisch. Der Antrag sei von einem „Schattenarbeitskreis“ formuliert worden, der sich von der bereits existierenden Projektgruppe Stadtentwicklung abgesplittert habe, stellte Dr. Manfred Fleischer fest. Zudem sei die Entscheidung, die Coop-Wiese zu bebauen, über die Köpfe der Waldramer hinweg getroffen worden.

Skeptisch reagierte auch der CSU-Nachwuchs: Der Vorsitzende der Jungen Union, Andreas Ofenbeck, vermisst neue Vorschläge, wo die Stadt durch die Aufstellung eines Bebauungsplans oder die Änderung des Flächennutzungsplans Baurecht für öffentlich geförderte Wohnungen sowie frei finanzierte Doppelhaushälften oder Reihenhäuser für junge Familien schaffen könnte. Der Vorstoß von BVW, SPD und Grünen sei nicht mehr als alter Wein in neuen Schläuchen.

Stadtrat Richard Kugler (parteifrei für die CSU) ist Mitglied des Arbeitskreises Stadtentwicklung. Dasselbe gilt für Dr. Hans Schmidt (Grüne) und SPD-Fraktionschef Fritz Meixner. Diese beiden, so Kugler, hätten in dem Gremium enormen Druck auf Bürgermeister Klaus Heilinglechner ausgeübt. „Schmidt und Meixner haben nur fieberhaft nach Baulücken gesucht und darauf gedrängt, diese so schnell wie möglich zu schließen.“ Dieses kompromisslose Vorgehen habe ihn, Kugler, sowie seinen Parteifreund Fleischer schließlich dazu bewogen, dem Arbeitskreis Stadtentwicklung mehr oder weniger den Rücken zu kehren.

„Wir können nicht die Wohnungsprobleme der Welt in Wolfratshausen lösen.“

Kugler hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass er kein Freund von ausufernder Bebauung ist: „Wir können nicht die Wohnungsprobleme der Welt in Wolfratshausen lösen.“ Schon heute zähle die Flößerstadt mit Blick auf die Einwohnerzahl zu den am dichtesten bebauten Kommunen in Deutschland. Kugler weist auf die Folgen hin, „wenn wir jedes Fleckchen Erde in unserer schönen Stadt zubauen“: immer mehr Verkehr und hohe Investitionen in die Infrastruktur.

Sehr kritisch betrachtet Kugler die beschlossene Bebauung der Coop-Wiese in Waldram sowie des Klein-Anwesens an der Bahnhofstraße. Die Waldramer seien bereits über die Schmerzgrenze hinaus mit Verkehr belastet, das Projekt Klein-Anwesen stehe auf wackligen Füßen, denn: Die Erblasserin habe die Nutzung des Grundstücks an Bedingungen geknüpft. „Da sollte man erst noch einmal einen genauen Blick ins Testament werfen.“

Eine kategorische Absage erteilt Kugler dem Ansinnen seines Stadtratskollegen Schmidt. Der würde gerne den Stellplatzschlüssel der Stadt reduzieren. Vereinfacht dargestellt: Wer in der Loisachstadt einen kleineren Wohnblock mit zehn Wohnungen baut, muss derzeit 20 Parkplätze nachweisen. Schmidt wolle künftig eine Stellplatzformel von 1,2 anwenden – das wären für denselben Wohnblock dann nur noch zwölf Parkplätze. Kugler plädiert für den umgekehrten Weg: Neubauten würden weniger wuchtig geplant, wenn der Stellplatzschlüssel auf 2,5 angehoben werde.

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