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In der 1000. Folge unserer Rubrik „Gott und die Welt“ macht sich der Evangelische Landesbischof  Heinrich Bedform-Strohm Gedanken zum Thema Frömmigkeit. 

Der Gastkommentar

Landesbischof Bedform-Strohm meint: Frömmigkeit ist ein Zukunftsmodell

An Karfreitag im April 2000 feierte unsere Rubrik „Gott und die Welt“ Premiere. Erster Autor war der evangelische Pfarrer Florian Gruber aus Wolfratshausen. Heute lesen Sie die 1000. Folge – für die wir den evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm als Gastautor gewinnen konnten.

Frömmigkeit ist ein Zukunftsmodell: Das ist vielleicht eine gewagte These. Hat doch gerade eine Studie der Uni Freiburg den Kirchen prognostiziert, dass sie bei Fortschreibung der gegenwärtigen Trends in 40 Jahren nur noch halb so viel Mitglieder haben werden wie heute.

Heinrich Bedform-StrohmEvangelischer Landesbischof in Bayern

Ob das wirklich so eintritt, weiß niemand. Aber eines ist sicher: An der Botschaft des christlichen Glaubens liegt es nicht. Die ist nämlich richtig stark. Es ist die größte Hoffnungsbotschaft, die die Welt je gesehen hat. Denn sie sagt: Diese Welt und jeder und jede von uns geht nicht auf ein dunkles Loch zu, sondern auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, in dem alle Tränen abgewischt sind. Und die Orientierungen, die der christliche Glaube gibt, treffen mitten hinein in unsere Lebensrealität. Die Glücksratgeber jedenfalls stellen erstaunlicherweise genau die Themen ins Zentrum, die auch in der Bibel zentral sind. „Lernen Sie dankbar zu leben!“ Das Dankgebet beim Essen oder am Abend vor dem Einschlafen oder auch das laute oder leise Lesen von Dankpsalmen sind der Weg dazu: „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat“ (Ps 103). Oder das bewusste Dankesagen für die Menschen, die uns nahe sind. Warum sagen wir uns die schönsten Dinge immer erst bei der Grabrede?

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Noch ein Beispiel: „Lernen Sie zu vergeben!“ Wie viele Beziehungen könnten neue Kraft bekommen, wenn wir diesen Ratschlag der Glücksforscher verinnerlichen würden? Zum Beispiel, indem wir täglich das Vaterunser beten: „Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Oder Jesu Worte aus der Bergpredigt wirklich in unsere Seelen einsickern lassen: „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?“

Wer solche Sätze regelmäßig reflektiert und im Herzen bewegt, der verändert sich. Die Ratschläge der Glücksforscher müssen vom Kopf in das Herz und die Seele wandern. Und das geht nur durch tägliche Praxis.
Deswegen stimmt es eben doch: Frömmigkeit ist ein Zukunftsmodell!

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