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Schließt nach 23 Jahren: Das Wein- und Feinkostgeschäft "Cantinetta" am Wolfratshauser Untermarkt. 

Leerstand in der Wolfratshauser Altstadt

"Cantinetta" macht dicht

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Wolfratshausen - Das Geschäftesterben in der Altstadt geht weiter. Jüngster Fall: der Wein- und Feinkosthandel „Cantinetta“ am Untermarkt. Der Betrieb schließt nach 23 Jahren. 

Das Isar-Kaufhaus steht seit knapp drei Jahren leer, Tschibo machte dicht, Sylvia Freier sperrte ihren Wollladen zu, die Musikbar D’Amato, Benetton, Intersport Reiser und Optik Groß haben dem Markt den Rücken gekehrt. Zum Jahreswechsel gehen bei Foto Speedy und Optik Emberger die Lichter aus, nur noch bis Heiligabend können Kunden in der „Cantinetta“ edle Tropfen, Käse- und Schinkenspezialitäten kaufen – dann ist Feierabend.

Am 24. Dezember ist in der "Cantinetta" Schluss

„Wir haben viel Kraft und Geld ins Geschäft gesteckt“, sagt Gabriele Oppenheimer („Cantinetta“) im Gespräch mit unserer Zeitung. Anfang Dezember ist ihr Ehemann Johann verstorben, Sohn Christian werde das Geschäft nicht weiterführen. Er schlage einen anderen Berusfweg ein. Schweren Herzens fällte Gabriele Oppenheimer den Entschluss: Am 24. Dezember endet eine Ära, eventuell wird’s im Januar noch eine Abverkaufsaktion geben.

Der Bürgermeister weiß um den Handlungsbedarf

Bürgermeister Klaus Heilinglechner hat sich die Wiederbelebung des Marktes auf die Fahne geschrieben: „Ich bin mir 100-prozentig sicher: Wenn wir jetzt nichts für unsere Altstadt tun, ist sie definitiv in fünf Jahren tot“, sagte Heilinglechner im August 2014 in einem Interview mit unserer Zeitung. Und: „Den Gürtel weiterhin eng schnüren, weiter sparen und nichts machen – dann wird die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt in ein paar Jahren unbezahlbar.“

Die Lösung: Ein Parkdeck und massive Werbung?

Sätze, die Wasser auf den Mühlen von Maurizio Faganello (Eiscafé Cristallo) sind: „Was seit Ewigkeiten angedacht ist, muss endlich umgesetzt werden.“ Er plädiert dafür, ein Maßnahmenpaket zu schnüren, das auf jeden Fall den Bau eines Parkdecks in der Innenstadt beinhaltet. Dieses Projekt hat der Stadtrat zwar vor geraumer Zeit auf den Weg gebracht, doch seit der Vorstellung einer Machbarkeitsstudie ist’s still um das Thema geworden. „Ja, man findet freie Parkplätze“, räumt Faganello ein. Doch erstens würden derzeit weniger Bürger aus den umliegenden Städten und Gemeinden den Weg in die Flößerstadt finden, zum anderen existiere „seit vielen, vielen Jahren in den Köpfen vieler, vieler Menschen“ eine „gefühlte Parkplatznot“, meint Ex-Stadtrat Faganello. „Also bauen wir doch ein Parkdeck und machen massiv Werbung, dass jeder, der in unsere schöne Stadt kommt, auch ohne Probleme einen Platz für sein Auto findet.“

Das Isarkaufhaus ist mittlerweile "ein Schandfleck"

Nicht wenige Unternehmer verknüpfen das Wohl und Wehe der Innenstadt mit der Zukunft des seit fast drei Jahren leer stehenden ehemaligen Isar-Kaufhauses. Doch ein Investor, der das prominente Gebäude mit Millionenaufwand modernisiert, ist weit und breit nicht in Sicht. „Das ist mittlerweile ein Schandfleck“, urteilt Ley. Der Kaufmann ("Genussvoll"), zugleich Stadtrat der Bürgervereinigung, ist aber der Meinung: „Auch die Stadt muss ihre Immobilien herrichten“ und verweist auf das Eckhaus am Untermarkt 10. Für das Erdgeschoss stand die Bürgerladen-Gruppe als Mieter bereits Gewehr bei Fuß – doch die Pläne hat die Mehrheit des Stadtrates durchkreuzt. Carl-Christian Eick

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