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Schnippeln im Akkord: Hüseyin Ünsal freut sich über den neuen Roboter, besser bekannt als „der Gerät“.

Neue Küchenmaschine im „Pamukkale“

Kult-Gerät schneidet Kult-Döner

Die Werbung für die Küchenmaschine hat Kultstatus. Jetzt hilft sie bei der Zubereitung eines Kult-Döners. Im Pamukkale Kebaphaus schnippelt neuerdings ein Roboter das Fleisch vom Spieß. Der Roboter ist besser bekannt als „der Gerät“.

Wolfratshausen Die Werbung für die Küchenmaschine hat Kultstatus. Jetzt hilft sie bei der Zubereitung eines Kult-Döners. Im Pamukkale Kebaphaus schnippelt neuerdings ein Roboter das Fleisch vom Spieß, besser bekannt als „der Gerät“.

15 Kunden stehen in der Warteschlange. Manche von ihnen tuscheln, als sie die eigentümliche Maschine sehen. „Ist das der Gerät?“ Die Frage ist grammatikalisch falsch, was nicht an den sprachlichen Fähigkeiten der Kunden des beliebten Döner-Ladens liegt. Der Grund ist vielmehr die Werbung, mit der die neue Schneidemaschine des Pamukkale deutschlandweite Berühmtheit erlangte.

Ein kurzer Clip aus der inzwischen eingestellten ProSieben-Sendung „TV Total“ mit Stefan Raab wurde auf dem Internet-Videoportal Youtube millionenfach angesehen. Es zeigt Duran Kabakyer, einen türkischstämmigen Geschäftsmann, der in fehlerhaftem Deutsch eine Innovation seiner Firma Alkadur vorstellt: eine Maschine, die automatisch Fleisch vom Döner-Spieß abschneidet. „Der Gerät wird nie müde, der Gerät schläft nie ein“, wirbt Kabakyer für sein Produkt und nennt noch weitere Vorzüge. Die Maschine sei bereits vor dem Chef im Geschäft und „schneidet den Döner schweißfrei“.

Jetzt wird Döner schweißfrei geschnitten

Letzteres kann der Junior-Chef des Pamukkale, Hüseyin Ünsal, bestätigen. „Es ist eine große Erleichterung für unsere Arbeit.“ Das Fleisch müsse nicht mehr händisch geschnitten werden, bevor es im Fladenbrot landet. Der Schneideroboter wird von einem Sensor gesteuert. Alle drei Sekunden fahren die Klingen der Maschine am Fleischspieß hinunter und schneiden dünne Scheiben ab, viel dünner als es von Hand geschnitten werden könnte. Das Gerät stammt aus dem türkischen Izmir an der Ägäisküste. Ein Techniker reiste kürzlich aus der drittgrößten Stadt der Türkei nach Wolfratshausen, um die Maschine zu installieren. Bereits vor acht Jahren hatte das Pamukkale Kebaphaus einen ähnlichen Schneideroboter ausprobiert– als eines der ersten Unternehmen in Deutschland, wie Hüseyin Ünsal berichtet. . „Das hat aber damals nicht gut funktioniert“, erinnert sich der 19-Jährige. Die Maschine gaben er und sein Vater seinerzeit wieder an den Hersteller zurück.

Mit ihrer jüngsten Neuerwerbung sind die Besitzer des Pamukkale zufrieden: „Wir sparen uns mit der Maschine viel Zeit“, sagt der Junior-Chef und blickt auf die Warteschlange, in der zehn hungrige Kunden auf ihren Döner warten. Darunter ist auch ein Jugendlicher mit einem Freund. Er schmunzelt, als sie das neue Helferlein des Ladens entdecken. „Der Gerät“, sagt er, deutet auf den Roboter und lacht. Dann zückt er sein Handy und zeigt seinem Freund, der ihn ungläubig ansieht, den Werbeslogan.

„Wir werden schon oft auf den Roboter angesprochen“, berichtet Hüyeyin Ünsal, bevor er wieder hinter dem Verkaufstresen verschwindet und das dünn geschnittene Fleisch in ein Fladenbrot legt. Der Roboter schneidet derweil bereits die nächste Schicht. Dominik Stallein

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