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Abstrakte Figuren fertigt Johanna Widmann aus Holz. 

Kunstmeile Wolfratshausen

„Kunst ist ein Wagnis“: Eglinger Bildhauerin im Porträt

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In einer Serie stellen wir die Künstler vor, die heuer erstmals bei der Wolfratshauser Kunstmeile vom 22. September bis 8. Oktober teilnehmen werden. Heute: die Bildhauerin Johanna Widmann aus Egling.

Wolfratshausen/Egling – Im weitläufigen Wiesengarten von Johanna Widmann, am Ortsrand von Egling, begrüßen massive Holzskulpturen die Kommenden. Es sind abstrakte Gebilde, die mit der Kettensäge bearbeitet wurden. Sie haben weiche Formen, feminine Züge und wirken wie Akte, die sich zwischen Apfelbäumen, hohen Gräsern und Weinreben gen Himmel räkeln. Der Garten ist ein idyllischer Ort. ein Ort, an dem Kunst entsteht. Im ehemaligen Eglinger Pfarrhaus hat sich die Bildhauerin vor 26 Jahren ihr Atelier eingerichtet.

„Schreiner war damals kein Job für eine Frau“

Die 56-Jährige, eine gebürtige Wildsteigerin aus der Nähe von Steingaden (Kreis Weilheim-Schongau), interessiert sich seit jeher für Holz und Handwerk. „Schreiner war damals aber kein Job für eine Frau“, sagt Widmann. Sie ging auf die Oberammergauer Berufsfachschule für Bildhauerei und Schnitzerei. Dort lernte sie auch die Techniken der Fassmalerei und Hochglanzvergoldung. Ihr Gesellenstück war die lebensgroße Skulptur eines Kleinkindes.

Nach der Ausbildung verdiente sich die Künstlerin ihren Lebensunterhalt mit Auftragsarbeiten. Dabei entstanden ausschließlich Unikate. Figuren, Porträts, Tiere und Krippen. Die berühmten Oberammergauer „Schnürlkasperl“ schnitzte sie mit einer sympathischen Spitzbübischkeit im Ausdruck.

Erste Rauminstallation war ihr Schlüsselerlebnis

Doch dann sei ein Punkt in ihrem Leben gekommen, an dem sich ein Wandel abzeichnete, sagt Widmann. Ihr wurde klar: „Kunst ist ein Wagnis.“ Und darauf ließ sie sich ein. Ihre erste experimentelle Rauminstallation aus Holz, Papier und Licht in Zusammenarbeit mit Musikern wurde zu ihrem persönlichen Schlüsselerlebnis. Es war ein raumfüllendes Lichtobjekt mit dem Titel „Mandorla“ für die Kunstausstellung im „Einstein“ 1997. Dieses Projekt, sagt sie heute, sei der Weg zur Großskulptur gewesen.

Heute bearbeitet Johanna Widmann vorwiegend Baumstämme. Sie lässt sich von der ursprünglichen Form inspirieren, um Figur und Ausdruck herauszuarbeiten. Zu sehen sind die Kunstwerke unter anderem in ihrem Garten und derzeit auf dem Ammersee-Skulpturengarten bei Schondorf. Johanna Widmann hat Preise gewonnen und gehört mit dem Land-Art-Projekt „Siedeln“ zu den Künstlern des Kunstwanderweges „Sinneswandel“ am Blomberg.

Kunstmeile

Johanna Widmann zeigt während der Kunstmeile in Wolfratshausen an der Außenfassade der Kirche St. Michael ihr neuestes Lichtobjekt „Die goldene Mitte“.

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