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Politikerderbleckn mit blanker Brust: Auf das Singspiel der Loisachtaler Bauernbühne müssen die Besucher des Wolfratshauser Starkbierfestes heuer verzichten.

Laienschauspieler sagen der Stadt ab

Bierfest ohne Bauernbühne

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Wolfratshausen - Das Wolfratshauser Starkbierfest und die Loisachtaler Bauernbühne (LBB): Das ist seit Jahrzehnten so unzertrennlich miteinander verbunden wie Elmex und Aronal oder Dick und Doof. Heuer allerdings wird das Publikum in der Loisachhalle auf das Politikerderbleckn der LBB verzichten müssen.

Der Termin steht, die Einladungen an die Ehrengäste sind bereits verschickt: Am Freitag, 17. März, feiert die Stadt Wolfratshausen ab 19 Uhr in der Loisachhalle ihr traditionelles Starkbierfest. Dreh- und Angelpunkt war in den vergangenen Jahren neben dem Genuss des süffigen Gerstensafts aus Traunstein und deftiger Schmankerl aus der Flößerei-Küche das rund einstündige Singspiel der LBB. Letzteres wird’s heuer jedoch nicht geben, bestätigt die Kulturmanagerin der Stadt, Marion Klement, auf Nachfrage unserer Zeitung.

„Die LBB hatte keine Kapazitäten frei“, erklärt Klement. Sie schiebt allen bösen Gerüchten einen Riegel vor: Die Laienschauspieler der Bauernbühne werden heuer beim Flussfestival an der alten Floßlände zweimal das Stück „Der Brandner Kaspar und das ewige Leben“ aufführen. „Das bedarf einer sehr aufwändigen Vorbereitung und zahlreicher Proben“, stellt die Kulturmanagerin fest. Aus diesem Grund habe LBB-Vorsitzender Ludwig Gollwitzer die Stadt bereits im Herbst vergangenen Jahres davon unterrichtet, dass parallel zum Brandner Kaspar keine Zeit bleibe, Texte fürs Singspiel zu schreiben und eine Choreografie einzustudieren. „Das ist sehr schade“, sagt Klement. „Die LBB ist eine Marke und ein Höhepunkt des Wolfratshauser Starkbierfestes. Doch im Rathaus habe man „vollstes Verständnis“ für die Absage.

Ganz ohne Bauernbühne geht’s aber doch nicht: Engel Aloisius alias Ludwig Gollwitzer überbringt den Starkbierfestbesuchern und Wolfratshauser Kommunalpolitikern am 17. März „göttliche Ratschläge“. Damit folgt der LBB-Boss dem Vorbild des Geretsrieder Bruder Barnabas alias Ludwig Schmid. Der liest der Politprominenz seit Jahren beim Starkbierfest in der Nachbarstadt die Leviten.

„Die Entscheidung ist uns sehr, sehr schwergefallen“, betont Gollwitzer. Aber die Chance, den Brandner Kaspar auf einer Flussbühne „vor der einmaligen Kulisse“ aufführen zu können, „wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen“. Nach Rücksprache mit LBB-Bühnenbildner Max Prestl sei man „schweren Herzens“ zu dem Entschluss gekommen: Entweder oder.

„Wir machen heuer beim Starkbierfest nur eine Pause“, kündigt Gollwitzer an. 2018 sei die LBB wieder mit von der Partie. Zu seiner Rolle als Engel Aloisius verrät er wenig. Die Texte entstehen „in einem Autorenteam“ – und auch wenn’s kein Singspiel gibt: Ungeschoren komme die Politprominenz beim Starkbierfest sicher nicht davon.

Das Starkbierfest

findet am Freitag, 17. März, ab 19 Uhr in der Loisachhalle statt. Einlass ist um 18 Uhr. Musik macht die Band „Bergluft“, Tickets gibt’s ab Montag, 13. Februar, im Bürgerbüro/Rathaus der Stadt Wolfratshausen.

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