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Urkunden für verdiente Vogelschützer: Geehrt wurden (v. li.) Peter Hierl (40 Jahre Mitgliedschaft), Susanne Jennerwein (20 Jahre), Achim Rücker (40 Jahre), Geschäftsstellenleiterin Sabine Tappertzhofen (20 Jahre), Knut Höltke (30 Jahre) und für 50 Jahre Heribert Zintl (re.). Es gratulierte Vorsitzender Walter Wintersberger (2. v. re.). 

Immer mehr Unterstützer der Umweltorganisation 

Landesbund für Vogelschutz verzeichnet 1000 neue Mitglieder

Das Thema Umwelt beschäftigt die Menschen mehr denn je. So freut sich die Kreisgruppe des Landesbunds für die Vogelschutz über mehr als 1000 neue Mitglieder. 

Bad Tölz-Wolfratshausen Die Kreisgruppe des Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat im vergangenen Jahr unglaublichen Zulauf erfahren. Wie der Vorsitzende Walter Wintersberger kürzlich in der Jahresversammlung in der Flößerei in Wolfratshausen berichtete, verzeichnet der Verein 1100 Neumitglieder. Damit zählt er mittlerweile rund 2500 Mitstreiter.

LBV legte Wildblumenwiese an der Littig-Villa an

Weil es immer weniger extensive Wiesen, intakte Moore und ruhige Brutplätze an der Isar gibt, verschwinden immer mehr heimische Vogelarten von der Bildfläche. Im Landkreis gilt das unter anderem bereits für den Kiebitz und das Birkwild. Auch die Bestände der Feldlerche, Vogel des Jahres 2019 und auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, gehen laut Wintersberger zurück. Er lobte in dem Zusammenhang das vom LBV mitinitiierte Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Der Bevölkerung seien mittlerweile die Zusammenhänge zwischen intensiver Landwirtschaft und Flächenverbrauch auf der einen sowie Insekten- und damit Vogelsterben auf der anderen Seite bewusst geworden. Nicht nur die Regierung und die Kommunen könnten gegen das Artensterben etwas unternehmen, sondern jeder Einzelne im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon. Als Beispiel nannte der LBV-Vorsitzende die 2016 von Verbandsmitgliedern angelegte Wildblumenwiese an der Wolfratshauser Littig-Villa, auf der heute zahlreiche heimische Blumen wachsen.

Fokus auf Beweidungsprojekten

2019 widmeten sich die Vogelschützer vor allem der Pflege der Loisach-Kochelsee-Moore. Der frisch ausgebildete Wiesenbrüterberater Axel Kelm versucht, seltenen Bodenbrütern wie dem Großen Brachvogel die Aufzucht der Jungen zu erleichtern, indem er die Mahd begleitet und entsprechende Schilder an den Spazierwegen anbringt. Renate Müller und Sabine Tappertzhofen leiten zwei Beweidungsprojekte, einmal mit Schafen der Rasse Moorschnucke im Gemeindegebiet von Egling und einmal mit schottischen Hochlandrindern am Ochsensitz bei Vorderriß. Sehr viele Wiesenvögel brauchen die im Kot von Weidetieren lebenden Insekten zur Ernährung. Außerdem wird bei natürlicher Beweidung weniger gemäht. Insgesamt hat sich der Verband im vergangenen Jahr 20 Hektar an Flächen, vor allem in Mooren, für Renaturierungszwecke gesichert. Er verfügt nun über 100 Hektar.

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Sehr froh sei die LBV-Kreisgruppe über die neue Bootsverordnung für die Isar, sagte Wintersberger. Sie schütze Vögel wie den Flussuferläufer, den Flussregenpfeifer und den Gänsesäger. Leider sei es nicht gelungen, die Flussseeschwalbe auf einer Kiesinsel in der Pupplinger Au zum Brüten zu bringen, berichtete der Vorsitzende. Dafür habe dort ein ebenfalls sehr seltenes Eisvogel-Paar in der Steilwand am Isarufer gebrütet. Man habe die beiden regelmäßig beobachten können, häufig sogar mit einem Fisch im Schnabel, den sie in die nicht einsehbare Bruthöhle brachten. Auch um Eulen, Fledermäuse, Hornissen und Gebäudebrüter kümmerten sich die Ehrenamtlichen. Zusammen mit der Stadt Geretsried hängten sie etwa 50 Fledermaus-Nistkästen im Geretsrieder Stadtwald auf. Demnächst soll kontrolliert werden, ob das Angebot von den Säugetieren angenommen wurde. Als besonderer Glücksfall erwies es sich, dass eine im Landkreis äußerst rare Schleiereule in Dietramszell einen ausrangierten Nistkasten für Turmfalken als ihr neues Zuhause auswählte und dort drei Junge groß zog.

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Heuer will der LBV zusammen mit Kommunen, Landwirten und Naturschutzverbänden einen Landschaftspflegeverband (LPV) gründen. In Oberbayern gibt es bereits 16 davon. Walter Wintersberger sieht im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen „noch unendlich viel Potenzial für Landschaftspflege“. Tanja Lühr 

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